Wenn Raupen nicht fressen – mögliche Ursachen & Tipps

Raupen fressen nicht? Ursachen und schnelle Hilfe

Wenn Raupen nicht fressen, muss nicht sofort etwas falsch sein. Gerade frisch geschlüpfte Raupen brauchen manchmal etwas Zeit. Bei größeren Raupen sind Häutung oder Verpuppung häufig der Grund für eine Fresspause.

Wenn frisch geschlüpfte Raupen nach 6 bis 12 Stunden noch nicht gefressen haben, solltest du aber einige Punkte überprüfen.

Erst genau hinschauen

Bei winzigen Raupen sind die ersten Fraßspuren oft kaum zu erkennen. Manche raspeln zunächst nur die Blattoberfläche ab. Auch sehr kleine Kotkrümel zeigen, dass bereits gefressen wurde.

Einige Raupen fressen nach dem Schlupf außerdem zunächst Teile ihrer Eihülle.

Laufen die Jungraupen dagegen dauerhaft suchend durch den Behälter und sind weder Kot noch Fraßspuren zu sehen, solltest du etwas verändern.

Kleines Glas und Futter direkt zu den Raupen

Für frisch geschlüpfte Raupen ist ein kleines Glas meist besser als ein großer Aufzuchtbehälter. Die Tiere sind oft nur wenige Millimeter groß und finden das Futter sonst schlechter wieder.

Lege die Blätter direkt zu den Raupen oder setze die Tiere vorsichtig auf die Futterpflanze.

Sobald sie größer werden und zuverlässig fressen, können sie in einen größeren, besser belüfteten Behälter umziehen.

Die richtige Futterpflanze ausprobieren

Raupen fressen nicht einfach jedes grüne Blatt. Viele Arten sind auf bestimmte Futterpflanzen angewiesen.

Prüfe deshalb zuerst, ob die angebotene Pflanze wirklich für die Art geeignet ist. Eine Übersicht findest du auch in unserem Ratgeber zu Raupenfutter und Futterpflanzen.

Unser Tipp: Wenn die Raupen nach 6 bis 12 Stunden noch nicht fressen, lege mindestens zwei weitere geeignete Futterpflanzen dazu, sofern für die Art mehrere bekannt sind.

Manchmal lohnt es sich sogar, Blätter derselben Pflanzenart von einem anderen Standort oder einer anderen Pflanze auszuprobieren.

Futter täglich frisch anbieten

Gerade Jungraupen reagieren empfindlich auf trockenes oder zähes Futter. Verwende möglichst frische, saubere und unbehandelte Blätter. Bei vielen Arten werden junge bis mittelalte Blätter besonders gut angenommen.

Auch wenn ein Blatt noch grün aussieht, kann es bereits deutlich ausgetrocknet sein. Tausche das Futter deshalb spätestens nach 24 Stunden vollständig aus.

Ein kleiner Trick bei winzigen Raupen: Schneide eine Blattkante leicht an. Manche Jungraupen beginnen an dieser frischen Schnittkante leichter mit dem Fressen.

Wenn Jungraupen gar nicht fressen: kurzfristig sehr feucht halten

Bei frisch geschlüpften Raupen, die noch überhaupt nicht gefressen haben, kann ein sehr feuchtes Mikroklima helfen.

Decke das kleine Glas zum Beispiel mit Frischhaltefolie ab. Du kannst vorsichtig in das Glas hauchen, bis sich ein leichter Beschlag an den Wänden bildet.

Wichtig: Es sollen keine großen Tropfen entstehen. Winzige Raupen können an Wassertropfen hängen bleiben oder darin ertrinken.

Die hohe Luftfeuchtigkeit hilft den Jungraupen dabei, nicht auszutrocknen, und hält gleichzeitig das Futter länger frisch. Manche Raupen beginnen unter diesen Bedingungen deutlich besser mit dem Fressen.

Diese Haltung ist aber nur für die kurze Startphase gedacht. Öffne das Glas ein- bis zweimal täglich kurz zum Lüften. Sobald die Raupen zuverlässig fressen, solltest du die Luftfeuchtigkeit wieder reduzieren und für mehr Belüftung sorgen.

Auch Dunkelheit kann helfen

Wenn die Raupen ständig durch das Glas laufen und immer wieder zum Licht krabbeln, kannst du das Glas für etwa 24 Stunden dunkel stellen, zum Beispiel in einen Schrank oder eine Schublade.

Bei manchen Arten werden die Tiere dadurch ruhiger und beginnen mit dem Fressen. Dieser Trick funktioniert nicht immer, ist bei frisch geschlüpften Raupen aber einen Versuch wert.

Vorsicht mit gekauften oder behandelten Pflanzen

Wenn eigentlich passendes Futter plötzlich nicht angenommen wird, kann auch die Herkunft der Pflanze eine Rolle spielen.

Besonders Pflanzen aus Gartencentern oder frisch behandelten Gärten können Pflanzenschutzmittel enthalten. Systemische Insektizide lassen sich durch Abwaschen nicht entfernen.

Verwende deshalb möglichst Pflanzen, bei denen du sicher bist, dass sie nicht behandelt wurden. Mehr dazu findest du in unserem Ratgeber zur Futterbeschaffung.

Vielleicht steht nur eine Häutung bevor

Wenn eine Raupe vorher normal gefressen hat und plötzlich ruhig wird, steht häufig eine Häutung bevor.

Vor der Häutung hören Raupen vollständig mit dem Fressen auf und sitzen oft lange nahezu bewegungslos an derselben Stelle. Bei gesellig lebenden Arten können viele Tiere gleichzeitig ruhig zusammensitzen.

Das lässt sich zum Beispiel beim Tagpfauenauge und beim Distelfalter beobachten.

Diese Fresspause kann etwa ein bis zwei Tage, manchmal auch bis zu drei Tage dauern.

Währenddessen solltest du die Raupen möglichst nicht anfassen oder vom Untergrund lösen. Nach der Häutung beginnen sie normalerweise wieder zu fressen.

Bei großen Raupen kann die Verpuppung bevorstehen

Eine fast ausgewachsene Raupe hört irgendwann vollständig auf zu fressen.

Viele Raupen entleeren dann ihren Darm und beginnen anschließend unruhig umherzulaufen. Sie suchen jetzt einen geeigneten Platz zur Verpuppung.

Eine große, kräftige Raupe, die plötzlich nicht mehr frisst, ist deshalb nicht automatisch krank.

Auch die Temperatur prüfen

Ein plötzlicher Temperaturabfall kann besonders bei wärmeliebenden Arten dazu führen, dass Raupen träger werden und weniger fressen.

Bei vielen tropischen Zuchtarten sind Temperaturen über etwa 20 °C sinnvoll. Heimische Arten kommen dagegen teilweise auch mit deutlich niedrigeren Temperaturen gut zurecht.

Orientiere dich deshalb immer an den Angaben zur jeweiligen Art.

Nicht in die Sonne stellen: Kleine Gläser und geschlossene Behälter können sich innerhalb kurzer Zeit stark aufheizen.

Wann könnte eine Krankheit dahinterstecken?

Wenn nur eine Raupe ruhig sitzt und nicht frisst, steckt häufig eine Häutung dahinter.

Aufmerksamer solltest du werden, wenn mehrere Raupen gleichzeitig das Fressen einstellen und zusätzlich auffällig wirken, zum Beispiel durch:

  • schlaffe oder ungewöhnlich weiche Körper
  • starke Teilnahmslosigkeit
  • Verfärbungen
  • sehr flüssigen Kot
  • austretende braune oder dunkle Flüssigkeit
  • mehrere Todesfälle innerhalb kurzer Zeit

Auffällige Raupen solltest du vorsorglich von den übrigen Tieren trennen. Entferne außerdem alten Kot, verdorbenes Futter und tote Tiere möglichst schnell.

Schnellcheck: Jungraupen fressen nicht

Wenn frisch geschlüpfte Raupen nach 6 bis 12 Stunden noch nicht fressen:

  1. Nach winzigen Fraßspuren und Kot suchen.
  2. Raupen in einem kleinen Glas direkt zum Futter setzen.
  3. Frisches, unbehandeltes Futter anbieten.
  4. Mindestens zwei weitere geeignete Futterpflanzen ausprobieren.
  5. Eine Blattkante leicht anschneiden.
  6. Das Glas kurzfristig sehr feucht halten.
  7. Große Wassertropfen vermeiden.
  8. Ein- bis zweimal täglich kurz lüften.
  9. Bei Bedarf für etwa 24 Stunden dunkel stellen.
  10. Temperatur überprüfen.
  11. Futter spätestens nach 24 Stunden erneuern.

Sobald die Raupen zuverlässig fressen, sollten Luftfeuchtigkeit und Belüftung wieder an die normale Haltung der jeweiligen Art angepasst werden.