Haltung und Zucht von Rodinia fugax (Rhodina Prachtfalter)
Kurzbeschreibung der Art
Der Rhodinia Prachtfalter, auch als Rodinia fugax bezeichnet, ist ein ostasiatischer Nachtfalter aus der Familie der Pfauenspinner. International ist er als Squeaking silkmoth und in Japan als Usutabiga bekannt. Der Falter wirkt in den herbstlichen Monaten wie ein trockenes Eichenblatt in den Zweigen: Männchen sind farblich sehr variabel von orange bis dunkelbraun, Weibchen sind meist klar gelb. Typisch sind vier halbtransparente „Fenster“ auf den Flügeln. Die Flügelspannweite liegt ungefähr bei 75 bis 110 mm.
Die Eier sind oval und werden gern an Zweige der Futterpflanze gesetzt oder auf leere Kokons, aus denen zuvor ein Falter geschlüpft ist. Die Jungraupe startet dunkel, später werden die Raupen kräftig grün. In den mittleren Stadien tragen sie auffällige, blau wirkende Warzenpunkte, im letzten Stadium wirken sie glatter. Bei Berührung können größere Raupen ein hörbares Quietschen erzeugen, ein ungewöhnliches Abwehrverhalten, das dieser Art ihren englischen Namen gegeben hat.
Der Kokon ist das optische Highlight: leuchtend gelbgrün, frei hängend, beutelartig und an einem Seidenfaden an Zweigen befestigt. Oben besitzt er eine Schlupföffnung, unten oft eine kleine Öffnung, über die eingedrungene Feuchtigkeit wieder ablaufen kann.
Natürliche Lebensweise
Rhodinia fugax kommt in Japan, Korea, Teilen Chinas und im Fernen Osten Russlands vor. Die Art folgt einem klaren Jahresrhythmus mit einer Generation pro Jahr. Die Eier überwintern, die Raupen schlüpfen im Frühjahr passend zum Laubaustrieb, fressen über das Frühjahr bis in den Frühsommer und spinnen dann ihren hängenden Kokon. Die Falter erscheinen im Herbst, häufig im Oktober und November.
Entwicklungsdauern als praxisnahe Orientierung: Ei etwa 150 Tage mit notwendiger Kältephase, anschließend nach dem Anwärmen im Frühjahr oft etwa 14 Tage bis zum Schlupf. Raupe etwa 80 Tage. Puppe im Kokon etwa 100 Tage bis zum Falter, abhängig davon, wann der Kokon gebaut wird und wie kühl die Herbstphase verläuft.
Futterpflanzen für den Rhodinia Prachtfalter
Rhodinia fugax frisst als Raupe sehr viele Laubgehölze, was die Art in der Praxis angenehm flexibel macht. Bewährte Futterpflanzen sind Eiche (Quercus), Weißdorn (Crataegus), Kirsche und weitere Prunus-Arten wie Pflaume (Prunus), Apfel (Malus), Weide (Salix), Ahorn (Acer), Buche (Fagus), Kastanie (Castanea), Ulme (Ulmus), Hainbuche (Carpinus), Platane (Platanus), Amberbaum (Liquidambar), Zürgelbaum (Celtis), Stechpalme und Winterbeere (Ilex), Amur-Korkbaum (Phellodendron amurense), Zelkove (Zelkova), sowie in warmen Regionen auch Kautschukbaum (Hevea brasiliensis).
Für den Start im Frühjahr ist junges, frisch ausgetriebenes Laub oft entscheidend. Sehr kleine Raupen beginnen an geeigneten Knospen und ganz jungen Blättern oft zuverlässiger. Im Verlauf der Aufzucht bleibt die Futterpflanze idealerweise konstant, Wechsel sind möglich, sollten aber nur dann erfolgen, wenn das neue Futter wirklich frisch und gut angenommen wird.
Vorbereitung
Der wichtigste Schritt ist die Planung der Futterpflanze für den Zeitpunkt des Schlupfs. Da die Eier eine Winterruhe brauchen, wird die Kältephase so geführt, dass der Schlupf in den Laubaustrieb fällt. Für Details zur sicheren Lagerung ist der Artikel Schmetterlingseier überwintern die passende Grundlage.
Für die Praxis bewährt sich ein sehr kleines, übersichtliches Setup: Eier werden in einem sehr kleinen Behälter gehalten, zum Beispiel einem kleinen Wasserglas, luftdicht mit Klarsichtfolie verschlossen, nur gelegentlich kurz lüften. Die Eier bleiben trocken, Kondenswasser wird vermieden, und zu warme Lagerung wird konsequent vermieden, damit der Rhythmus nicht kippt. Sobald die Futterpflanze zuverlässig austreibt, werden die Eier schrittweise wärmer gestellt und regelmäßig kontrolliert, bis die ersten Raupen schlüpfen.
Für den Start reichen oft Glas/kleine Dose, passende Futterpflanzen. Ein Netz oder ein selbst gebautes Habitat macht es später einfacher und luftiger. Wer es besonders sauber und bequem möchte, kann ein Komplettset nutzen.
Aufzucht und Haltung
Nach dem Schlupf bleiben die Jungraupen zunächst am besten im kleinen, geschlossenen Behälter, damit sie das Futter sicher finden. Es reicht wenig, dafür sehr frisches Laub oder zarte Knospen, die nahe bei den Raupen liegen. Sobald die Raupen sichtbar wachsen, steigt der Bedarf an Luft und Platz deutlich. Dann wird der Wechsel in einen gut belüfteten Netzkäfig für Schmetterlinge und Raupen sinnvoll, weil das Mikroklima stabiler bleibt und Futter langsamer kippt.
Futterzweige halten deutlich länger, wenn die Stiele sauber im Wasser stehen. Dafür funktioniert ein Glas aus dem Haushalt, besonders bequem und ausbruchsicher wird es mit einem Futterröhrchen mit Silikondeckel, weil Jungraupen nicht an eine offene Wasserstelle gelangen und das Setup trocken bleibt. Kot und alte Blätter werden regelmäßig entfernt, damit es nicht muffig wird.
Wenn eine Raupe scheinbar pausiert, steckt häufig eine Häutung dahinter, dann wird möglichst wenig gestört. Bei längerem Stillstand sind frisches Futter, Temperatur, zu wenig Luft oder ein unpassendes Mikroklima die häufigsten Stellschrauben. Eine kompakte Fehlersuche steht in Wenn Raupen nicht fressen – mögliche Ursachen & Tipps.
Für den Kokonbau brauchen die Raupen ruhige Bedingungen und geeignete Strukturen zum Aufhängen. Dünne Zweige, ein Gitter oder eine Ecke im Netz reichen meist aus. Wer den Schlupf später besonders kontrolliert beobachten möchte, kann sich zusätzlich einen einfachen Schlupfkasten bauen, der auch bei hängenden Kokons sehr gut funktioniert, siehe Schlupfkasten selber bauen.
Paarung und Zucht von Rhodinia Prachtfalter
Die Art ist tagaktiv und findet den Partner bevorzugt am frühen Morgen. Für eine erfolgreiche Paarung hilft ein großzügiger, luftiger Raum mit ruhigem Standort. Wenn mehrere Falter zeitnah schlüpfen, werden sie am besten gemeinsam umgesetzt, damit sich Männchen und Weibchen ohne Hektik finden. Morgendliches Licht und eher kühle, frische Luft unterstützen das natürliche Aktivitätsfenster. Starke Störungen werden vermieden, damit die Paarung nicht unterbrochen wird.
Zur Eiablage werden Zweige der Futterpflanze angeboten. Zusätzlich lohnt es sich, leere Kokons im Gehege zu belassen, da Weibchen Eier gern auf solchen Oberflächen ablegen. Die Eier werden anschließend wieder trocken, übersichtlich und mit klarer Kältephase bis zum Frühjahr geführt, damit der Schlupf erneut in den Laubaustrieb fällt.
Was noch zu sagen ist
Rhodinia fugax ist nicht heimisch. Die Aufzucht bleibt deshalb in geschlossenen, ausbruchsicheren Setups, und Tiere oder Eier werden nicht in die Natur gesetzt.
Rhodinia fugax Eier und Raupen sind als Rhodinia Prachtfalter (Rodinia fugax) im Shop verfügbar.
-
Götterbaumspinner (Samia ricini)
Beste Anfängerart - perfekt für Winterzucht
Götterbaumspinner (Samia ricini)
Beste Anfängerart - perfekt für Winterzucht
25 reviewsNormaler Preis Ab €7,95 EURNormaler PreisGrundpreis / proVerkaufspreis Ab €7,95 EUR -
Seidenspinner (Bombyx mori)
Der Günstigste
Seidenspinner (Bombyx mori)
Der Günstigste
2 reviewsNormaler Preis Ab €8,95 EURNormaler PreisGrundpreis / proVerkaufspreis Ab €8,95 EUR -
Aufzuchtnetz
1 reviewNormaler Preis Ab €6,95 EURNormaler PreisGrundpreis / proVerkaufspreis Ab €6,95 EUR -
Starterset/Komplettset (Schmetterlinge) mit/ohne Eiern
Das Rundumsorglos-Paket
Starterset/Komplettset (Schmetterlinge) mit/ohne Eiern
Das Rundumsorglos-Paket
6 reviewsNormaler Preis Ab €39,95 EURNormaler PreisGrundpreis / proVerkaufspreis Ab €39,95 EUR