Haltung und Zucht vom Acherontia atropos – Totenkopfschwärmer
Haltung und Zucht von Acherontia atropos – Totenkopfschwärmer
Kurzbeschreibung der Art
Der Totenkopfschwärmer ist ein sehr großer Schwärmer mit auffälliger Zeichnung auf dem Thorax, die an einen Totenkopf erinnert. Streng genommen wird der Name Totenkopfschwärmer für drei sehr ähnliche Arten der Gattung Acherontia verwendet, in Europa ist damit fast immer Acherontia atropos gemeint. Die Spannweite liegt meist zwischen 80 und 130 mm. In englischen Texten taucht die Art oft als Death’s-head hawkmoth auf, als alternative deutsche Schreibweise findet sich gelegentlich auch Todeskopfschwärmer.
Natürliche Lebensweise
Acherontia atropos stammt ursprünglich aus warmen Regionen Afrikas und des Mittelmeerraums und ist ein regelmäßiger Wanderfalter nach Mittel- und Nordeuropa. In warmen Jahren kann es mehrere Generationen geben, weiter nördlich entstehen Nachzuchten nach Einflug eher unregelmäßig. Der Falter ist nachtaktiv, sitzt tagsüber sehr gut getarnt und wird nachts häufig vom Licht angezogen. Eine Besonderheit ist der Honigraub: Der Falter dringt in Bienenstöcke ein und nimmt Honig auf. Dazu passt die bekannte Kombination aus Totenkopfschwärmer Bienenstock Honig und der Fähigkeit, bei Bedrängnis hörbar zu fiepen oder zu quietschen, was im Alltag als Totenkopfschwärmer quieken beschrieben wird. Weder Falter noch Raupe besitzen einen Giftstachel; das Analhorn der Raupe ist kein Stachel.
Die Raupe ist sehr groß und kräftig, im letzten Stadium oft 12 bis 15 cm lang. Typisch sind schräge Seitenstreifen und ein raues, warzig strukturiertes Analhorn. Es kommen mehrere Farbformen vor, darunter grün, gelblich und bräunlich. Der Begriff Totenkopf Raupe ist im Alltag geläufig, biologisch handelt es sich um eine Schwärmerraupe mit besonders starkem Wachstum und sehr hohem Futterbedarf kurz vor der Verpuppung.
Futterpflanzen für Totenkopfschwärmer
Totenkopfschwärmer Raupe Futterpflanzen sind sehr vielfältig, der Schwerpunkt liegt aber klar auf Nachtschattengewächsen. Wer nach Totenkopfschwärmer was frisst sucht, landet in Mitteleuropa sehr häufig bei Kartoffelkraut, weshalb auch Totenkopfschwärmer Kartoffelfeld als Suchkombination so oft auftaucht. Wichtig ist immer ungespritztes, frisches Blattwerk ohne Staub, Abgaseintrag oder Pestizidreste.
Geeignete Futterpflanze für die Totenkopfschwärmer Raupe frisst je nach Region und Verfügbarkeit unter anderem: Kartoffel (Solanum tuberosum), Bittersüßer Nachtschatten (Solanum dulcamara), Schwarzer Nachtschatten (Solanum nigrum), Tomate (Solanum lycopersicum), Aubergine (Solanum melongena), Paprika und Chili (Capsicum annuum), Bocksdorn und Goji (Lycium barbarum), Tollkirsche (Atropa belladonna), Stechapfel (Datura stramonium), Ziertabak und Tabak (Nicotiana spp.), Tabakbaum (Nicotiana glauca), Physalis und Blasenkirsche (Physalis spp.), Liguster (Ligustrum spp.), Flieder (Syringa vulgaris), Esche (Fraxinus excelsior), Forsythie (Forsythia × intermedia), Hartriegel (Cornus spp.), Schneebeere (Symphoricarpos albus), Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), Oleander (Nerium oleander), Sommerflieder und Schmetterlingsflieder (Buddleja spp.), Eisenkraut und Verbene (Verbena spp.), Lantane (Lantana camara), Hanf und Cannabis (Cannabis sativa).
Vorbereitung
Für die Startphase lohnt sich ein ruhiger, sauberer Platz ohne direkte Sonne und ohne starke Temperatursprünge. Die Eier liegen am sichersten in einem sehr kleinen Behälter, z. B. einem kleinen Wasserglas, luftdicht mit Klarsichtfolie verschlossen, nur gelegentlich kurz gelüftet. Kondenswasser wird vermieden, indem der Behälter nicht zu warm steht und innen trocken bleibt.
Frühzeitig einplanen: Die verpuppungsreife Totenkopfschwärmer Raupe wandert viel und braucht für die Totenkopfschwärmer Puppe Substrat. Ohne lockeres, grabfähiges Substrat kann die Verpuppung scheitern. Eine Schicht von mindestens 10 bis 15 cm lockerem, leicht feuchtem Erd- oder Kokoshumus-Sand-Gemisch ist praxisnah.
Für den Start reichen oft Glas/kleine Dose, Küchenpapier und passende Futterpflanzen. Ein Netz oder ein selbst gebautes Habitat macht es später einfacher und luftiger. Wer es besonders sauber und bequem möchte, kann ein Komplettset nutzen.
Für die spätere Aufzuchtphase mit größeren Tieren ist ein luftiger, gut zugänglicher Netzkäfig für Schmetterlinge und Raupen sehr praktisch. Wenn mit Schnittfutter gearbeitet wird, halten Futterröhrchen mit Silikondeckel Zweige und Stiele länger frisch und reduzieren Nässe im Aufzuchtbereich.
Aufzucht und Haltung
Richtwerte zur Orientierung für Totenkopfschwärmer Entwicklungsdauer und Ei Raupe Puppe Dauer bei warmer, stabiler Haltung: Ei etwa 8 Tage, Raupe etwa 22 Tage, Vorpuppe etwa 4 Tage, Puppe etwa 23 Tage. Temperatur, Futterqualität und Haltungsruhe entscheiden spürbar über Tempo und Stabilität, daher lohnt konstantes, stressarmes Handling.
Nach dem Schlupf starten die Jungraupen am besten direkt am frischen Blatt. In den ersten Tagen ist Ruhe wichtiger als viel Aktion: lieber wenig, sehr frisches Futter anbieten und sauber halten, statt ständig umzubauen. Wenn eine Raupe zögerlich startet oder plötzlich aufhört, liegt es häufig an Futterfrische, Mikroklima oder Unruhe. Für typische Ursachen und saubere Gegenmaßnahmen hilft der Ratgeber Wenn Raupen nicht fressen – mögliche Ursachen & Tipps.
Mit zunehmender Größe werden Totenkopfschwärmer Raupen extrem futterstark und produzieren sehr viel Kot. Das bedeutet: viel Platz, gute Belüftung und regelmäßiges Entfernen von Resten. Zugluft und austrocknende Luft werden vermieden, gleichzeitig bleibt die Umgebung trocken genug, damit nichts muffig wird. Kurz vor der Verpuppung stellt die Raupe die Nahrungsaufnahme ein, wandert umher und sucht aktiv ein grabfähiges Substrat. Ich mache es so: Leere Milchpackung nehmen, obere 5 cm abschnieden, mit leicht (!) feuchter Gartenerde bis 5 cm unter Rand auffüllen. Ist deine Gartenerde sehr lehmig, dann lockere sie mit 50% Kompost, Streu auf. Umherwandernde Raupe dazu. Fest abdecken, zB ein Buch oben auf die Packung legen. 12 h warten.
Die Puppe liegt in einer Erdkammer. Sie wird nur leicht feucht gehalten, niemals nass. In Mitteleuropa ist Totenkopfschwärmer Überwinterung als Puppe im Freiland nicht zuverlässig, eine kontrollierte, fachgerechte Überwinterung ist anspruchsvoll und stark vom individuellen Verlauf abhängig. Eine gute, vorsichtige Einordnung und praxisnahe Grundregeln stehen im Artikel Puppen überwintern. Aber die Überwinterung funktioniert meist nicht, züchte die Falter lieber durchgängig. Liguste rist immer vorhanden...
Der Falter nimmt keinen klassischen Blütennektar wie viele Schwärmer, dafür aber sehr gut zuckerreiche Lösungen und Honig. Für die Falterpflege funktioniert eine Honig-Wasser oder Zuckerwasser aMIschung in einem Flaschendeckel. Du musst die Falter festhalten und den Rüssel aufdrehen und in die Flüssigkeit führen.
Bei Bedrängnis sind Lautäußerungen möglich, das passt zu Totenkopfschwärmer quieken als Alltagserlebnis. Das bekannte Analhorn ist weiterhin kein Stachel.
Paarung und Zucht von Totenkopfschwärmer
Acherontia atropos Paarung gelingt am besten nachts in einem ruhigen, dunklen Umfeld mit ausreichend Raum. Der Falter ist kräftig, daher ist stabile Unterbringung wichtig. Ein luftiger Käfig mit Sitzmöglichkeiten und einer klaren Dunkelphase erhöht die Chance auf Kopulation deutlich. Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen die Eier einzeln an passende Wirtspflanzen, häufig an der Blattunterseite. Unter guten Bedingungen sind sehr hohe Eizahlen möglich, daher wird Acherontia atropos Zucht schnell zu einem intensiven Projekt mit großem Futterbedarf im letzten Raupenstadium.
Was noch zu sagen ist
Der Totenkopfschwärmer wirkt spektakulär und wird oft als gefährlich eingeordnet, biologisch ist er das nicht. Es gibt keinen Giftstachel, weder beim Falter noch bei der Raupe. Die Raupe kann bei grobem Handling knabbern, das ist im Alltag unproblematisch. Eine zweite, oft unterschätzte Besonderheit ist die Anpassung an Bienenstöcke: Totenkopfschwärmer Bienenstock Honig ist kein Mythos, sondern ein reales Verhaltensmuster, das den Falter einzigartig macht.
Totenkopfschwärmer im Garten unterstützen
Als Nachtfalter profitiert der Totenkopfschwärmer besonders von weniger Licht in der Nacht. Außenbeleuchtung am Haus wird so reduziert, dass sie nur bei Bedarf läuft, idealerweise per Bewegungssensor. Leuchten werden nach unten gerichtet, nicht nach oben oder in die Fläche, und die Lichtfarbe bleibt warm. Je greller und kälter das Licht, desto problematischer für Nachtfalter, je näher an warmem Bernstein, desto besser. Auch Luftverschmutzung belastet Insekten und ihre Lebensräume, saubere Luft und weniger Abgase helfen indirekt über gesündere Futterpflanzen und stabilere Nachtökosysteme.
Der wichtigste Hebel bleibt Lebensraum. Schmetterlinge sind selten, weil Raupen keine Lebensräume finden. Vielfalt schafft Vielfalt, und das muss keine Arbeit machen. Ein Quadrat von mindestens ca 3 × 3 m wird einfach in Ruhe gelassen, mindestens 2 Jahre nicht mähen, nicht düngen, wenig betreten. Das Gebiet bleibt mehrere Jahre wild, damit überwinternde Insekten eine Chance haben. Später kann wieder zurückgepflegt werden, während an anderer Stelle eine neue wilde Ecke entsteht.
Im Garten werden keine Gifte eingesetzt. Meist verschwinden vermeintliche Schädlinge von allein, und wer Raupen bekämpfen will, sollte den tatsächlichen Nachteil nüchtern abwägen. Wenn ein Gespinst im Obstbaum stört, hilft oft schon ein kräftiger Wasserstrahl, statt zu sprühen. Spread the message, im Gespräch mit Nachbarn und Entscheidungsträgern entstehen oft die größten, schnellsten Verbesserungen für Schmetterlinge und Nachtfalter.
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