Haltung und Zucht von Actias luna - Mondspinner

Der Mondspinner (Actias luna) ist ein beeindruckender Nachtfalter, bekannt für seine smaragdgrüne Färbung und die langen „Schwänze“ an den Hinterflügeln. Wer bisher nur europäische Arten kennt, staunt oft über die Größe. In Nordamerika wird Actias luna außerdem häufig von Hobby-Züchtern aufgezogen – vor allem, weil man den gesamten Zyklus gut beobachten kann. Dieser Bericht beleuchtet Verbreitung und Lebensweise und zeigt eine praktische, sichere Aufzucht.

Actias luna

Natürliche Lebensweise

Der Mondspinner ist in weiten Teilen der östlichen USA sowie im Süden Kanadas beheimatet. Er lebt vor allem dort, wo Laubwälder und passende Futterbäume vorkommen, und taucht auch in Parks und Gärten auf, wenn die Wirtspflanzen in der Nähe sind.

Der Lebenszyklus variiert je nach Region und Witterung: Im Norden gibt es oft nur eine Generation pro Jahr, weiter südlich sind mehrere Generationen möglich. Die letzte Generation des Jahres spinnt sich in einen Seidenkokon und überwintert als Puppe. Wichtig für die Praxis: Der erwachsene Falter frisst nicht und lebt deshalb nur kurz – die Energie stammt vollständig aus der Raupenzeit.

Futterpflanzen für Actias luna

In der Zucht werden als zuverlässige Startpflanzen besonders Walnuss und Birke genutzt; je nach Herkunft der Tiere funktionieren auch weitere Laubgehölze gut. In der Praxis werden außerdem Amberbaum und Hainbuche häufig genannt, teils auch Weißdorn – bei Alternativen lohnt es sich, vorsichtig zu testen, weil nicht jede Linie jede „gemeldete“ Wirtspflanze gleich gut annimmt. Am sichersten ist es, zunächst mit einer bewährten Pflanze zu starten und erst dann schrittweise zu variieren.

Vorbereitung

Für eine erfolgreiche Zucht von Actias luna ist keine aufwendige Vorbereitung nötig. Für den Start reichen oft ein kleines Glas oder eine kleine Dose, Küchenpapier und frische, möglichst pestizidfreie Futterzweige. Ein luftigeres Setup wird erst später wichtig, wenn die Raupen größer werden. Wer es besonders übersichtlich und komfortabel möchte, kann mit geeignetem Zubehör arbeiten – nötig ist es für den Einstieg aber nicht.

Aufzucht und Haltung

Der Zyklus beginnt mit den Eiern, die bei Raumtemperatur in einem sehr kleinen Behälter ausgebrütet werden. Bewährt hat sich ein kleines Wasserglas oder eine Mini-Dose, straff mit Klarsichtfolie verschlossen; nur ab und zu kurz lüften, damit kein Kondenswasser stehen bleibt. Alternativ kann ein Jungraupen- und Eier-Behälter den Start besonders sicher machen. Besprühe die Eier nicht mit Wasser. Je nach Temperatur schlüpfen die Raupen typischerweise nach rund ein bis zwei Wochen.

Nach dem Schlupf ist es wichtig, nur sehr wenig Futter zuzugeben: am Anfang genügt ein kleines, frisches Blattstück. Gerade die ersten Räupchen sind klein und gehen in großen Behältern oder in „Blattbergen“ leicht verloren. Wenn trotz frischem Futter keine Fraßspuren zu sehen sind, hilft oft ein konsequent kleiner Start – die häufigsten Ursachen und Sofortmaßnahmen sind in Wenn Raupen nicht fressen – mögliche Ursachen & Tipps zusammengefasst.

Frisch geschlüpfte Jungraupen können in den ersten Tagen farblich variieren und wirken oft zunächst „unruhig“, bis sie sich am Futter etabliert haben. Später werden sie typisch grün; Fraßspuren und Kotkrümel sind die besten Zeichen, dass alles passt. Vor einer Häutung verharren die Raupen meist ruhig und sollten dann nicht gestört werden; nach der Häutung wird die alte Haut manchmal mitgefressen.

Halte den Startbehälter sauber und vermeide Staunässe: Küchenpapier am Boden hilft, Feuchtigkeit zu puffern und Kot leichter zu entfernen. Ein häufiger Fehler ist es, zu viel Futter zu geben – überschüssige Blätter welken, können schimmeln und machen es den winzigen Raupen schwerer, das wirklich frische Futter zu finden. Für L1 kann ein geschlossener, kleiner Behälter sinnvoll sein; sobald die Raupen größer werden, ist deutlich mehr Belüftung wichtig.

Sobald die Raupen etwa ab 1–2 cm Größe unterwegs sind, sollte die Haltung luftiger werden. Dann funktioniert ein feinmaschiges Aufzuchtnetz sehr gut, weil Futterzweige dort länger frisch bleiben und der „Muff“ aus geschlossenen Boxen verschwindet. Achte darauf, dass Raupen nicht in Wassergefäße gelangen können (Öffnungen immer sicher abdecken).

Etwa nach mehreren Wochen (stark abhängig von Temperatur und Futter) suchen die Raupen einen ruhigen Platz und spinnen ihren Kokon häufig in oder an Blättern. Es hilft, etwas Blattmaterial anzubieten und beim Ausräumen vorsichtig zu sein, damit Kokons nicht versehentlich entsorgt werden. Das ist eine Besonderheit bei dieser Art! Mir ist es bei dieser ARt schon öfter passiert, dass ich beinahe Kokons entsorgt hätte. Also: Vertrocknete Blätter vor dem entsorgen immer leicht zusammendrücken, dann spürt man, ob sich eventuell eine Puppe darin versteckt hat. Ist der Kokon ausgehärtet, kann er vorsichtig umgesetzt werden. Ohne Winterruhe schlüpft der Falter oft nach wenigen Wochen; bei Herbstkokons ist Überwinterung üblich. Für eine sichere, kontrollierte Diapause ist Puppen überwintern die passende Schritt-für-Schritt-Basis. Nach dem Schlupf braucht der Falter mehrere Stunden, um die Flügel vollständig zu entfalten und zu härten; dabei möglichst nicht stören. Nicht in die Natur entlassen.

Paarung und Zucht von Actias luna

Die Paarung kann in Gefangenschaft gut gelingen, wenn Bedingungen stimmen: Dunkelheit in der Nacht, Ruhe und ausreichend Platz. Ein luftiger Netzkäfig ist dafür besonders geeignet. Weibchen „rufen“ nachts mit Duftstoffen (häufig um Mitternacht), Männchen finden sie über ihre deutlich größeren, fächerförmigen Fühler. Nach der Paarung legt das Weibchen über ein bis mehrere Nächte Eier ab, die zur kontrollierten Weiterzucht in einen separaten kleinen Behälter übernommen werden können.

Was noch zu sagen ist

Actias luna ist eine dankbare Art, wenn man die Startphase klein und sauber hält und später konsequent auf gute Belüftung umstellt. Zwei kleine Besonderheiten machen sie zusätzlich spannend: Der Falter frisst als Erwachsener nicht, und die langen Hinterflügel-Schwänze scheinen bei Angriffen von Fledermäusen eine akustische Ablenkung zu sein. Eier oder Raupen sind – je nach Saison – im Shop als Actias luna verfügbar; die Grundprinzipien der Aufzucht lassen sich auch auf nahe verwandte Mondspinner-Arten übertragen.

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