Haltung und Zucht von Antheraea pernyi (Chinesischer Eichenseidenspinner)

Kurzbeschreibung der Art

Der Chinesische Eichenseidenspinner Antheraea pernyi ist ein großer Seidenspinner aus Ostasien, bekannt für seinen kräftigen, sandfarbenen Kokon und eine robuste, gut beobachtbare Entwicklung vom Ei bis zum Falter. Die Eier sind oval und wenige Millimeter groß. Die frisch geschlüpfte Raupe ist zunächst dunkel und wird mit den Häutungen deutlich grün; typisch sind kleine Erhebungen am Körper und insgesamt ein „stabiler“, kräftiger Raupenbau. Zur Verpuppung spinnt die Raupe einen festen, ovalen Kokon, der meist in oder an Blättern sitzt und zusätzlich an Zweigen fixiert ist. Der Falter ist groß, braun bis ocker gefärbt und zeigt auf den Flügeln auffällige Zeichnungen mit augenähnlichen Elementen.

Natürliche Lebensweise

Antheraea pernyi stammt aus gemäßigten Regionen Ostasiens und ist eng an Laubwälder gebunden, in denen Eichen häufig dominieren. Die Entwicklung läuft in klaren Stufen ab, wobei Temperatur, Tageslänge und Linie den Jahresrhythmus stark beeinflussen. Typische Entwicklungsdauern unter warmen, stabilen Bedingungen sind: Ei 11 Tage, Raupe 48 Tage, Puppe 30 Tage. Je nach Linie und Jahreszeit kann die Puppe eine längere Ruhephase einlegen und im Kokon über mehrere Monate bis zur nächsten Saison warten. Die Raupe durchläuft fünf Häutungen, verändert dabei Farbe und Körperstruktur sichtbar und frisst sich über mehrere Wochen kontinuierlich durch das Blattwerk, bevor sie mit der Kokonbildung beginnt. Ein Weibchen legt häufig mehrere hundert Eier, weshalb bereits eine kleine Zucht schnell „viel Leben“ im Behälter bedeutet.

Futterpflanzen für Chinesischer Eichenseidenspinner

Die wichtigste Futterpflanze für die Antheraea pernyi Raupe ist die Eiche, am zuverlässigsten funktionieren Eichenarten als frisches, unbehandeltes Laub. Je nach Linie und Verfügbarkeit werden außerdem angenommen: Eiche (Quercus-Arten, z. B. Stieleiche Quercus robur, Traubeneiche Quercus petraea, Japanische Sägezahn-Eiche Quercus acutissima), Buche (Fagus sylvatica), Kastanie (Castanea sativa), Hainbuche (Carpinus betulus), Hasel (Corylus avellana), Birke (Betula-Arten), Erle (Alnus-Arten), Weide (Salix-Arten), Pappel (Populus-Arten), Ulme (Ulmus-Arten), Liguster (Ligustrum vulgare).

Für einen sicheren Start lohnt es sich, bei der Futterpflanze konsequent zu bleiben und nur auf frisches, sauberes Laub zu setzen. Antheraea pernyi frisst deutlich zuverlässiger, wenn die Blätter weder welk noch „zäh-alt“ sind und das Mikroklima im Behälter nicht kippt.

Vorbereitung

Wähle die Futterpflanze so, dass sie garantiert frei von Spritzmitteln ist. Sammle lieber öfter kleine Mengen als selten große Bündel. Frische, sattgrüne Blätter und saubere Zweige sind die Basis, weil das Futter im Behälter schnell an Qualität verliert. Wenn du Zweige länger frisch halten willst, ist eine stehende Wasserquelle hilfreich, die nicht umkippt und keine offenen Wasserflächen im Zuchtbereich erzeugt, dafür eignen sich Futterröhrchen mit Silikondeckel sehr gut.

Eier werden in einem sehr kleinen Behälter gehalten, luftdicht mit Klarsichtfolie verschlossen, nur gelegentlich kurz lüften. Das Ziel ist ein stabiles Mikroklima ohne Tropfenbildung. Lege anfangs nur sehr wenig Blattmaterial dazu, damit nichts unnötig welkt und Feuchtigkeit in den Behälter bringt.

Für den Start reichen oft Glas/kleine Dose, passende Futterpflanzen. Ein Netz oder ein selbst gebautes Habitat macht es später einfacher und luftiger. Wer es besonders sauber und bequem möchte, kann ein Komplettset nutzen.

Aufzucht und Haltung

Nach dem Schlupf braucht die Antheraea pernyi Raupe vor allem Nähe zum frischen Blatt, Ruhe und ein übersichtliches Setup. In den ersten Tagen ist „zu viel“ fast immer der größere Fehler als „zu wenig“: wenige, sehr frische Blätter sind besser als ein großer Haufen, der schnell welkt und das Mikroklima belastet. Mit jeder Häutung steigt der Platzbedarf deutlich, und ab einer gewissen Größe wird mehr Luft wichtiger als maximale „Dichtheit“. Spätestens dann ist der Umzug in ein luftiges Aufzuchtnetz eine saubere, sichere Lösung, weil Futter und Kot trockener bleiben und die Tiere weniger Stress durch schlechtes Klima bekommen.

Halte das Laub konsequent frisch und entferne welke Blätter frühzeitig. Direkte Sonne im Behälter führt schnell zu Überhitzung, das endet besonders bei Jungraupen oft schlecht. Wenn eine Raupe plötzlich zögert oder nicht startet, liegt es sehr häufig an Futterfrische, falscher Pflanze, zu großem Startbehälter oder einem gekippten Mikroklima. Für eine schnelle, saubere Fehlersuche hilft der Ratgeber Wenn Raupen nicht fressen – mögliche Ursachen & Tipps.

Für die Kokonphase braucht Antheraea pernyi Struktur. Gib rechtzeitig Zweige und etwas Blattmaterial mit in das Habitat, damit die Raupe einen festen Platz findet und der Kokon gut fixiert werden kann. Beim Reinigen und Umsetzen immer vorsichtig sein, weil Kokons gern in Blättern „versteckt“ sitzen und sonst versehentlich entsorgt werden.

Paarung und Zucht von Chinesischer Eichenseidenspinner

Für eine geplante Antheraea pernyi Zucht ist es ideal, mehrere Falter zeitnah schlüpfen zu lassen und ihnen einen ruhigen, ausreichend großen Raum zu geben. Nach dem Schlupf sollten die Tiere ungestört aushärten und ihre Flügel vollständig entfalten. Die Paarung erfolgt typischerweise bei gedämpftem Licht, und nach erfolgreicher Kopulation beginnt das Weibchen mit der Eiablage an geeigneten Oberflächen. Für die weitere Aufzucht werden die Eier wieder klein und übersichtlich gehalten, luftdicht mit Klarsichtfolie verschlossen und nur kurz gelüftet, damit die Luft stabil bleibt und keine Tropfen entstehen.

Was noch zu sagen ist

Antheraea pernyi ist eine nicht heimische Art. Sie gehört als Zuchtprojekt in kontrollierte Haltung und nicht in die freie Natur. Auch bei scheinbar passenden Temperaturen bleiben Zuchtlinien und Jahresrhythmus entscheidend, und ein „Aussetzen“ schafft keine sinnvolle Unterstützung. Wenn eine Linie eine längere Ruhephase im Kokon einlegt, ist eine ruhige, kühle und kontrollierte Lagerung der sichere Weg, dazu passt als Orientierung Puppen überwintern. Beim Futter gilt grundsätzlich: keine Blätter aus Bereichen, die mit Insektiziden oder „Bio“-Mitteln gegen Raupen und Blattläuse behandelt wurden, weil schon geringe Rückstände empfindliche Raupen schädigen können.

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