Haltung und Zucht vom Ligusterschwärmer (Sphinx ligustri)
Kurzbeschreibung der Art
Sphinx ligustri, der Ligusterschwärmer, ist einer der größten heimischen Schwärmer. Der Falter wirkt kräftig und deutlich kontrastreich, viele erkennen ihn sofort als Schwärmer rosa schwarz: braun gemusterte Vorderflügel, kräftig rosafarbene Hinterflügel mit dunklen Bändern und ein auffällig gebänderter Hinterleib. Die Ligusterschwärmer Raupe ist ebenso markant: eine sehr große, leuchtend grüne Raupe mit Horn, sieben schrägen hellen Seitenstreifen und einem gebogenen dunklen Analhorn. Kurz vor der Verpuppung verfärbt sie sich oft bräunlich und wird wanderaktiv.
Natürliche Lebensweise
Der Ligusterschwärmer nutzt strukturreiche Landschaften wie Hecken, Waldränder, lichte Wälder, Auen sowie Gärten und Parks. Entsprechend taucht die Raupe an Ligusterhecke oder als Raupe an Flieder auch in Siedlungsnähe auf, wenn geeignete Futtergehölze vorhanden sind. In Mitteleuropa entsteht meist eine Generation pro Jahr: Eiablage im Sommer, Raupenentwicklung bis in den Spätsommer, anschließend Verpuppung im Boden und Überwinterung als Puppe. Einzelne Puppen können als Puppe überliegen und erst nach einem zusätzlichen Winter schlüpfen; gelegentlich wird auch eine zweite Generation Ligusterschwärmer beobachtet, vor allem bei sehr warmen Bedingungen.
Futterpflanzen für Ligusterschwärmer
Die Raupe frisst am zuverlässigsten Liguster, daher passt der Trivialname perfekt. Sehr gut funktionieren außerdem Flieder, Esche und je nach Angebot im Garten auch Schneeball, Heckenkirsche, Schneebeere, Holunder, Pfaffenhütchen oder Forsythie. Praktisch heißt das: Wenn Sphinx ligustri im Bestand ist, entscheidet oft die passende Futterpflanze über den Erfolg. Wichtig ist frisches, sauberes, ungespritztes Schnittgrün und ein regelmäßiger Wechsel, weil große Raupen viel fressen und schnell Feuchtigkeit in die Haltung bringen.
Vorbereitung
Eier werden in einem sehr kleinen Behälter gehalten (z. B. kleines Wasserglas), luftdicht mit Klarsichtfolie verschlossen, nur gelegentlich kurz lüften.
Für den Start reicht ein sehr einfaches Setup: ein kleiner, glatter Behälter für die Eier, Küchenpapier für Hygiene und die ersten frischen Triebe der Futterpflanze. Sobald die Raupen größer werden, helfen luftige Behälter und saubere Routinen dabei, Kondenswasser und Schimmel zu vermeiden. Wenn die Entwicklung Richtung Verpuppung geht, braucht es rechtzeitig lockeren Bodengrund, weil die Verpuppung im Boden stattfindet.
Für den Start reichen oft Glas/kleine Dose, Küchenpapier und passende Futterpflanzen. Ein Netz oder ein selbst gebautes Habitat macht es später einfacher und luftiger. Wer es besonders sauber und bequem möchte, kann ein Komplettset nutzen.
Aufzucht und Haltung
Nach dem Schlupf starten die Jungraupen klein und wachsen mit jeder Häutung sichtbar. Bei stabiler Wärme liegt die Eientwicklung oft bei nur 10 Tage, bei kühleren Bedingungen kann sie bis 21 Tage dauern. Die Raupenzeit dauert häufig 6 Wochen, je nach Temperatur und Futterqualität. In den letzten Stadien sind die Tiere sehr futterstark; frische Zweige in passender Länge und eine saubere, trockene Umgebung sind dann entscheidend.
Ein deutliches Signal für die Vorverpuppung ist der Wechsel im Verhalten: die Raupe stellt das Fressen ein, wird bräunlicher und läuft suchend umher. Das ist normal und gehört dazu. Jetzt zählt Ruhe und ein geeignetes Substrat: lockere Erde oder ein ähnlicher, grabfähiger Bodengrund in ausreichender Höhe, damit die Raupe eine stabile Erdhöhle anlegen kann. Wer dazu mehr Praxiswissen möchte, findet in Puppen überwintern eine saubere, alltagstaugliche Orientierung für die Puppenphase, inklusive typischer Fehlerquellen bei Lagerung und Feuchtigkeit.
Wenn zwischendurch Fresspausen auftreten, hilft meist der Blick auf Häutung, Temperatur und Frische der Triebe. Häufig beruhigt sich die Situation, sobald das Mikroklima wieder passt oder der Häutungswechsel abgeschlossen ist; kompakte Schritte dazu stehen in Wenn Raupen nicht fressen. Für größere Raupen wird die Haltung in einem luftigen Behälter spürbar einfacher, zum Beispiel in einem Netzkäfig für Schmetterlinge und Raupen, weil Zweige besser abtrocknen und die Tiere mehr Platz haben.
Paarung und Zucht von Ligusterschwärmer
Für die Zucht braucht es ausreichend Platz, Ruhe und ein nächtliches Mikroklima, das dem natürlichen Aktivitätsfenster entspricht. Ein luftiges Habitat unterstützt die Bewegung und reduziert zugleich Kondensfeuchte. Nach erfolgreicher Paarung erfolgt die Eiablage Ligusterschwärmer bevorzugt an Blattunterseiten geeigneter Futterpflanzen, häufig einzeln oder in kleinen Gruppen. Frische Liguster- oder Fliederzweige direkt im Eiablagebereich erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer sauberen Ablage und erleichtern das spätere Handling der Eier.
Wer mit mehreren Weibchen arbeitet, trennt Eiablagebereiche am besten räumlich, damit die Eier übersichtlich bleiben. Für eine saubere, kontrollierte Aufzucht im frühen Stadium sind kleine, gut zu reinigende Röhrchen oder Halter praktisch, zum Beispiel Futterröhrchen mit Silikondeckel, weil Triebe länger frisch bleiben und weniger frei im Behälter liegen.
Was noch zu sagen ist
Der Ligusterschwärmer ist ein heimischer Nachtfalter, deshalb lohnt ein Blick auf Licht im Außenbereich: Lichtverschmutzung stört die Orientierung und zieht Tiere aus geeigneten Lebensräumen heraus. Außenlampen am Haus und im Garten wirken am besten schmetterlingsfreundlich, wenn sie nur bei Bedarf laufen, per Bewegung geschaltet sind, nach unten gerichtet montiert werden und eine warme, bernsteinfarbene Lichtfarbe nutzen. Je greller und je mehr nach oben abgestrahlt wird, desto belastender ist es für viele Nachtfalter.
Wer den Ligusterschwärmer im Garten unterstützen will, profitiert außerdem von einem entspannten Umgang mit vermeintlichen Schädlingen. Gifte helfen meist kaum nachhaltig, und häufig verschwinden Probleme von selbst, wenn natürliche Gegenspieler Zeit bekommen. Wenn wirklich eingegriffen werden soll, ist mechanisch oft die beste Lösung: Gespinste im Obstbaum lassen sich mit einem kräftigen Wasserstrahl lösen, ohne das Umfeld zu belasten.
Ligusterschwärmer im Garten unterstützen
Nektarpflanzen für Schmetterlinge sind toll. Man kann dadurch Tiere beobachten – gönn dir das. Heimische Pflanzen sind ideal, aber auch andere Arten sind erlaubt und schließen Nektarlücken in der ausgeräumten Landschaft. Gleichzeitig sind Nektarpflanzen selten der limitierende Faktor. Schmetterlinge sind selten, weil Raupen keine Lebensräume finden. Wer verstehen will, wie man Sphinx ligustri in den Garten lockt, gewinnt vor allem über Struktur, Ruhe und passende Futtergehölze.
Vielfalt schafft Vielfalt: Eine kleine wilde Ecke reicht oft schon, damit wieder mehr Leben einzieht. Ein Praxisbeispiel ist eine Fläche von mindestens 3 × 3 m, die vorher gepflegt war, zum Beispiel Rasen. Diese Fläche wird einfach in Ruhe gelassen, mindestens 2 Jahre nicht mähen, nicht düngen, wenig betreten. Das macht keine Arbeit und belohnt mit überraschend viel Bewegung im Garten. Wichtig ist, dass Bereiche mehrere Jahre wild bleiben, weil dort Insekten überwintern. Später kann man wieder zurückpflegen und an anderer Stelle eine neue wilde Ecke zulassen.
Zusätzlich hilft konsequentes Lichtmanagement: unnötige Beleuchtung abbauen, Beleuchtung an Bewegung koppeln, Leuchten nach unten ausrichten und warmes, bernsteinfarbenes Licht wählen. So bleiben nächtliche Orientierungsräume erhalten, und der Garten wird für Nachtfalter deutlich verträglicher.
Spread the message! Gespräche mit Nachbarn und Entscheidungsträgern bringen oft mehr als Einzelaktionen: weniger Gifte, mehr wilde Strukturen, weniger Licht in der Nacht und mehr Hecken- und Saumstrukturen sind einfache Stellschrauben, die sofort wirken.
Wenn du Sphinx ligustri selbst aufziehen möchtest, findest du die Art im Shop als Ligusterschwärmer.
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