Haltung und Zucht von Vanessa atalanta - Admiral

Haltung und Zucht von Vanessa atalanta – Admiral

Kurzbeschreibung der Art

Der Admiral Schmetterling (Vanessa atalanta) ist ein sehr bekannter Tagfalter aus der Familie der Edelfalter. Auffällig sind die tiefdunklen Flügel mit leuchtend roten Bändern und hellen Flecken an der Flügelspitze. Die Raupe ist oft dunkel und wirkt wie eine schwarze stachelige Raupe, lebt aber meist gut versteckt in einem „Blattzelt“ an Brennnesseln.

Natürliche Lebensweise

Der Admiral Wanderfalter ist kein klassischer „Standfalter“: In Europa finden jedes Jahr ausgeprägte Zu- und Abwanderungen statt, im Herbst oft Richtung Süden. Gleichzeitig tauchen Admirale in milden Wintern immer häufiger auch weit nördlich auf – deshalb lautet eine häufige Beobachtung ganz real: Admiral im Winter ist möglich, vor allem an geschützten, milden Orten. 

Die Weibchen legen die Eier einzeln an junge Brennnesselblätter. Nach dem Schlupf baut jede Raupe ihr eigenes Blattzelt (zusammengesponnene bzw. eingerollte Blätter) und lebt überwiegend einzelgängerisch. Verpuppt wird sich häufig in der letzten Blatttüte an der Futterpflanze; die Admiral Puppe ist eine frei hängende Stürzpuppe, oft mit goldenen Flecken. 

Erwachsene Tiere saugen nicht nur an Blüten, sondern sehr gern auch an Fallobst, gärenden Säften und Baumsaft. Das beantwortet direkt die typische Frage „Warum sitzt der Admiral auf Fallobst?“: Es sind energiereiche Zuckerquellen, die besonders im Spätsommer/Herbst wichtig sind. 

Futterpflanzen für Admiral

Für die Vanessa atalanta Raupe ist die wichtigste Futterpflanze Brennnessel: Besonders zuverlässig sind Große Brennnessel (Urtica dioica) und Kleine Brennnessel (Urtica urens). 

Weitere, teils regional berichtete Futterpflanzen sind Parietaria-Arten (Glaskraut/Pellitory-of-the-wall). Solche Alternativen sind aber eher Ergänzung als Standard; für eine sichere Aufzucht bleibt Brennnessel die erste Wahl.

Vorbereitung

Für Nesselfalter wie den Admiral gilt: Einzelne Eier sind extrem klein, ebenso die frisch geschlüpften Räupchen. Sie sind kaum sichtbar. Deshalb ist ein geschlossener, sehr übersichtlicher Start entscheidend, damit die Jungraupen nicht „verloren gehen“.

Eier werden in einem sehr kleinen Behälter gehalten (z. B. kleines Wasserglas), luftdicht mit Klarsichtfolie verschlossen, nur gelegentlich kurz lüften. Lege nur wenig, wirklich frisches Brennnesselblatt dazu, damit die ersten Fraßspuren schnell kontrollierbar bleiben. Optional (nicht zwingend) kann ein Jungraupen und Eier Behälter den Start besonders übersichtlich machen.

Wichtig bei Brennnessel: Nur unbehandelte Pflanzen verwenden (keine Spritzmittel, keine „verdächtigen“ Straßenränder). Schneide lieber häufiger frisch nach, statt altes Material im Behälter liegen zu lassen.

Für den Start reichen oft Glas/kleine Dose, Küchenpapier und passende Futterpflanzen. Ein Netz oder ein selbst gebautes Habitat macht es später einfacher und luftiger. Wer es besonders sauber und bequem möchte, kann ein Komplettset nutzen.

Aufzucht und Haltung

Der Admiral Lebenszyklus lässt sich bei typischer mitteleuropäischer Aufzucht (warm, hell, mit frischer Brennnessel) grob so einordnen: Ei 8 Tage, Raupe 23 Tage, Puppe 13 Tage, zusammen 44 Tage. Bei kühler Witterung kann es deutlich länger dauern, besonders die Puppenphase. 

In den ersten Tagen gilt: klein, sauber, kontrollierbar. Die Jungraupen bleiben am Anfang besser im kleinen, geschlossenen Behälter mit nur wenig Futter. Sobald die Raupen deutlich gewachsen sind, profitieren sie von mehr Luft und Platz. Ein Aufzuchtnetz ist dafür eine bequeme Lösung, weil es gut belüftet ist und sich Blattzelte, Häutungen und später die Verpuppung übersichtlich beobachten lassen.

Hygiene ohne Stress: Kot und welkes Pflanzenmaterial regelmäßig entfernen, aber nicht ständig umsetzen. Zu feuchte, stehende Luft fördert Schimmel; gleichzeitig sollten frisch geschlüpfte Tiere nicht austrocknen. Ein guter Rhythmus ist: kurz lüften, Futter frisch, Behälter sauber, ansonsten Ruhe.

Wenn eine Raupe plötzlich „nichts mehr frisst“, ist das oft normal (Häutungsvorbereitung) oder ein Hinweis auf falsches/zu altes Futter, zu großen Startbehälter oder ungünstiges Mikroklima. Dafür gibt es eine kompakte Troubleshooting-Seite: Wenn Raupen nicht fressen – mögliche Ursachen & Tipps.

Paarung und Zucht von Admiral

Admiral Zucht ist möglich, aber nicht immer „automatisch“. Männchen sind territorial, Paarungen gelingen am ehesten bei viel Licht, Wärme und ausreichend Raum. In großen, hellen Volieren oder sehr gut belichteten Räumen steigen die Chancen deutlich.

Für die Eiablage brauchen Weibchen frische Brennnesseltriebe, idealerweise junge Blätter. Die Eiablage erfolgt meist einzeln. Eine niedrige Besatzdichte ist sinnvoll, weil Raupen einzelgängerisch sind und sich sonst gegenseitig stören können. 

Was noch zu sagen ist

Zum Thema Admiral überwintern: In Mitteleuropa überwintert der Admiral häufig als Falter an geschützten Orten, in milden Regionen und Jahren sind auch andere Überwinterungsformen beobachtet worden. Wer im Winter einen Admiral findet (z. B. im Keller, Treppenhaus, Schuppen), sollte ihn nicht in warme Wohnräume holen: Wärme verbraucht schnell Energie und kann den Falter „zu früh“ aktivieren. Besser ist ein kühler, frostfreier, ruhiger Ort mit wenig Störung. 

Rechtlicher Hinweis (DE): Wildlebende Schmetterlinge unterliegen grundsätzlich dem allgemeinen Schutz. Je nach Situation (Ort, Bundesland, Schutzgebiet, Grundstücksrechte) kann das Entnehmen, Aufziehen oder Freilassen rechtlich unterschiedlich bewertet werden. Im Zweifel gelten die regionalen Regelungen.

Admiral im Garten unterstützen

Nektarpflanzen für Schmetterlinge sind toll. Man kann dadurch Tiere beobachten – gönn dir das. Heimische Pflanzen sind ideal, aber auch andere Arten sind erlaubt und schließen Nektarlücken in der ausgeräumten Landschaft.

Aber ehrlich: Nektarpflanzen sind nicht der limitierende Faktor. Schmetterlinge sind selten, weil Raupen keine Lebensräume finden. Vielfalt schafft Vielfalt. Wer wilde Bereiche im Garten zulässt, bekommt automatisch Schmetterlinge. Das macht keine Arbeit.

Praktisch heißt das: Ein Quadrat von mindestens 3 × 3 m, vorher gepflegt (z. B. Rasen), wird einfach in Ruhe gelassen. Mindestens 2 Jahre nicht mähen, nicht düngen, wenig betreten. Einfach nichts tun – und sich begeistern. Die Fläche sollte mehrere Jahre wild bleiben, weil viele Insekten dort überwintern. Später kann man wieder zurückpflegen und an anderer Stelle eine neue wilde Ecke zulassen.

Artspezifisch für den Admiral: Eine kleine Brennnesselecke in sonniger bis halbschattiger Lage ist der wichtigste Baustein, weil dort die Eier abgelegt werden und die Raupen in ihren Blattzelten aufwachsen. Das tolle beim Admiral, ihm helfen schon kleine Brennesegruppen! 5 bis 6 Pflanzen reichen schon aus. Im Herbst helfen blühender Efeu und auch liegen gelassenes Fallobst als Energiequelle – genau dann, wenn man den Admiral besonders häufig sieht.

Wer die Entwicklung aus nächster Nähe beobachten möchte: Die Art ist im Shop als Admiral (Vanessa atalanta) verfügbar.