Haltung und Zucht vom Distelfalter - Vanessa cardui
Kurzbeschreibung der Art
Der Distelfalter (Vanessa cardui) ist ein kosmopolitischer Wanderfalter aus der Familie der Edelfalter und gehört zu den am weitesten verbreiteten Schmetterlingen der Welt. Gerade in Kindergarten, Schule und zuhause wird er häufig gehalten, weil er robust ist, sich gut beobachten lässt und in der Regel unkompliziert bleibt, wenn Sauberkeit und ein passendes Setup stimmen. In Mitteleuropa tritt er oft als Einwanderer auf; ob ein Jahr viele oder wenige Tiere bringt, hängt stark vom Wetter und vom Zuzug ab.
Der Falter hat meist eine Flügelspannweite von etwa 45–60 mm. Oben wirkt er orange bis orangebraun mit schwarzer Zeichnung; die Flügelspitzen zeigen eine schwarze Zone mit mehreren weißen Flecken. Unten ist die Zeichnung marmoriert braun-grau, am Hinterflügel fallen mehrere kleine Augenflecke auf. Beim Unterschied Distelfalter Admiral hilft genau dieser Gesamteindruck: Der Admiral wirkt kontrastreicher mit deutlich rotem Band, der Distelfalter ist insgesamt wärmer orange und unten auffällig marmoriert. Schmetterling Distelfalter erkennen gelingt am sichersten, wenn man Ober- und Unterseite kurz vergleicht; für Distelfalter Bilder ist die Unterseite mit den kleinen Augenflecken oft besonders typisch.
Distelfalter Eier werden einzeln auf Blätter gesetzt und sind extrem klein, ungefähr wie ein Sandkorn. Auch frisch geschlüpfte Raupen sind winzig, weshalb ein kleiner, dicht schließender und ausbruchsicherer Behälter für die ersten Tage entscheidend ist, und weshalb man am Anfang nur sehr sparsam Futter zugibt. Aus dem Ei schlüpft eine Distelfalter Raupe, die deutlich bedornt wirkt und je nach Tier graubraun bis sehr dunkel sein kann; häufig sind gelbliche Seitenlinien erkennbar. Die Raupe baut an der Futterpflanze ein lockeres Seidengespinst, in dem sie geschützt frisst. Die Distelfalter Puppe hängt kopfüber als Stürzpuppe am Hinterende an einem Seidenpolster; anfangs eher grünlich, später oft silbrig bis grau, teils mit metallisch wirkenden Markierungen. Die Puppe kann je nach Temperatur deutlich unterschiedlich ausfallen, was die Entwicklung optisch spannend macht.
Natürliche Lebensweise
Der Distelfalter kommt ganzjährig vor allem in warmen Gebieten wie Afrika und Teilen Südeuropas vor. Von Mai bis Juli fliegt er häufig auch nach Deutschland und in viele andere Regionen ein. Als Wanderfalter kann er viele hundert Kilometer zurücklegen, wodurch Distelfalter Wanderung und Bestandsdichte stark vom jeweiligen Jahr geprägt sind. Der Distelfalter Lebenszyklus ist deshalb in Mitteleuropa oft eng mit Einwanderung und Folgegenerationen verknüpft.
Der Vanessa cardui Lebenszyklus ist temperaturabhängig. Für Vanessa cardui Ei Raupe Puppe Dauer sind typische Orientierungswerte: Ei 4–7 Tage, in kühler Haltung auch bis 10 Tage; Raupe oft 14–28 Tage, bei langsamer Entwicklung auch bis 35 Tage; Puppe meist 7–10 Tage bis zum Schlupf. Wann Distelfalter fliegen, hängt damit ebenfalls zusammen: In warmen Jahren können sich Folgegenerationen bis in den Spätsommer und Frühherbst zeigen.
Als Wanderfalter kann Vanessa cardui enorme Strecken zurücklegen. Die Distelfalter Migration verläuft mehrgenerational und reicht über weite Räume zwischen Afrika, dem Mittelmeerraum und Europa; die Vanessa-cardui-Sahara-Migration ist dafür ein bekanntes Beispiel. Besonders eindrucksvoll ist, dass auch eine transatlantische Verdriftung dokumentiert ist; die Strecke Vanessa cardui transatlantisch 4200 km zeigt, wie stark Wind und Flughöhe diese Distelfalter Wanderung beeinflussen können. In kalten Regionen gelingt Distelfalter überwintern meist nicht stabil, da Frost schlecht toleriert wird und lokale Bestände stark vom jährlichen Einwanderungsdruck abhängen.
Futterpflanzen für Distelfalter
Für die Aufzucht ist das Wichtigste, dass die Raupe eine passende, ungespritzte Futterpflanze bekommt; Distelfalter Raupenfutter ist zwar breitgestreut, aber nicht jede Pflanze ist gleich zuverlässig. Die Raupe frisst Pflanzen aus mehreren Familien, darunter Korbblütler, Malvengewächse, Hülsenfrüchtler, Raublattgewächse, Kreuzblütengewächse, Weinrebengewächse und auch Kürbisgewächse, wobei Disteln besonders gern angenommen werden.
Als Distelfalter Futterpflanzen funktionieren in der Praxis sehr gut Disteln wie Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense) und Speer-Distel (Cirsium vulgare), außerdem weitere Distel-Verwandte wie Carduus-Arten, Eselsdistel (Onopordum), Flockenblumen (Centaurea), Schafgarbe (Achillea) und Sonnenblume (Helianthus). Bei den Malven sind Malve (Malva sylvestris), Weg-Malve (Malva neglecta) und Moschus-Malve (Malva moschata) oft zuverlässig. Auch Große Brennnessel (Urtica dioica) wird gut angenommen und wird in der Aufzucht häufig als unkomplizierte Standard-Futterpflanze genutzt. Im Winter kann außerdem Rundwegerich (Plantago major) helfen, und als praktische Option kann die Raupe auch an frisch angeschnittener Zucchini frisst, weil die Frucht leicht verfügbar ist. Damit das wirklich passt, wird nüchtern geprüft, ob es sichtbare Fraßspuren gibt, regelmäßig Kot entsteht und die Raupe stabil weiterwächst; wenn nicht, wird zügig wieder eine bewährte Futterpflanze angeboten. Zucchini wird sauber gehalten, täglich gewechselt und konsequent entfernt, sobald sie schmierig wird oder schimmelt.
Alternativ kann die Raupe auch mit Kunstfutter in einer Plastikdose ernährt werden. Man sollte jedoch beachten, dass Kunstfutter oft mit Antibiotika versehen ist. Viele bevorzugen bei Distelfalter züchten mit Kindern ein naturnahes Erlebnis mit echter Futterpflanze; beides ist möglich, entscheidend bleiben Sauberkeit, passende Bedingungen und dass die Raupe zuverlässig frisst.
Vorbereitung
Für eine erfolgreiche Zucht ist keine aufwendige Vorbereitung notwendig. Viele starten mit einfachen Haushaltsmitteln, wichtig ist vor allem ein übersichtliches, sauberes Setup, das in den ersten Tagen klein und sicher bleibt und später mehr Luft zulässt. Ein Netz oder ein selbst gebautes Habitat kann die Haltung deutlich erleichtern, weil es luftiger ist und sich besser reinigen lässt.
Für den Start reichen oft Glas/kleine Dose, Küchenpapier und passende Futterpflanzen. Ein Netz oder ein selbst gebautes Habitat macht es später einfacher und luftiger. Wer es besonders sauber und bequem möchte, kann ein Komplettset nutzen.
Wenn du mit Schnittgrün arbeitest, hilft ein Futterröhrchen mit Silikondeckel, damit Blätter länger frisch bleiben und weniger schnell welken. Später wird es deutlich entspannter, wenn die Raupen in einem luftigen Aufzuchtnetz aufwachsen können, weil Feuchtigkeit besser abzieht und die Reinigung einfacher ist.
Aufzucht und Haltung
Der Zyklus beginnt mit den Eiern. Eier werden in einem sehr kleinen Behälter gehalten (z. B. kleines Wasserglas), luftdicht mit Klarsichtfolie verschlossen, nur gelegentlich kurz lüften. Eier werden nicht mit Wasser besprüht, weil das schnell zu Problemen mit Kondenswasser und Keimdruck führt. Der Behälter steht hell, aber niemals in direkter Sonne, damit keine Überhitzung entsteht; trockene Wände sind ein gutes Zeichen.
Nach dem Schlupf werden nur moderat und schrittweise kleine Mengen Futter hinzugefügt. Am Anfang genügt ein sehr kleines Stück, und es liegt möglichst nah bei den Jungraupen, damit sie es sofort finden. Ein häufiger Fehler ist zu viel Futter auf einmal: Überschüsse trocknen aus oder werden feucht, beides kann Probleme machen. Lieber öfter klein nachlegen, altes Futter entfernen und regelmäßig säubern.
Die jungen Raupen sind anfangs sehr klein und wirken oft unruhig, bis sie die Futterpflanze sicher gefunden haben. Fraßspuren und Kot sind die besten Zeichen, dass alles passt. Häufig spinnt sich die Raupe in ein kleines Gespinst ein; das ist normal und wird nicht entfernt. Kurz vor einer Häutung sitzt die Raupe still und darf nicht gestört werden; danach wird die alte Haut oft aufgefressen und das Wachstum geht weiter. Wenn eine Raupe scheinbar nicht frisst, sind Häutung, zu altes oder falsches Futter, ein zu großer Behälter oder eine ungünstige Luftfeuchte typische Ursachen. Eine ausführliche Einordnung dazu hilft der Ratgeber Wenn Raupen nicht fressen.
Sobald die Raupen größer werden und etwa 2 cm erreichen, wird mehr Luft wichtiger als maximale „Dichtheit“. Dann hilft es, die Belüftung deutlich zu verbessern, etwa durch eine Abdeckung mit sehr feinmaschigem Material oder durch den Umzug in ein luftiges Netz. Das geht auch mit Haushaltsmitteln, solange es feinmaschig, sauber und ausbruchsicher ist.
Zur Verpuppung wandert die Raupe nach oben und hängt die Puppe frei auf. Der Untergrund/Wände darf nicht zu glatt sein, und es braucht ausreichend Höhe und freien Raum nach unten, damit der frisch geschlüpfte Falter die Flügel ungestört entfalten kann. Am sichersten verbleiben Puppen dort, wo sie entstanden sind. Wenn eine Puppe umgesetzt werden muss, braucht es im Zielbehälter Strukturen, an denen ein frisch geschlüpfter Falter gut hochklettern und sich oben festhalten kann; schräg gestellte Äste oder raue Flächen helfen.
Der Distelfalter schlüpft meist nach etwa 7–10 Tagen aus der Puppe. Nach dem Schlupf sitzt er ruhig an einer höheren Stelle und pumpt langsam die Flügel auf. Dabei kann eine rötliche Flüssigkeit austreten; das sieht nach Blut aus, ist aber eine Stoffwechsel-Flüssigkeit. Wenn Distelfalter verkrüppelt schlüpfen, lag es häufig an zu wenig Platz, zu glatten Wänden oder Störung in der Phase, in der die Flügel aufpumpen und aushärten.
Für die Haltung eignet sich ein Netz, zum Beispiel ein sauberer Netzwäschekorb oder ein Netzkäfig. Füttern lässt sich der Distelfalter mit einer Zuckerlösung aus 10 Teilen Wasser und 1 Teil Zucker oder Fruchtzucker, angeboten in einem flachen Deckel. Alternativ funktioniert auch aufgeschnittenes Obst, zum Beispiel ein halber Apfel. Ein paar Stunden nach dem Schlupf kann der Falter vorsichtig auf die Hand krabbeln, und weil Distelfalter sehr gut fliegen, geht es drinnen oft schnell Richtung Fenster.
Paarung und Zucht von Distelfalter
Für Vanessa cardui Zucht ist Flugraum entscheidend. Die Paarung gelingt deutlich besser, wenn die Falter Platz zum Fliegen haben, es hell ist und ein ruhiges, warmes Mikroklima herrscht. Dauernde Störung und Enge senken die Paarungsrate spürbar; Distelfalter Paarung Gefangenschaft klappt am ehesten, wenn man den Tieren Licht, Luft und Ruhe gibt und den Flugraum nicht ständig umräumt.
Für die Eiablage stehen frische, ungespritzte Wirtspflanzen direkt im Flugraum. Da Distelfalter Eier einzeln auf Blätter gesetzt werden, ist eine gut belaubte Pflanze wichtiger als „viel auf einmal“. Mit Disteln oder Malven als Futterpflanze lässt sich die Eiablage oft besonders zuverlässig anstoßen, weil die Raupe diese Pflanzen später sehr gut annimmt und zügig frisst.
Was noch zu sagen ist
Der Distelfalter ist ein extremes Beispiel dafür, wie sehr Wetter und Landschaft die Bestände prägen. Masseneinwanderungen sind möglich, genauso wie Jahre mit wenigen Beobachtungen. Wer Vanessa cardui versteht, merkt schnell: Migration, Wind und Vegetationsschübe sind oft wichtiger als ein einzelner Garten oder ein einzelnes Biotop. Gleichzeitig ist die Art durch ihre klare Entwicklung vom Ei über die Raupe bis zur Puppe und zum Falter ideal, um den Wandel sichtbar und nachvollziehbar zu machen, wenn die Aufzucht sauber und sicher geführt wird.
Distelfalter im Garten unterstützen
Für den Überblick, wie man Schmetterlingen im Garten langfristig hilft, lohnt sich der ausführliche Artikel Schmetterlingen im Garten helfen.
Nektarpflanzen für Schmetterlinge sind toll, weil man dadurch Tiere beobachten kann und der Garten lebendiger wird. Heimische Pflanzen sind ideal, aber auch andere robuste Blühpflanzen können Nektarlücken schließen, wenn die Landschaft ausgeräumt ist. Trotzdem sind Blüten selten der limitierende Faktor: Schmetterlinge werden vor allem dort selten, wo Raupen keine Lebensräume und keine passenden Raupenfutterpflanzen finden. Wer wissen will, wie man Distelfalter in den garten lockt, denkt deshalb nicht nur an Blüten und Distelfalter Nahrung, sondern vor allem an Bereiche, in denen auch Disteln, Malven und andere passende Futterpflanzen wachsen dürfen, damit die Raupe später wirklich frisst.
Vielfalt schafft Vielfalt: Eine einfache, erstaunlich wirksame Praxis ist ein Quadrat von mindestens etwa 3 × 3 m, das vorher gepflegt war, zum Beispiel Rasen, und dann einfach in Ruhe gelassen wird. Nicht düngen, wenig betreten, möglichst mindestens 2 Jahre nicht mähen. Auf fetten, nährstoffreichen Böden kann es besser sein, ein- bis zweimal im Jahr nur einen Teilbereich spät zu mähen, Schnittgut abzuräumen und trotzdem kleine Überwinterungsinseln mit Altgras und Staudenstängeln stehen zu lassen. Diese wilde Ecke bringt der Distelfalter-Raupe nur dann direkt etwas, wenn dort oder am Rand wirklich Disteln oder Malven aufkommen; selbst wenn das nicht passiert, profitieren viele andere Insekten, und manchmal lässt man gezielt eine passende Pflanze aufwachsen, die später als Futterpflanze dient und nach ein paar Jahren bei Bedarf wieder entfernt werden kann.
Wasser und Trockenstress sind unterschätzt: Eine flache, sichere Feuchtstelle mit nassem Sand oder einer dauerhaft leicht feuchten Ecke hilft vielen Insekten, ohne dass eine tiefe Tränke zur Falle wird.
Pestizide sind der schnellste Weg, Raupen und Falter aus dem Garten zu verlieren. Keine Insektizide einsetzen, auch nicht „gezielt“ gegen Blattläuse oder Raupen auf Liguster oder Flieder, und bei vermeintlich sanften Mitteln wie Bt besonders vorsichtig sein, weil es viele Schmetterlingsraupen trifft. In der Praxis verschwinden viele „Schädlinge“ oft von allein, wenn Nützlinge Zeit bekommen; wer Raupen bekämpfen will, kann das gut hinterfragen, welcher reale Nachteil wirklich entsteht. Wenn etwas weg muss, klappt mechanisch fast immer: Gespinste im Obstbaum lassen sich oft mit einem kräftigen Wasserstrahl herauslösen, Raupen auf Kohl kann man absammeln und auf wilden Kohl setzen, statt Gift einzusetzen.
Spread the message! Rede mit Nachbarn und Entscheidungsträgern darüber, wie wenig Aufwand echte Verbesserungen brauchen: weniger Gifte, mehr wilde Ecken, mehr Struktur, mehr Ruheflächen. Gerade Wanderfalter wie der Distelfalter profitieren davon, wenn viele kleine Flächen zusammen ein Netz aus Lebensräumen bilden.
Wenn du Distelfalter züchten möchtest oder dir eine Aufzuchtlinie sichern willst, findest du die passende Art als Produkt im Shop unter Distelfalter (Vanessa cardui).
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