Haltung und Zucht von Polygonia c-album (C-Falter)

Kurzbeschreibung der Art

Der C-Falter (Polygonia c-album) ist ein heimischer Tagfalter mit stark gezackten Flügelrändern. Oberseits wirkt er orange mit dunkler Fleckung; unterseits sieht er oft wie ein trockenes Blatt aus. Typisch ist das kleine weiße „C“ auf der Hinterflügel-Unterseite, das der Art den Namen gibt. Die Flügelspannweite liegt meist bei etwa 40 bis 50 mm. C-Falter Eier werden einzeln abgelegt. Sie sind anfangs grün, verfärben sich mit der Zeit gelblicher und dunkeln vor dem Schlupf nach. Die C-Falter Raupe ist stachelig, dunkel bis schwarzgrau und trägt auffällige helle Zeichnungselemente; in späteren Stadien wirkt sie oft wie ein „Vogelkot-Mimikry“. Die Puppe ist kantig, farblich variabel (grünlich bis bräunlich) und hängt frei.

Natürliche Lebensweise

Polygonia c-album ist in weiten Teilen Eurasiens verbreitet und kommt auch in Deutschland häufig vor. Typische Lebensräume sind Waldränder, Hecken, Säume, Gärten und Parks; die Art nutzt sehr unterschiedliche Strukturen, solange passende Raupenpflanzen vorhanden sind.

Der C-Falter überwintert als erwachsener Falter in trockenen, geschützten Verstecken (zum Beispiel in Holzstapeln, Schuppen, Dachvorsprüngen oder dichter Vegetation) und kann an warmen Tagen schon sehr früh im Jahr aktiv werden. Im Jahresverlauf treten oft unterschiedlich gefärbte Saisonformen auf: Tiere, die in die Überwinterung gehen, sind unterseits meist dunkler und „blattähnlicher“.

Entwicklungsdauern bei normaler Zimmertemperatur: Ei etwa 6 Tage, Raupe etwa 21 Tage, Puppe etwa 13 Tage. In kühleren Phasen verlangsamt sich die Entwicklung spürbar, in warmen Phasen läuft sie schneller. Insgesamt entsteht vom Ei bis zum Falter oft in rund 6 Wochen ein fertiges Tier.

Futterpflanzen für C-Falter

Die C-Falter Raupe frisst je nach Angebot und Region mehrere Futterpflanzen. Besonders bewährt sind Große Brennnessel (Urtica dioica), Hopfen (Humulus lupulus), Ulmen wie Feld-Ulme/Berg-Ulme (Ulmus spp.), Weiden wie Salweide/Aschweide (Salix caprea, Salix cinerea), Johannisbeeren (Ribes spp., zum Beispiel Rote/Schwarze Johannisbeere), Stachelbeere (Ribes uva-crispa), Hasel (Corylus avellana), Hainbuche (Carpinus betulus); zusätzlich werden regional auch Birken (Betula spp.), Schlehe (Prunus spinosa) und Himbeere (Rubus idaeus) genutzt.

Für die Aufzucht klappt es am zuverlässigsten, wenn die Futterpflanze frisch, ungespritzt und gut annehmbar ist. Gerade bei sehr jungen Raupen lohnt es sich, zwei passende Pflanzen bereitzuhalten, damit ein Wechsel ohne Stress möglich ist.

Vorbereitung

Für Nesselfalter wie den C-Falter ist der Start-Behälter entscheidend: Die Eier sind extrem klein, ungefähr wie ein Sandkorn, und auch die frisch geschlüpften Raupen sind winzig. In großen Boxen oder bei zu viel Blattmaterial gehen sie leicht „verloren“, finden die frische Blattkante schlechter und das Mikroklima kippt schneller. Ein kleiner, luft- und ausbruchsicherer Behälter für die ersten Tage ist deshalb der sichere Weg.

Die Eier werden in einem sehr kleinen Behälter gehalten (z. B. kleines Wasserglas), luftdicht mit Klarsichtfolie verschlossen, nur gelegentlich kurz lüften.

Lege nur ein kleines, frisches Blattstück der Futterpflanze dazu und tausche es lieber öfter, statt viel auf einmal zuzugeben. Sobald Fraßspuren und kleine Kotkrümel zu sehen sind, ist die Orientierung am Futter gelungen. Wenn trotzdem keine Fraßspuren auftauchen, hilft oft ein konsequent kleiner Neustart mit frisch geschnittener Futterpflanze und ruhigem Standort; eine kompakte Fehlersuche steht im Artikel Wenn Raupen nicht fressen – mögliche Ursachen & Tipps.

Für den Start reichen oft Glas/kleine Dose, passende Futterpflanzen. Ein Netz oder ein selbst gebautes Habitat macht es später einfacher und luftiger. Wer es besonders sauber und bequem möchte, kann ein Komplettset nutzen.

Aufzucht und Haltung

In den ersten Tagen zählt Übersicht: wenig Blatt, dafür sehr frisch, und ein ruhiger Platz ohne direkte Sonne. Achte auf ein stabiles Mikroklima ohne tropfende Kondenswasserbildung. Entferne welk gewordenes Material zeitnah und ersetze es durch frische, trockene Blätter.

Wenn die Raupen größer werden, kippt das Gleichgewicht: Dann wird mehr Luft wichtiger als maximale „Dichtheit“. Spätestens ab etwa 2 cm Länge ist ein luftiger Aufzuchtraum deutlich entspannter, weil Futterzweige besser abtrocknen und die Tiere mehr Platz haben. Ein bequemer, sauberer Weg ist ein Netzkäfig für Schmetterlinge und Raupen.

Damit die Futterpflanze länger frisch bleibt, steht sie idealerweise mit dem Stiel im Wasser, ohne dass Feuchtigkeit in den Aufzuchtbereich läuft. Praktisch sind dafür Futterröhrchen mit Silikondeckel, weil sie Zweige sicher „im Wasser halten“, ohne dass neugierige Raupen in Öffnungen geraten oder Wasser ausläuft.

Vor der Verpuppung werden die Raupen ruhiger und suchen einen passenden Platz. In einem luftigen Setup findet die Puppe meist von selbst einen sicheren Hängepunkt. In dieser Phase hilft es, nicht ständig umzubauen und die Tiere möglichst wenig zu stören.

Paarung und Zucht von C-Falter

Für eine gezielte C-Falter Zucht braucht es Licht, Ruhe und genug Raum. In einem hellen, gut belüfteten Käfig mit Sitzmöglichkeiten steigen die Chancen auf Paarung deutlich. Für die Eiablage ist eine passende Futterpflanze im Käfig entscheidend, denn das Weibchen setzt die Eier einzeln und verteilt sie über geeignete Blätter.

Wenn die Eiablage starten soll, hilft ein klarer Rhythmus: tagsüber hell stellen, nicht dauernd bewegen, und frische Futterpflanzen so anbieten, dass das Weibchen sie in Ruhe inspizieren kann. Nach der Eiablage werden die C-Falter Eier am besten wieder klein und übersichtlich geführt, damit Schlupf und Startphase stabil bleiben.

Was noch zu sagen ist

Der C-Falter gilt in Deutschland als ungefährdet und ist nicht besonders geschützt, trotzdem hängen stabile Bestände im Alltag stark an Struktur, Raupenpflanzen und „stehen gelassenen“ Ecken.

C-Falter im Garten unterstützen

Ein ausführlicher Überblick mit Maßnahmen, die wirklich zählen, steht hier: Schmetterlingen im Garten helfen.

Nektarpflanzen für Schmetterlinge sind toll. Man kann dadurch Tiere beobachten – gönn dir das. Heimische Pflanzen sind ideal, aber auch andere Arten sind erlaubt und schließen Nektarlücken in der ausgeräumten Landschaft. Nektarpflanzen sind nicht der limitierende Faktor. Schmetterlinge sind selten, weil Raupen keine Lebensräume finden. Wer sich fragt, wie man C-Falter in den Garten lockt, landet fast immer bei derselben Basis: passende Raupen-Futterpflanzen, ruhige Ecken, und weniger „Ordnung“. Vielfalt schafft Vielfalt.

Ein praxisnaher Start ist eine wilde Ecke von mindestens etwa 3 × 3 m: vorher gepflegt (zum Beispiel Rasen), dann einfach in Ruhe lassen. Mindestens 2 Jahre nicht mähen, nicht düngen, wenig betreten. Bei fetten, nährstoffreichen Böden kann ein Teilbereich ab und zu gemäht werden, maximal 2 Mal im Jahr, Schnittgut abräumen, und in jedem Fall kleine Überwinterungsinseln aus Altgras/Staudenstängeln stehen lassen. Die Fläche sollte mehrere Jahre wild bleiben, weil dort viele Insekten überwintern. Später kann man zurückpflegen und an anderer Stelle eine neue wilde Ecke zulassen. Raupenfutterpflanzen zusätzlich zu dulden oder gezielt zu pflanzen bringt den größten Effekt.

Für den C-Falter hilft es besonders, im Garten eine kleine Brennnessel-Ecke, etwas Hopfen, Johannisbeere oder Stachelbeere zuzulassen oder zu pflanzen; auch Weiden oder Ulmen in der Nähe stärken das Angebot. Selbst wenn nicht alles direkt der C-Falter Raupe nutzt, profitieren andere Insekten, und manchmal wächst in der wilden Ecke über die Jahre ein Strauch oder Baum hoch, der später als Futterpflanze funktioniert und sich bei Bedarf wieder roden lässt.

Zusätzlich hilft Wasser gegen Trockenstress: eine flache, sichere Feuchtstelle mit nassem Sand oder einer dauerhaft feuchten Ecke, keine tiefe Tränke.

Pestizide sind ein eigener Hebel: keine Insektizide, auch nicht gegen Raupen oder Blattläuse auf Brennnessel, Hopfen, Liguster oder Flieder; Vorsicht mit „Bio“-Mitteln wie Bt, das viele Schmetterlingsraupen trifft. Meist verschwinden „Schädlinge“ ohnehin von allein, und wer Raupen bekämpfen will, sollte den tatsächlichen Nachteil hinterfragen. Mechanisch geht vieles: Gespinste im Obstbaum lassen sich oft mit kräftigem Wasserstrahl lösen, Raupen an Kohl kann man absammeln und auf wilde Kreuzblütler umsetzen.

Spread the message: Rede mit Nachbarn und Entscheidungsträgern über einfache Maßnahmen wie weniger Mähen, weniger Licht, weniger Gift und mehr wilde Säume. Schon wenige Gärten, die mitziehen, wirken wie ein kleines Netzwerk.

Wenn du C-Falter (Polygonia c-album) als Eier, Raupen oder Puppen suchst, findest du die Art im Shop hier: C-Falter (Polygonia c-album).