Haltung und Zucht von Actias selene (Indischer Mondspinner)

Kurzbeschreibung der Art

Actias selene ist ein großer, sehr auffälliger Mondspinner (Familie Saturniidae) aus Südasien bis Südostasien. Der Falter ist hellgrün bis gelbgrün gefärbt, besitzt auf allen Flügeln gut sichtbare, glasig wirkende Augenflecken und lange, elegante Schwanzfortsätze an den Hinterflügeln. Die Spannweite liegt meist im Bereich von etwa 10 bis 12 cm.

Die Eier sind rundlich bis leicht oval, anfangs hell (weißlich/cremefarben) und werden einzeln oder in kleinen Gruppen abgelegt. Die frisch geschlüpften Raupen sind zunächst dunkler und relativ zierlich, werden mit den Häutungen zunehmend kräftig grün und entwickeln deutlich sichtbare, kleine Erhebungen/Höcker entlang des Körpers. Ausgewachsene Raupen erreichen grob bis etwa 7 bis 8 cm Länge. Verpuppt wird sich in einem seidenen Kokon, der meist zwischen Blättern oder an Zweigen angeheftet wird und außen eher papierartig wirkt.

Natürliche Lebensweise

Actias selene lebt in warmen Regionen in bewaldeten Lebensräumen und nutzt dort unterschiedliche Laubgehölze als Raupenfutterpflanzen. Die Art kann je nach Region und Klima mehrere Generationen pro Jahr ausbilden. In kühleren Phasen oder bei ungünstigen Bedingungen kann die Puppenruhe deutlich verlängert sein.

Als praxisnaher Richtwert für die Entwicklung bei warmer, stabiler Haltung: Ei etwa 12 Tage bis zum Schlupf, Raupe etwa 35 Tage bis zur Verpuppung, Puppe im Kokon etwa 21 Tage bis zum Falterschlupf. Temperatur, Tageslänge, Futterqualität und Luftführung beeinflussen diese Zeiten spürbar.

Futterpflanzen für Actias selene

Gute Futterpflanzen für die Raupe von Actias selene sind vor allem Laubgehölze, zum Beispiel Walnuss (Juglans regia), Eiche (Quercus), Birke (Betula), Weide (Salix), Pappel (Populus), Hasel (Corylus), Hainbuche (Carpinus), Ahorn (Acer), Kirsche (Prunus avium), Schlehe (Prunus spinosa), Apfel (Malus domestica), Birne (Pyrus communis) und Pflaume (Prunus domestica). Im Winter funktioniert Rhododendron und Kirschlorbeere sehr gut.

Am zuverlässigsten funktioniert ungespritztes, frisches Laub von gesunden Trieben. Wenn du eine neue Futterpflanze testest, gib zunächst nur wenig davon dazu und beobachte, ob die Raupe von Actias selene sauber frisst und Kot absetzt. Ein Wechsel auf eine gut akzeptierte Futterpflanze ist oft die schnellste Lösung, wenn das Fressen stockt.

Vorbereitung

Eier werden in einem sehr kleinen Behälter gehalten (z. B. kleines Wasserglas), luftdicht mit Klarsichtfolie verschlossen, nur gelegentlich kurz lüften. Stelle den Behälter hell, aber ohne direkte Sonne, damit es nicht überhitzt. Kondenswasser ist ein Warnsignal: lieber kühler stellen und kurz lüften, statt zusätzliche Feuchtigkeit einzubringen.

Halte die Futterpflanze vor dem Schlupf bereit, idealerweise als frische Triebe. Wichtig ist eine saubere, ruhige Umgebung ohne starke Temperatursprünge. Direkte Nässe im Eibehälter ist unnötig und erhöht eher das Risiko für Schimmel.

Aufzucht und Haltung

Nach dem Schlupf sitzen die Jungraupen oft zunächst am Eigelege oder laufen viel umher. Gerade am Anfang sind die Raupen häufig sehr hektisch und krabbeln viel, das legt sich meist nach 1 bis 2 Tage, sobald sie sicher an der passenden Futterpflanze angekommen sind. Gib anfangs nur kleine, frische Blattstücke, damit nichts unnötig welkt oder schimmelt.

Mit zunehmender Größe braucht Actias selene deutlich mehr Luft und Platz. Dann ist ein luftiges Setup ideal, zum Beispiel ein Netzkäfig für Schmetterlinge und Raupen oder ein vergleichbar luftiges, selbst gebautes Habitat. So trocknet Kot besser ab, das Klima bleibt stabiler und die Blätter bleiben länger nutzbar.

Damit Zweige länger frisch bleiben, kannst du sie in einem sicheren Wassergefäß anbieten. Praktisch ist dafür ein Futterröhrchen mit Silikondeckel, weil es Triebe sauber fixiert und gleichzeitig das Risiko reduziert, dass Tiere ans Wasser gelangen. Achte immer darauf, dass die Raupen nicht in offene Wasserflächen geraten können.

Vor Häutungen fressen die Raupen oft weniger, wirken träger und wandern manchmal umher, um einen passenden Platz zu finden. In dieser Phase nicht unnötig stören und das Futter einfach frisch halten. Zur Verpuppung braucht die Raupe etwas Struktur und Material: ein paar trockene Blätter und Zweige im Behälter reichen meist, damit sie ihren Kokon passend anheften kann. Den Kokon nach dem Aushärten nur vorsichtig bewegen und weiterhin luftig lagern.

Paarung und Zucht von Actias selene

Für eine erfolgreiche Paarung ist ein ruhiges, ausreichend großes und luftiges Umfeld wichtig. Setze ein frisch geschlüpftes Männchen und ein Weibchen am besten am Abend zusammen. Häufig kommt es in der Dämmerung oder nachts zur Kopula. Nach der Paarung kann das Weibchen in einem separaten Behälter zur Eiablage untergebracht werden.

Zur Eiablage helfen glatte Flächen und Zweige einer geeigneten Futterpflanze. Die Eier werden oft bevorzugt an Oberflächen in der Nähe der Futterpflanze abgelegt. Für die nächste Generation gilt wieder: Actias selene Eier sauber, trocken und ausbruchssicher halten, kurz lüften, nicht unnötig befeuchten und rechtzeitig frische Futterpflanze bereitlegen.

Was noch zu sagen ist

Für den Start reichen oft Glas/kleine Dose, passende Futterpflanzen. Ein Netz oder ein selbst gebautes Habitat macht es später einfacher und luftiger. Wer es besonders sauber und bequem möchte, kann ein Komplettset nutzen.

Wenn du eine stabile Futterpflanze gefunden hast, ist das der größte Hebel für eine ruhige, problemlarme Aufzucht. Ein klarer Rhythmus aus frischem Futter, guter Luftführung und ausreichend Platz macht bei Actias selene meist den Unterschied.

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