Wandelndes Blatt (Phyllium philippinicum)

Phyllium philippinicum – Wandelndes Blatt aus den Philippinen

Herkunft & Lebensraum

Phyllium philippinicum stammt aus den tropischen Regenwäldern der philippinischen Insel Luzon, insbesondere aus dem Gebiet um Subic in der Provinz Zambales. Dort lebt diese Art in feuchtwarmem Klima mit dichter Vegetation, wo ihre blattähnliche Gestalt optimalen Schutz bietet.

Weibchen halten sich bevorzugt ruhig im Blattwerk auf und sind durch ihre grüne Färbung nahezu unsichtbar. Die schmaleren, geflügelten Männchen sind dämmerungsaktiv und fliegen zwischen den Bäumen auf der Suche nach Partnerinnen.

Der Lebensraum ist geprägt von gleichmäßig hohen Temperaturen zwischen 22 und 28 °C und einer Luftfeuchtigkeit von etwa 70 bis 90 Prozent. Diese Bedingungen lassen sich auch in der Haltung gut nachbilden – wichtig sind regelmäßiges, sparsames Sprühen und gute Belüftung, um stehende Feuchtigkeit zu vermeiden.

Phyllium philippinicum gilt als endemisch für die Philippinen und wurde erst 2009 wissenschaftlich beschrieben. Der heute in Zucht verbreitete Stamm „Subic“ (PSG 278) geht direkt auf Tiere aus dem ursprünglichen Fundgebiet auf Luzon zurück.

Aussehen

Phyllium philippinicum zeigt eine nahezu perfekte Blattoptik: Der Körper ist breit, stark abgeflacht und von feinen Aderstrukturen durchzogen, die echte Blattadern imitieren. Die Grundfarbe ist meist sattes Grün, doch gelbliche, orange oder bräunliche Varianten treten gelegentlich auf. Weibchen sind deutlich kräftiger gebaut, erreichen eine Breite von bis zu 80 Millimetern und besitzen nur Vorderflügel – flugunfähig. Männchen sind dagegen schlank, leichter und mit langgestreckten Flügeln ausgestattet, wodurch sie zu kurzen Flügen fähig sind, allerdings durch das Verhältnis von Körpergewicht zu Flügelgröße limitiert in ihrer Flugleistung. Die Antennen der Männchen sind deutlich länger als die der Weibchen, und bei beiden Geschlechtern sind die Gliedmaßen mit seitlich ausgezogenen Platten versehen, die das Blattmuster weiter fortführen und Feinden eine perfekte Camouflage bieten, wenn sich das Insekt zwischen den echten Blättern bewegt.

Haltung

Phyllium philippinicum fühlt sich in einem gut belüfteten Netzkäfig mit etwa 40 × 40 × 60 cm am wohlsten. Diese Größe bietet genug Raum zum Klettern und Häuten, ohne dass sich Feuchtigkeit staut. Der Boden kann problemlos nackt bleiben oder mit etwas Küchenpapier ausgelegt werden – das erleichtert die Reinigung und hält das Klima stabil. Ideal sind Temperaturen zwischen 22 und 27 Grad bei rund 70 Prozent Luftfeuchtigkeit. Einmal täglich leicht sprühen genügt, um die Feuchte zu erhalten, ohne dass Staunässe entsteht. Der Standort sollte hell, aber nicht in direkter Sonne liegen. Frische Futterzweige stellt man in ein Glas oder Futterröhrchen, damit

sie lange frisch bleiben. In einem luftigen Netzgehege entwickeln sich die Tiere ruhig und gesund, und auch empfindliche Jungtiere häuten sich darin zuverlässig.

Klima & Bedingungen

Phyllium philippinicum gedeiht am besten bei einem warmen, gleichmäßigen Klima: tagsüber etwa 22 bis 26 Grad, nachts gelegentlich etwas kühler. Eine Luftfeuchtigkeit von etwa 60 bis 80 Prozent unterstützt gesunde Häutungen und verhindert Dehydrierung, besonders bei Nymphen. Wichtig ist eine gute Belüftung, um Schimmelbildung zu vermeiden, dabei darf das Mikroklima nicht austrocknen. Geringes Abweichen der Temperatur oder Feuchte verträgt die Art zwar kurzfristig, doch bei konstanten Schwankungen steigen die Risiken für Stress oder Fehlhäutungen. Solche stabilen Bedingungen sind eine solide Basis für die erfolgreiche Haltung und Zucht von Phyllium philippinicum.

Futterpflanzen

Phyllium philippinicum zeigt eine bemerkenswerte Flexibilität bei der Wahl seiner Futterpflanzen. In der Praxis werden Brombeere, Rose und Guave als Hauptnahrungsquellen genannt, ergänzt durch Eiche, Himbeere und Weißdorn. Bei der Auswahl ist darauf zu achten, dass alle Zweige ungespritzt sind, gründlich gewaschen und frisch in Wasser gestellt werden. Mehrere Zweige gleichzeitig bieten den Tieren konstante Futterverfügbarkeit, ohne dass Verzweigungen überaltert oder verimfen. Besonders in Phasen vor und nach der Häutung ist ein leichtes Besprühen der Blätter sinnvoll, um die Feuchtigkeit zu erhöhen und die Aufnahme zu erleichtern. In einem gut strukturierten Habitat mit diesen Futterpflanzen finden die Tiere natürliche Bedingungen vor, die sowohl Pflege als auch Zucht unterstützen und den natürlichen Fressgewohnheiten nahekommen.

Entwicklung & Zucht

Phyllium philippinicum vermehrt sich in der Regel sexuell: Nach dem Adultwerden paaren sich die Tiere, die Weibchen werfen die Eier ab und diese schlüpfen – je nach Temperatur und Feuchte – nach rund vier bis sechs Monaten. Frisch geschlüpfte Nymphen sind zunächst dunkel, nehmen nach der ersten Häutung eine grüne Färbung an und entwickeln sich über mehrere Stadien zum Adulttier; insgesamt dauert die Entwicklung meist fünf bis sechs Monate. Für eine stabile Zucht hat sich eine gleichmäßige Feuchte mit guter Belüftung bewährt, damit Häutungen gelingen und Schimmel an den Eiern ausbleibt. Männchen sind flugfähig und finden die ruhigeren Weibchen aktiv, weshalb eine gewisse Käfighöhe für sichere Paarungen und Häutungen hilfreich ist. Mit ruhiger Routine, frischem Futter und stabilen Bedingungen gelingt die Entwicklung zuverlässig – eine solide Basis für eine nachhaltige Phyllium philippinicum Haltung und eine entspannte Wandelndes Blatt Pflege.

Tipps aus der Praxis

In der täglichen Pflege zeigt sich, dass Phyllium philippinicum am besten in einer klar strukturierten Umgebung gedeiht. Der Käfig sollte bewusst schlicht bleiben – ohne Dekoration oder zusätzliche Äste, damit sich die Tiere beim Häuten frei hängen können. Frische, ungespritzte Zweige stehen in einem Glas mit abgedeckter Öffnung, damit keine Nymphen hineinfallen. Ein feiner Sprühnebel hält das Klima angenehm feucht, ohne dass sich Wasser auf den Blättern sammelt. Das Umsetzen gelingt am sichersten, wenn die Tiere selbst auf Hand oder Pinsel überlaufen, da sie auf Zug empfindlich reagieren. Abgeworfene Eier sammelt man regelmäßig ein und lagert sie separat in leicht feuchtem, gut belüftetem Substrat – zu viel Nässe fördert Schimmel. Eine schlichte „Cup-Incubation“ mit kleinen Lüftungslöchern hat sich bewährt, bei Bedarf unterstützen Springschwänze das Mikroklima. Diese einfache, ruhige Routine sorgt langfristig für gesunde Tiere und stabile Zuchterfolge.