Wandelndes Blatt (Phyllium philippinicum)
Kurzbeschreibung der Art
Das Wandelnde Blatt Phyllium philippinicum stammt von den Philippinen und wurde 2009 wissenschaftlich beschrieben. Erwachsene Tiere wirken wie ein echtes Blatt: breit, flach, mit „Blattadern“ und seitlichen Ausziehungen an Beinen und Körper. Weibchen sind deutlich kräftiger, meist etwa 7 bis 10 cm lang, sehr breit gebaut und flugunfähig. Männchen sind schlanker, meist etwa 6 bis 7 cm lang, besitzen lange Fühler und voll entwickelte Flügel und können kurze Strecken fliegen. Für Menschen und Haustiere ist die Art nicht giftig.
Die Grundfarbe ist meist sattes Grün, gelegentlich treten gelbliche, orange oder bräunliche Varianten auf. Die Gliedmaßen beider Geschlechter tragen seitlich ausgezogene „Platten“, die das Blattmuster fortführen und die Tarnung im Blattwerk perfektionieren.
Die Eier sehen wie kleine Samen aus und werden vom Weibchen meist einfach fallen gelassen. Viele Eier haben feine „Fähnchen“ und eine raue Oberfläche, wodurch sie sich unauffällig in Laub und Bodenschicht einfügen. Frisch geschlüpfte Nymphen sind anfangs dunkel bis schwarzgrau mit hellen Kanten, werden nach der ersten Häutung zunehmend grün und immer blattähnlicher. Eine Puppenphase gibt es nicht: Phyllium philippinicum entwickelt sich über mehrere Häutungen vom Jungtier zum Adulttier. Jungtiere werden im Alltag oft als Raupe bezeichnet, biologisch korrekt sind es Nymphen.
Natürliche Lebensweise
Phyllium philippinicum ist besonders von Luzon bekannt, unter anderem aus dem Raum Subic in der Provinz Zambales. Dort lebt die Art in feuchtwarmen, dicht bewachsenen Lebensräumen, in denen die blattähnliche Gestalt optimal schützt. Weibchen sitzen bevorzugt ruhig im Blattwerk und sind durch ihre Färbung nahezu unsichtbar. Die schmaleren, geflügelten Männchen sind dämmerungsaktiv und wechseln zwischen Pflanzen auf der Suche nach Partnerinnen. In der Zucht ist der Stamm „Subic“ häufig als PSG 278 geführt.
In der Natur herrschen meist gleichmäßig hohe Temperaturen um 22 bis 28 °C und eine Luftfeuchtigkeit von ungefähr 70 bis 90 Prozent. In der Haltung lässt sich das gut nachbilden, wenn Feuchte sparsam und gezielt gegeben wird und gleichzeitig ständig gute Belüftung vorhanden ist, damit keine stehende Nässe entsteht.
Richtwerte zur Orientierung: Die Eier benötigen meist 4 bis 6 Monate bis zum Schlupf. Die Entwicklung der Nymphen bis zum erwachsenen Tier dauert typischerweise 5 bis 6 Monate und umfasst ungefähr 6 Häutungen. Erwachsene Tiere leben oft mehrere Monate, in der Praxis häufig 6 bis 9 Monate, Weibchen tendenziell länger als Männchen. Stabilität ist der wichtigste Faktor: gleichmäßige Wärme, ausreichend Luftfeuchte, aber immer mit guter Belüftung.
Futterpflanzen für Wandelndes Blatt
Phyllium philippinicum frisst Blätter und ist in der Haltung erfreulich flexibel, wenn das Futter frisch, ungespritzt und nicht belastet ist. Besonders bewährt sind robuste, leicht verfügbare Gehölze, die lange frisch bleiben und zuverlässig angenommen werden.
Geeignete Futterpflanzen: Brombeere (Rubus) – im Winter oft die wichtigste Futterpflanze, Himbeere (Rubus idaeus), Rose (Rosa), Weißdorn (Crataegus), Eiche (Quercus), Guave (Psidium guajava).
Futterzweige stehen wie Schnittblumen in Wasser. Die Öffnung wird sicher abgedeckt, damit keine Nymphen hineinfallen. Frische Blätter sollten immer verfügbar sein, alte oder welkende Zweige werden rechtzeitig ersetzt, damit die Tiere konstant fressen und die Häutungen sauber durchlaufen.
Vorbereitung
Ein luftiger, gut belüfteter Behälter ist die Basis, weil stehende Feuchtigkeit schnell zu Schimmel, Stress und Fehlhäutungen führt. Ideal ist ein höheres Habitat, damit sich die Nymphen bei der Häutung frei nach unten hängen können. Ein Terrarium funktioniert, wenn es wirklich viel Luftaustausch bietet, sonst staut sich Feuchte. Sehr zuverlässig ist ein Netzkäfig, weil er dauerhaft gute Belüftung liefert und das Mikroklima trotzdem stabil bleibt. Für eine kleine Zucht hat sich als praktische Größe ungefähr 40 × 40 × 60 cm bewährt: genug Höhe zum Häuten und genug Raum, ohne dass das Klima „wegkippt“.
Temperatur und Luftfeuchte als sichere Orientierung: tagsüber meist 22 bis 26 °C, nachts gelegentlich etwas kühler. Eine Luftfeuchtigkeit um 60 bis 80 Prozent unterstützt die Häutung. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Feuchte und Belüftung. Ein feiner Sprühnebel reicht meist aus, ohne dass sich Wasser auf Blättern staut.
Für das Ausbrüten der Eier werden die Eier in einem sehr kleinen Behälter gehalten, zum Beispiel in einem kleinen Wasserglas, straff mit Klarsichtfolie verschlossen und nur gelegentlich kurz gelüftet. Als Unterlage funktioniert leicht angefeuchtetes Vermiculit besonders gut: leicht feucht, aber nie nass. Der Standort sollte hell, aber nicht sonnig sein; Temperaturen zwischen 20 und 26 °C sind für viele Arten ein stabiler Rahmen. Zwei- bis dreimal pro Woche kurz kontrollieren reicht meist: Wenn die Oberfläche trocken wirkt, hilft ein sehr feiner Sprühnebel, glänzende Nässe oder Pfützen sollten nie entstehen. Kondenswasser an der Folie ist ein klares Zeichen, dass die Feuchte zu hoch ist – dann kurz lüften und das Substrat prüfen. Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung steht in Gespenstschrecken Eier ausbrüten (zeitigen).
Für den Start reichen oft Glas/kleine Dose, passende Futterpflanzen. Ein Netz oder ein selbst gebautes Habitat macht es später einfacher und luftiger. Wer es besonders sauber und bequem möchte, kann ein Komplettset nutzen.
Ein guter Überblick zu typischen Haltungsfehlern, Klima und Futterpflanzen steht in Gespenstschrecken (Phasmiden) - die richtige Haltung.
Aufzucht und Haltung
Nach dem Schlupf sind die Nymphen sehr zart und profitieren von stabilen Bedingungen. Entscheidend ist ein ruhiger Standort ohne direkte Sonne, ohne starke Temperaturschwankungen und mit guter Luftzirkulation. Zu nasse Luft ohne Ventilation ist der häufigste Auslöser für Probleme, weil dann Schimmel und Fehlhäutungen wahrscheinlicher werden.
Das Habitat bleibt bewusst schlicht, damit sich die Tiere beim Häuten frei hängen können. Zu viel Dekoration oder quer liegende Äste erhöhen das Risiko, dass Nymphen beim Häuten hängen bleiben oder sich ungünstig positionieren.
Beim Umsetzen gilt: nicht ziehen, nicht drücken. Sicher ist es, die Tiere von selbst auf einen Finger oder einen weichen Pinsel überlaufen zu lassen. Während der Häutung dürfen sie nicht gestört werden. Eine ausreichend große, freie Hängemöglichkeit verhindert deformierte Beine oder Flügel bei adulten Männchen.
Futter bleibt deutlich länger frisch, wenn Zweige einen sicheren „Wasserfuß“ bekommen. Praktisch sind Futterröhrchen mit Silikondeckel, weil weniger ausläuft und die Umgebung nicht unnötig nass wird. Das reduziert Stress im Habitat und hilft, die Luftfeuchte gezielt über leichten Sprühnebel zu steuern statt über „nasse“ Flächen.
Paarung und Zucht von Wandelndes Blatt
Die Zucht gelingt am zuverlässigsten über sexuelle Vermehrung mit Männchen und Weibchen. Männchen sind aktiver, finden Weibchen meist in den Abendstunden und die Paarung kann lange andauern. Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen über Wochen bis Monate regelmäßig Eier ab, die meist einfach zu Boden fallen und dort eingesammelt werden können.
Phyllium philippinicum kann auch ohne Männchen Eier produzieren, aus denen Nachwuchs schlüpft. In dieser Form der Nachzucht entstehen in der Praxis überwiegend weibliche Tiere. Für dauerhaft stabile, vitale Linien ist die Zucht mit befruchteten Eiern die verlässlichere Grundlage, weil sie genetische Vielfalt erhält.
Für planbare Nachzucht hilft ein zeitlich versetztes Aufziehen, weil Männchen oft etwas früher adult werden. Beim Eier ausbrüten wirkt am meisten Geduld: gleichmäßige Wärme, milde Feuchte ohne Tropfnässe und möglichst wenig Störung. Abgeworfene Eier werden regelmäßig eingesammelt und separat geführt, damit Schlupf und Aufzucht übersichtlich bleiben. Sobald einzelne Eier „aufgehen“, werden die frisch geschlüpften Nymphen mit einem kleinen Zweig der passenden Futterpflanze umgesetzt, damit sie direkt fressen können.
Was noch zu sagen ist
Das Wandelnde Blatt ist ein tropisches Tier und gehört nicht in die freie Natur. Eine ausbruchsichere Unterbringung und verantwortungsvolle Weitergabe sind Teil einer sauberen Haltung. Für Menschen ist Phyllium philippinicum nicht grundsätzlich giftig.
Pestizide sind ein Haupt-Risiko. Futterzweige sollten konsequent ungespritzt sein. Auch vermeintlich „sanfte“ Mittel gegen Blattläuse oder Raupen können für Insekten problematisch sein. In der Praxis verschwinden viele „Schädlinge“ von allein, mechanisches Entfernen reicht oft, und Gift bringt meist weniger, als man denkt.
Wer das Wandelnde Blatt als ruhiges Beobachtungstier erleben möchte, findet die Art auch im Shop: Wandelndes Blatt (Phyllium philippinicum).
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