Haltung und Zucht von Deilephila porcellus (Kleiner Weinschwärmer)
Kurzbeschreibung der Art
Der Kleine Weinschwärmer (Deilephila porcellus) ist ein heimischer Nachtfalter aus der Familie der Schwärmer. Die Falter wirken wie aus einem Farbkasten: olivgrüne Vorderflügel mit pinken Bereichen, dazu ein kräftig rosafarbener Körper. Mit einer Flügelspannweite von etwa 40 bis 50 mm bleibt er deutlich kleiner als der ähnliche Mittlere Weinschwärmer.
Die Eier sind rundlich, glatt und anfangs hellgrün bis grünlich, meist einzeln oder zu zweit an die Blätter geeigneter Raupenfutterpflanzen gesetzt. Die Raupe wird bis etwa 70 mm lang und fällt durch große Augenflecken am Vorderkörper auf, das typische Analhorn ist beim Kleinen Weinschwärmer nur stark reduziert und wirkt eher wie ein kleiner Höcker. Die Puppe ist glatt braun und liegt bodennah in einer lockeren Erdkammer.
Natürliche Lebensweise
Deilephila porcellus bewohnt in weiten Teilen Europas offene, warme Lebensräume mit Krautfluren und Säumen, außerdem Gärten und Randbereiche von Wiesen, Heiden und Lichtungen. Aktivität und Blütenbesuch liegen vor allem in der Dämmerung und nachts.
In Mitteleuropa gibt es meist eine Generation pro Jahr, in warmen Regionen oder sehr günstigen Jahren kann eine zweite Teilgeneration auftreten. Die Überwinterung erfolgt als Puppe im Boden.
Entwicklungsdauern als praxisnahe Richtwerte bei Zimmertemperatur: Ei etwa 10 Tage, Raupe etwa 50 Tage, Puppe bis zum Schlupf in einer durchziehenden Sommergeneration etwa 25 Tage. Bei der üblichen Überwinterung bleibt die Puppe meist etwa 270 Tage in Ruhe und schlüpft im folgenden Frühjahr oder Frühsommer.
Futterpflanzen für den Kleinen Weinschwärmer
Die Kleiner-Weinschwärmer-Raupe frisst am zuverlässigsten Labkräuter, Deilephila porcellus nimmt diese Futterpflanze oft sehr stabil an und bleibt gern dabei. Besonders gut geeignet sind Gelbes Labkraut (Galium verum), Weißes Labkraut (Galium album), Wiesen-Labkraut (Galium mollugo), Sumpf-Labkraut (Galium palustre), Heide-Labkraut (Galium saxatile), Kletten-Labkraut (Galium aparine), Schmalblättriges Weidenröschen (Chamaenerion angustifolium), Kleinblütiges Weidenröschen (Epilobium parviflorum), Blutweiderich (Lythrum salicaria), Wilder Krapp (Rubia peregrina).
Für eine ruhige Kleiner-Weinschwärmer-Zucht zählt vor allem die Konstanz: dieselbe Futterpflanze über mehrere Tage wirkt oft besser als häufiges Wechseln. Wichtig ist ungespritztes, frisches Material, möglichst nicht aus belasteten Straßenrändern oder frisch behandelten Gärten.
Vorbereitung
Für die Deilephila-porcellus-Eier reicht ein sehr kleiner, ausbruchsicherer Behälter. Die Eier werden in einem sehr kleinen Behälter gehalten (z. B. kleines Wasserglas), luftdicht mit Klarsichtfolie verschlossen, nur gelegentlich kurz lüften. So bleibt das Mikroklima stabil und die winzigen Eier trocknen nicht aus.
Sobald die ersten Raupen schlüpfen, genügt anfangs ein kleines, frisches Stück der passenden Futterpflanze. Weniger ist hier mehr: zu große Pflanzenmengen erschweren die Kontrolle und erhöhen das Risiko, dass Material schneller nachlässt. Die Aufzucht läuft am einfachsten, wenn Futter regelmäßig frisch nachgelegt wird und die Tiere dabei möglichst wenig gestört werden.
Für den Start reichen oft Glas/kleine Dose, passende Futterpflanzen. Ein Netz oder ein selbst gebautes Habitat macht es später einfacher und luftiger. Wer es besonders sauber und bequem möchte, kann ein Komplettset nutzen.
Aufzucht und Haltung
Die Kleiner-Weinschwärmer-Raupe sitzt tagsüber oft ruhig und frisst gern in den Abendstunden und nachts. Das ist normal und passt zur natürlichen Lebensweise. Entscheidend ist, dass die Futterpflanze nicht welkt und die Haltung luftig bleibt, damit es nicht kippt. Wer Futterzweige nutzt, stellt sie am sichersten so, dass keine Raupe ins Wasser geraten kann.
Ab etwa 10 bis 20 mm Körperlänge wird mehr Luft und Raum deutlich angenehmer. Dann lässt sich die Aufzucht sehr einfach in ein Aufzuchtnetz verlagern: viel Belüftung, gute Übersicht, und die Raupen finden auf frischen Zweigen schnell wieder an die Futterpflanze.
Zur Verpuppung wandern die Raupen umher und suchen eine bodennahe, lockere Stelle. Eine Schicht lockere, leicht krümelige Erde oder Laubstreu ermöglicht eine natürliche Erdkammer. Nach der Verpuppung bleibt die Puppe am besten ruhig, eher kühl und mit Luftaustausch. Bei Überwinterung hilft ein frostfreier, kühler Platz, der nicht austrocknet und nicht dauerwarm ist.
Paarung und Zucht von Kleiner Weinschwärmer
Die Paarung gelingt am ehesten in der Dämmerung und nachts, wenn die Falter genügend Platz und Ruhe haben. Ein Netzkäfig für Schmetterlinge und Raupen bietet dafür gute Bedingungen, weil die Tiere klettern, sich sortieren und natürlich ruhen können. Frisch geschlüpfte, unverbrauchte Tiere paaren sich meist am zuverlässigsten.
Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen die Eier bevorzugt an passende Raupenfutterpflanzen, besonders an Labkraut. Für eine gezielte Deilephila-porcellus-Zucht hilft es, mehrere frische Triebe so anzubieten, dass Unterseiten gut erreichbar sind. Eier werden häufig einzeln abgelegt und lassen sich leicht umsetzen.
Adulte Falter nehmen Nektar und energiereiche Flüssigkeiten auf. Eine passende, einfache Fütterung unterstützt Aktivität und Eiablage und ist bei Schwärmern oft der Schlüssel für eine stabile Zucht. Praktische Methoden stehen im Ratgeber Schmetterlinge richtig füttern.
Was noch zu sagen ist
Typische Stolpersteine beim Kleinen Weinschwärmer sind fast immer fütterungsnah: nicht passende Futterpflanze, zu häufige Wechsel oder nachlassende Qualität. Labkräuter sind die zuverlässigste Kleiner-Weinschwärmer-Futterpflanze und machen vieles einfacher. Ebenfalls wichtig ist ein luftiges Setup, damit Futter frisch bleibt und die Aufzucht stabil läuft.
Die markanten Augenflecken der Raupe sind reine Abschreckung und kein Hinweis auf Gefährlichkeit. Die Tiere sind für Menschen harmlos, lassen sich gut beobachten und sind damit auch für Einsteiger in die Weinschwärmer-Zucht interessant, wenn Labkraut verfügbar ist.
Kleinen Weinschwärmer im Garten unterstützen
Wer den Kleinen Weinschwärmer im Garten unterstützen will, profitiert von einem einfachen Prinzip: Nektarpflanzen sind schön und machen Beobachtungen möglich, sie sind aber selten der limitierende Faktor. Schmetterlinge sind selten, weil Raupen keine Lebensräume finden. Genau dazu gibt es einen ausführlichen Praxisartikel: Schmetterlingen im Garten helfen.
Für die Nähe zum Kleinen Weinschwärmer zählt vor allem Struktur und Raupenfutter. Labkraut darf wachsen, Säume dürfen stehen bleiben, und eine kleine wilde Ecke wirkt oft stärker als jedes Blütenbeet. Vielfalt schafft Vielfalt. Ein guter Start ist eine Fläche von etwa 3 × 3 m, die vorher gepflegt war und dann in Ruhe gelassen wird: mindestens 2 Jahre nicht mähen, nicht düngen, wenig betreten. Auf sehr fetten Böden kann ein Teilbereich höchstens 2 mal im Jahr gemäht werden, Schnittgut wird abgeräumt, und in jedem Fall bleiben kleine Überwinterungsinseln aus Altgras und Staudenstängeln stehen. Die Fläche sollte mehrere Jahre wild bleiben, weil dort auch überwinternde Insekten sitzen. Danach lässt sich die Ecke wieder zurückpflegen und an anderer Stelle neu anlegen.
Nektarpflanzen helfen dennoch als Tankstelle, besonders über die Saison verteilt. Heimische Arten sind ideal, andere Arten können Nektarlücken schließen. Gleichzeitig bringt das der Raupe nicht automatisch etwas, wenn in der wilden Ecke keine passenden Raupenfutterpflanzen vorkommen. Umso sinnvoller ist es, Labkraut gezielt zu dulden oder einen Strauchbereich so zu entwickeln, dass sich krautige Säume etablieren. So klappt auch der Wunsch, wie man den Kleinen Weinschwärmer in den Garten lockt, deutlich besser.
Wasser und Trockenstress lassen sich einfach abfedern: eine flache, sichere Feuchtstelle mit nassem Sand oder eine dauerhaft leicht feuchte Ecke reicht, ohne tiefe Tränken. Pestizide sind ein eigener Knackpunkt: keine Insektizide, auch nicht gegen Blattläuse und auch nicht in vermeintlich sanften Bio-Varianten. Meist verschwinden Probleme von selbst, ansonsten hilft mechanisches Entfernen deutlich besser als Gift.
Als heimischer Nachtfalter leidet Deilephila porcellus zusätzlich unter Lichtverschmutzung. Außenlicht reduziert man am wirksamsten, indem es nur bei Bedarf angeht, nach unten gerichtet ist, nicht in den Himmel streut und insgesamt schwach bleibt. Je wärmer und bernsteinfarbener die Lichtfarbe, desto besser. Unnötige Dauerbeleuchtung am Haus wird konsequent abgebaut oder an Bewegung gekoppelt.
Spread the message! Gespräche mit Nachbarn und Entscheidungsträgern über weniger Gifte, weniger Licht und mehr wilde Säume wirken in Summe stärker als jede Einzelmaßnahme.
Wer Deilephila porcellus als Eier, Raupen oder Puppen für die eigene Kleiner-Weinschwärmer-Zucht sucht, findet die Art hier: Deilephila porcellus (Kleiner Weinschwärmer).
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