Haltung und Zucht vom Nagelfleck (Aglia tau)
Kurzbeschreibung der Art
Aglia tau (Linnaeus, 1758), der Nagelfleck, ist ein heimischer Pfauenspinner Nagelfleck aus der Familie der Saturniidae. Auffällig ist das „Tau“-Zeichen auf den Vorderflügeln. Es gibt einen klaren Unterschied zwischen den Geschlechtern: Das Männchen ist kleiner und trägt sehr große, fächerförmige Antennen, das Weibchen ist kräftiger und wirkt insgesamt ruhiger. Die Aglia tau Flugzeit liegt im Frühjahr und ist stark vom Wetter geprägt.
Auch die Raupe ist gut wiederzuerkennen: In den frühen Stadien zeigt die Aglia tau Raupe auffällige, hell und teils rötlich abgesetzte Rückendornen. Später verändert sich das Bild deutlich, im letzten Stadium ist die Nagelfleck Raupe glatt und dornenlos.
Natürliche Lebensweise
Der Nagelfleck kommt paläarktisch vor, von West- und Mitteleuropa bis weit nach Osten. In Mitteleuropa sitzt er vor allem in passenden Laubwaldlandschaften, oft in Bereichen mit viel Buche, aber nicht ausschließlich dort. Typisch ist, dass die Raupe nicht nur im Unterwuchs, sondern je nach Eiablage auch in höheren Bereichen von Gehölzen aufwachsen kann.
Besonders charakteristisch ist die zeitliche Aufgabenteilung: Männchen sind bei gutem Wetter tagsüber aktiv und fliegen bevorzugt bei Sonne, während Weibchen ihre Aktivität eher in die Nacht legen. Aglia tau am Licht kann dennoch beobachtet werden, ist aber nicht der Normalfall des Such- und Paarungsverhaltens. Beim Suchflug bleibt das Männchen häufig bodennah, meidet offene Flächen und orientiert sich gegen den Wind.
Die Aglia tau Eiablage erfolgt meist in kleinen Gruppen an Zweigen; häufig sind etwa 10 bis 12 Eier pro Ablage. Eine Eiablage ganz unten am Stamm ist untypisch und für frisch geschlüpfte Räupchen ungünstig.
Futterpflanzen für Nagelfleck
Die Aglia tau Futterpflanzen sind breit gefächert. Die Raupe frisst in der Aufzucht zuverlässig an vielen Laubgehölzen, wenn die Blätter frisch und sauber sind. Gut geeignet sind Rotbuche (Fagus sylvatica), Stieleiche, Hängebirke, Erle, Salweide, Öhrchenweide, Bruchweide, Bergahorn, Sommerlinde, Vogelkirsche, Apfel, Weißdorn, Eberesche, Ulmen, Seidelbast und Hainbuche. In der Praxis lohnt es sich, bei einer Linie nicht ständig zu wechseln, sondern mit einer bewährten Futterpflanze durchzuziehen: gleichmäßiges Futter macht die Entwicklung stabiler.
Vorbereitung
Eier werden in einem sehr kleinen Behälter gehalten (z. B. kleines Wasserglas), luftdicht mit Klarsichtfolie verschlossen, nur gelegentlich kurz lüften.
Plane von Anfang an eine saubere, ruhige Ecke ohne direkte Sonne ein. Für die ersten Tage reichen wenige, frische Blätter der passenden Futterpflanze, die bei Bedarf nachgelegt werden, damit die Umgebung nicht unnötig feucht und „muffig“ wird. Ein Jungraupen- und Eierbehälter ist dafür eine bequeme, sehr übersichtliche Lösung, aber ein kleines Glas funktioniert genauso, wenn du konsequent sauber bleibst.
Für den Start reichen oft Glas/kleine Dose, Küchenpapier und passende Futterpflanzen. Ein Netz oder ein selbst gebautes Habitat macht es später einfacher und luftiger. Wer es besonders sauber und bequem möchte, kann ein Komplettset nutzen.
Spätestens wenn die Raupen größer werden, hilft mehr Raum und Luft: Ein Netzkäfig für Schmetterlinge und Raupen macht Handling, Reinigung und Beobachtung deutlich entspannter, ist aber nicht zwingend, wenn du dir ein luftiges, strukturiertes Habitat selbst baust.
Aufzucht und Haltung
Nach dem Schlupf starten die Jungraupen meist am besten an sehr frischen, nicht angetrockneten Blättern. Die Aglia tau Entwicklungsdauer hängt stark von Temperatur und Futterqualität ab: Die Eier brauchen häufig etwa 10 bis 20 Tage bis zum Schlupf, und die Raupenentwicklung kann sich je nach Bedingungen deutlich strecken oder beschleunigen.
In den frühen Stadien fallen die Rückendornen deutlich auf, später wirken die Tiere glatter. Zur Zahl der Häutungen kann es Unterschiede geben, je nach Aufzuchtbedingungen; häufig verläuft die Entwicklung in mehreren klaren Stufen, bis die Raupe ausgewachsen ist. Sauberkeit, frisches Futter und eine luftige Umgebung sind die größten Hebel. Zu nasse Haltung bremst, zu trockenes Futter wird schlecht angenommen.
Für die Verpuppung geht die Raupe bodennah. Sie sucht einen passenden Bereich am Boden und verpuppt sich dort. Achte darauf, dass dieser Übergang nicht „gestört“ wird: Ruhig lassen, nicht ständig umsetzen, nicht austrocknen lassen, aber auch nicht nass halten.
Paarung und Zucht von Nagelfleck
Für Aglia tau Paarung Zucht ist das richtige Timing entscheidend. Männchen werden tagsüber bei hellem Tageslicht und am ehesten bei sonnigen Bedingungen aktiv. Eine strukturierte Umgebung mit Zweigen wirkt natürlicher als eine offene, leere Box, weil der Suchflug sonst schnell „ins Leere“ läuft. Ein frisches Weibchen ist besonders wichtig, weil die Anziehungskraft mit dem Alter deutlich nachlassen kann.
Es ist sinnvoll, Paarungsansätze in das natürliche Tagesfenster zu legen, statt auf „Nachtmodus“ zu setzen. Aglia tau am Licht kann beobachtet werden, ist aber kein verlässlicher Weg, um Paarungen planbar auszulösen. Wenn es nicht klappt, liegt es in der Praxis meist an zu wenig Licht im passenden Tagesfenster, einem zu alten Weibchen oder einer zu offenen Umgebung ohne Struktur.
Was noch zu sagen ist
Die Art überwintert als Puppe; Aglia tau Puppe überwintern bedeutet in der Praxis: Die Puppe braucht eine Kältephase und schlüpft im Frühjahr nach längeren Wärmephasen. Das passt gut zum natürlichen Rhythmus, weil dann wieder frisches Laub als Futterpflanze verfügbar ist. Wer die Puppe zu früh dauerhaft warm stellt, nimmt dem Zyklus den wichtigen „Startknopf“ durch Winterkälte.
Wenn du die Entwicklung gut beobachten willst, hilft es, die Ablage (Aglia tau Eiablage) und die Aufzucht konsequent zu dokumentieren: Datum der Eiablage, Schlupf, Häutungen, Beginn der Verpuppung. So bekommst du schnell ein Gefühl dafür, was bei deiner Linie gut funktioniert.
Nagelfleck im Garten unterstützen
Konkrete Ideen, wie man Lebensräume fördert, bündelt der ausführliche Artikel Schmetterlingen im Garten helfen. Für wie man Aglia tau in den garten lockt zählt vor allem eins: passende Raupenpflanzen und ruhige, strukturreiche Ecken. Der Nagelfleck profitiert von Laubbäumen und naturnahen Gehölzsäumen, besonders dort, wo Rotbuche, Eiche, Birke, Weiden, Linde oder Obstgehölze nicht ständig „aufgeräumt“ werden.
Vielfalt schafft Vielfalt: Ein einfacher Praxishebel ist ein Quadrat von mindestens etwa 3 × 3 m, das vorher gepflegt war (zum Beispiel Rasen) und dann mehrere Jahre wild bleiben darf. Nicht düngen, wenig betreten, und nicht ständig „ordnen“. Auf fetten, nährstoffreichen Böden ist es oft besser, selten zu pflegen statt gar nicht: maximal 2 Mal im Jahr einen Teilbereich mähen, Schnittgut abräumen, und immer kleine Überwinterungsinseln stehen lassen, also Altgras und Staudenstängel. So bleibt die Fläche blütenreicher, ohne dass sie verfilzt oder von einzelnen Pflanzen komplett übernommen wird. Auch wenn diese Maßnahme dem Nagelfleck nicht konkret hilft, ist sie trotzdem ein toller Baustein auf dem Weg zu einem Schmetterlingsfreundlichen Garten.
Wasser und Trockenstress sind ebenfalls ein Thema: Eine flache, sichere Feuchtstelle mit nassem Sand oder eine dauerhaft leicht feuchte Ecke hilft vielen Insekten, ohne zur gefährlichen „Tränke“ zu werden. Tiefe Gefäße sind unnötig riskant.
Pestizide sind der größte Bremsklotz. Keine Insektizide, auch nicht „gezielt“ gegen Raupen oder Blattläuse an Liguster oder Flieder, und Vorsicht bei „Bio“-Mitteln wie Bt, weil sie viele Schmetterlingsraupen treffen. In den meisten Gärten verschwinden viele „Schädlinge“ von selbst wieder, und wer Raupen bekämpfen will, sollte den echten Nachteil ehrlich abwägen. Oft reicht mechanisch: Gespinste im Obstbaum mit einem kräftigen Wasserstrahl herauslösen, Raupen am Kohl absammeln und auf einen wilden Kohlbereich umsetzen, statt zu sprühen.
Weil der Nagelfleck ein Nachtfalter ist, spielt Lichtverschmutzung mit hinein. Reduziere Dauerbeleuchtung am Haus und im Garten, koppelte Lampen an Bewegung, nutze gerichtete Leuchten, die nicht nach oben streuen, und baue unnötige Lichtquellen ab. Je greller und „kälter“ das Licht, desto belastender für viele Tiere; wärmere, bernsteinfarbene Lichtfarben sind meist die bessere Wahl. Das schützt nicht nur Aglia tau, sondern viele nachtaktive Arten, die sich sonst an Lichtquellen „festfliegen“ und ihre Zeit in der falschen Aktivität verlieren.
Spread the message! Rede mit Nachbarn, Vereinen und Entscheidungsträgern darüber, was wirklich hilft: weniger Licht, weniger Gifte, mehr Struktur, mehr wilde Ecken und mehr Raupenpflanzen. So entstehen in einer Straße oder Siedlung wieder zusammenhängende Mini-Lebensräume statt isolierter Inseln.
Wenn du Aglia tau als Projekt starten möchtest, findest du die Art im Shop unter Aglia tau – Nagelfleck.
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