Haltung und Zucht von Attacus atlas - Atlasspinner

Natürliche Lebensweise

Der Atlasfalter (Attacus atlas) gehört zu den eindrucksvollsten Seidenspinnern: riesige Flügelfläche, markante „Schlangenkopf“-Silhouette an den Flügelspitzen und insgesamt ein sehr ruhiger, nachtaktiver Falter. In der Natur ist die Art in Süd- und Südostasien verbreitet; in der Zucht ist sie vor allem wegen der gut beobachtbaren, großen Raupen und der imposanten Falter beliebt.

Wichtig für die Planung: Die erwachsenen Falter nehmen keine Nahrung auf. Die Energie kommt vollständig aus der Raupenzeit – entsprechend dreht sich die kurze Falterphase fast nur um Paarung und Eiablage. Genau deshalb sind Timing und ein passendes, stressarmes Setup entscheidender als „besondere“ Tricks.

Futterpflanzen für Attacus atlas

Attacus atlas gilt als sehr polyphag – weltweit werden viele Wirtspflanzen genannt. In der Praxis zählt aber weniger die Länge der Liste als Zuverlässigkeit und Sicherheit: frisch, ungespritzt, nicht „aus der Baumschule/Hecke unbekannter Herkunft“ und nicht alt oder angetrocknet. Wenn eine Umstellung nötig ist, dann vorsichtig: zunächst bewährtes Futter geben und nur kleine Mengen der neuen Pflanze dazu, eng beobachten und bei Unruhe oder Futterverweigerung wieder zurückwechseln.

Für viele Zuchten in Deutschland werden vor allem robuste, gut verfügbare Gehölze genutzt (je nach Linie unterschiedlich gut): Liguster, Kirschlorbeer und Flieder werden häufig als praktikable Optionen genannt. 

Vorbereitung

Für Eier und winzige Jungraupen ist „klein und übersichtlich“ meist der beste Start: Ein Glas/kleine Dose, Küchenpapier und frisches Futter reichen oft schon. Wer es stabil und kontrolliert mag, nutzt einen Jungraupen- und Eier-Behälter, weil Schlupf, erste Fraßspuren und Futterzustand schnell geprüft werden können, ohne dass die Tiere „verschwinden“.

Futter bleibt länger frisch, wenn Zweige einen sauberen „Wasserfuß“ bekommen; dafür sind Futterröhrchen mit Silikondeckel praktisch, weil weniger ausläuft und die Box nicht unnötig nass wird. 

Für den Start reichen oft Glas/kleine Dose, Küchenpapier und passende Futterpflanzen. Ein Netz oder ein selbst gebautes Habitat macht es später einfacher und luftiger. Wer es besonders sauber und bequem möchte, kann ein Komplettset nutzen.

Sobald die Raupen größer werden, lohnt sich der Wechsel in etwas Luftigeres: Ein Aufzuchtcube ist ein guter Zwischenschritt, weil die Belüftung deutlich besser ist als im Startbehälter, ohne dass alles zu „offen“ wird. Man kann aber auch einfach ein Glas nehmen und dieses mit einem Fliegennetz überspannen. Alternativ funktioniert auch ein selbstgebautes, belüftetes Setup nach der Anleitung Raupenhabitat selber bauen.

Aufzucht und Haltung

Die Entwicklungsdauer schwankt je nach Temperatur, Linie und Futter deutlich. Als grobe Orientierung bei warmer, stabiler Aufzucht: Die Eier schlüpfen häufig nach etwa einer bis zwei Wochen. Die Raupenphase kann je nach Bedingungen mehrere Wochen dauern; bei sehr guter Versorgung und passender Temperatur geht es schneller, bei kühleren Bedingungen oder suboptimalem Futter langsamer. Nach dem Spinnen des Kokons folgt meist eine Puppenphase von einigen Wochen; sie kann sich aber verlängern, wenn Bedingungen nicht passen oder die Entwicklung „stockt“.

In der Praxis entscheidet Hygiene plus Belüftung: Futter regelmäßig frisch, Kot raus, keine „dauerfeuchte“ Umgebung. Zu viel Nässe ist ein häufiger Schimmel-Trigger – lieber trocken-luftig führen und Feuchte nur gezielt dosieren. Wenn frisch geschlüpfte Raupen nicht fressen, ist die häufigste Ursache nicht „mysteriös“, sondern ein zu großer Behälter, ungeeignetes Futter oder zu wenig Orientierung; dafür ist das Troubleshooting Wenn Raupen nicht fressen – mögliche Ursachen & Tipps die schnellste Abkürzung, bevor man unnötig herumprobiert.

Ein häufiger Aha-Moment: Viel „Luftfeuchte“ ist nicht automatisch besser. Gerade bei großen Seidenspinnern funktioniert ein sauberer, gut belüfteter Ablauf oft zuverlässiger als „tropisch nass“. Wenn überhaupt befeuchtet wird, dann so, dass nichts steht, nichts tropft und Kondenswasser nicht zum Dauerzustand wird.

Paarung und Zucht von Attacus atlas

Weibchen rufen über Pheromone, Männchen finden sie über weite Distanzen; aktiv ist das meist ab Dämmerung. In der Zucht klappt Paarung oft dann gut, wenn Platz, Ruhe, Luftbewegung und vor allem die zeitliche Überlappung stimmen – die Falter leben kurz, deshalb ist Timing der wichtigste Punkt. Wenn sich trotz beider Geschlechter nichts tut, liegt es häufig am „Fenster“: zu spät geschlüpft, zu warm/zu kalt, zu wenig Luftaustausch oder zu viel Unruhe im Käfig.

Für die Eiablage ist weniger entscheidend, ob eine Pflanze im Käfig steht, sondern ob passende Ablageflächen vorhanden sind: ruhige, leicht strukturierte Flächen (Papierstreifen, Netz, trockene Zweige) werden oft angenommen. Unverpaarte Weibchen können ebenfalls Eier ablegen; wer sauber arbeiten möchte, trennt daher nach Möglichkeit klar nach „verpaart/unverpaart“ und beschriftet (Datum, Eltern, Charge). Die Faltich auch per Handpaarung kopulieren.

Was noch zu sagen ist

Beim Schlupf zählt die Umgebung: Der Falter braucht sofort Klettermöglichkeiten, um die Flügel ohne Kontakt zu Bodenflächen aufzupumpen und aushärten zu lassen. Wer dafür eine sichere, simple Lösung sucht, findet in Schlupfkasten selber bauen ein praxistaugliches Setup, das viele typische Flügelschäden vermeidet.

Unterm Strich geht Attacus atlas oft erstaunlich gut, wenn die Basics stimmen: sauber, luftig, frisches Futter, ruhiger Standort – und am Anfang lieber klein und kontrolliert statt „riesig und unübersichtlich“. Ein Profi-Setup ist nicht nötig; Haushaltsmittel reichen für den Start, solange sie sauber sind und das Klima nicht in „nass und muffig“ kippt.

Schaue nach, ob zzt. Eier verfügbar sind: Atlasfalter