Haltung und Zucht von Actias dubernardi - Chinesischer Mondspinner

Haltung und Zucht von Actias dubernardi – Chinesischer Mondspinner

Kurzbeschreibung der Art

Actias dubernardi, der Chinesischer Mondspinner, wird auch als Chinesischer Mondfalter bezeichnet und fällt durch sehr lange Flügelschwänze sowie einen starken Unterschied zwischen den Geschlechtern auf. In der Praxis zeigt diese Art zwei klare Besonderheiten: Sie ist keine Art für dauerhaft warme Zimmerhaltung und sie ist innerhalb der Gattung ungewöhnlich stark auf Nadelgehölze spezialisiert. Genau dieser Nadelgehölz-Fokus ist der typische Aha-Moment bei der Actias dubernardi Zucht.

Natürliche Lebensweise

Die Art stammt aus kühlen, sehr feuchten Bergwäldern und Nebelwald-ähnlichen Habitaten in höheren Lagen, häufig etwa zwischen 1000 m und 2500 m. Entsprechend lohnt es sich, die Aufzucht eher kühl zu führen, statt Wärme als Beschleuniger zu nutzen. Die Aktivität der Falter liegt in der Nacht, Paarungen finden typischerweise nachts statt, und die Eiablage erfolgt häufig vereinzelt, in Zuchtumgebungen aber auch verteilt an Flächen im Käfig.

Die Entwicklungsdauer ist stark temperaturabhängig. Für die Ei-Entwicklung werden insgesamt oft Werte zwischen 10 Tagen und 21 Tagen genannt, im Mittel 14 Tage. In einer dokumentierten Aufzucht bei etwa 20°C ergab sich für die Raupenzeit bis zur Spinnreife eine Summe von rund 24 Tagen, während bei bewusst kühler Führung in der Praxis oft deutlich längere Gesamtzeiten berichtet werden, häufig zwischen 45 Tagen und 60 Tagen, im Mittel 52 Tage. Die Puppenentwicklung ohne Diapause liegt unter günstigen Bedingungen oft bei etwa 21 Tagen bis 35 Tagen, im Mittel 28 Tage, bei Überwinterung entsprechend über Monate.

Futterpflanzen für Chinesischer Mondspinner

Bei dieser Art ist die Wahl der Futterpflanze zentral. In der Praxis bewährt sich vor allem Pinus, und genau deshalb wird Actias dubernardi Futterpflanze oft zusammen mit Kiefernarten gesucht. Für Deutschland sind besonders gut erreichbar: Waldkiefer, Schwarzkiefer und Bergkiefer, zudem funktioniert Lärche in vielen Berichten sehr gut. Weitere Nadelgehölze werden teils ebenfalls angenommen, teils mit schwankenden Ergebnissen, und nicht jedes Nadelgehölz funktioniert zuverlässig. Sehr breite Laubbaum-Listen, die gelegentlich im Umlauf sind, sind als Grundlage für eine sichere Aufzucht deutlich riskanter als die bewährten Nadelgehölze.

Bei ganz jungen Larven kann die Nadelhärte eine Rolle spielen. Frische, dünne Nadeln sind oft leichter, und das behutsame Kürzen von Nadelspitzen kann den Start erleichtern, solange Futter häufig gewechselt wird und nichts lange feucht liegt.

Vorbereitung

Eier werden in einem sehr kleinen Behälter gehalten (z. B. kleines Wasserglas), luftdicht mit Klarsichtfolie verschlossen, nur gelegentlich kurz lüften.

Für eine kontrollierte Startphase, in der winzige Jungraupen sicher zusammenbleiben, ist ein passender Behälter praktisch, zum Beispiel ein Jungraupen und Eier Behälter. Für die Futtervorbereitung ist entscheidend, dass Nadelzweige lange frisch bleiben und keine Nässe in die Box läuft. Sauberer wird es, wenn Zweige einen sicheren Wasserfuß bekommen, zum Beispiel mit einem Futterröhrchen mit Silikondeckel. Zusätzlich hilft ein Blick auf grundlegende Fütterungs- und Hygieneprinzipien, damit Futter frisch bleibt und Schimmelrisiken sinken, zum Beispiel im Ratgeber Schmetterlinge richtig füttern.

Für den Start reichen oft Glas/kleine Dose, Küchenpapier und passende Futterpflanzen. Ein Netz oder ein selbst gebautes Habitat macht es später einfacher und luftiger. Wer es besonders sauber und bequem möchte, kann ein Komplettset nutzen.

Aufzucht und Haltung

Die häufigsten Ausfälle entstehen durch eine ungünstige Kombination aus Wärme und dauerhaft hoher Feuchte. Feuchtigkeit ist für diese Bergwald-Art grundsätzlich passend, entscheidend ist aber gute Luftbewegung und das Vermeiden von Kondenswasser. Eine kühle Führung mit frischem Futter und sauberem, trockenem Untergrund ist meist stabiler als ein zu warmes Setup. Als praktische Obergrenze wird in vielen Erfahrungsberichten eine kühle Haltung empfohlen, und eine Temperatur 20°C passt als Daumenregel gut, weil höhere Temperaturen in der Praxis eher mehr Verluste bringen, statt nur schneller zu sein.

Gerade in L1 sind die Raupen sehr klein und manchmal zögerlich. Wenn Actias dubernardi Raupe frisst nicht im Alltag zum Thema wird, steckt oft eine Kombination aus zu warmem Mikroklima, zu nassem Futter oder zu harten Nadeln dahinter. Frische, dünne Nadeln, sauber gekürzte Spitzen und häufiges Wechseln helfen häufig, ebenso ein kontrollierter Start in einem kleinen, übersichtlichen Behälter. Sprühen sollte sparsam bleiben und nie dazu führen, dass Futter oder Unterlage nass steht. Wer mit Wasser sprüht, sollte mit absolut feinem Wasser sprühen, das Wasser aus gewöhnlichen Sprühern ist oft zu grob.

Zur Verpuppung wird der Kokon typischerweise zwischen den Nadeln erstellt, aber auch bodennah zwischen Material gebaut. Es lohnt sich, dafür eine strukturierte, trockene Unterlage anzubieten, zum Beispiel eine Schicht aus alten Nadeln oder ähnlichem, damit die Raupe einen passenden Platz findet und nicht auf glatten Flächen herumirrt.

Paarung und Zucht von Chinesischer Mondspinner

Die Paarung findet nachts statt, und der Zeitpunkt kann eng mit Temperatur und Tagesrhythmus zusammenhängen. In dokumentierten Beobachtungen schlüpfen Männchen häufig früher in der Nacht, Weibchen etwas später, und Paarungen starten oft nach Mitternacht. Ein ruhiger, ausreichend großer Käfig an einem kühlen Standort kann die Chancen erhöhen, weil die Falter weniger hektisch sind und sich eher auf das Nachtfenster einpendeln. Kopulationen können kurz sein, es werden aber auch sehr lange Paarungen beschrieben. Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen häufig direkt Eier, teils einzeln verteilt an Flächen im Käfig, nicht zwingend sauber nur an Nadeln.

Was noch zu sagen ist

Bei dieser Art kommt Diapause und eine verlängerte Puppenruhe vor. Kokons können deutlich länger liegen als erwartet oder einzelne Tiere als Überlieger erst sehr spät schlüpfen. Eine lange Puppenphase über viele Wochen bis Monate kann normal sein, selbst nach 5 Monaten bei 20°C ist ein Kokon nicht automatisch verloren, wenn er nicht verschimmelt und nicht ausgetrocknet ist. Bei Überwinterung gilt generell: nicht nass lagern, aber auch nicht austrocknen lassen, und Temperaturschwankungen sowie Kondenswasser vermeiden.

Chinesischer Mondspinner (Actias dubernardi)