Gespenstschrecken Eier ausbrüten (zeitigen)
Phasmideneier zeitigen – so gelingt es sicher
Wer Phasmiden hält, entdeckt früher oder später kleine, unscheinbare Eier im Bodengrund oder zwischen den Blättern. Mit etwas Geduld entsteht daraus neuer Nachwuchs – ganz ohne aufwändige Technik. In dieser Anleitung zeigen wir dir, wie du Phasmideneier richtig zeitigst, also sicher bis zum Schlupf bringst. Alles, was du brauchst, sind Geduld, ein feuchtes Substrat und regelmäßige kurze Kontrollen.
Beim Zeitigen ahmen wir die Bedingungen der Natur nach: leicht feucht, aber nie nass, warm, aber nicht heiß, und gut belüftet. Die Entwicklung läuft in mehreren Phasen ab – vom ruhenden Ei bis zur schlüpfbereiten Nymphe. Je nach Art dauert das Wochen bis Monate. Peruphasma schultei oder Sungaya inexpectata schlüpfen meist nach rund drei Monaten, während Extatosoma tiaratum, Phyllium philippinicum oder Lonchodiodes sp. „Ilocos“ deutlich länger brauchen können.
Vorbereitung und geeignete Behälter
Phasmideneier zu sammeln und vom Kot zu trennen ist einfacher, als viele denken. Der Kot der Stabschrecken und Gespenstschrecken ist trocken und geruchlos – kein Grund zur Sorge. Er zerfällt leicht und eignet sich sogar als natürlicher, feinkörniger Pflanzendünger.
Bewährt hat sich, den Boden des Terrariums mit weißem Küchenpapier auszulegen. Beim Futterwechsel sind die dunklen Phasmideneier darauf sofort zu erkennen und lassen sich mit einer Pinzette gezielt einsammeln. Alternativ funktioniert feiner, gewaschener Spielsand als Bodenschicht: Der Sand wird regelmäßig durch ein Sieb mit etwa zwei Millimetern Maschenweite gegeben – der feine Frass fällt durch, die Eier bleiben im Sieb.
Sehr effektiv ist die Rolltechnik: Das getrocknete Eier-Kot-Gemisch wird auf ein flaches Tablett gegeben. Durch die runde Form der meisten Phasmideneier, zum Beispiel bei der Australischen Gespenstschrecke (Extatosoma tiaratum) oder dem Wandelnden Blatt (Phyllium philippinicum), rollen die Eier beim leichten Kippen oder sanften Rütteln des Tabletts nach unten, während der kantige Kot liegen bleibt. Diese Methode ist ideal, wenn du viele Tiere hältst und regelmäßig Eier sammeln möchtest.
Auch ein Kunststoffnetz mit etwa 1,5 bis 2 Millimetern Maschenweite knapp über dem Substrat ist hilfreich: Die Eier bleiben auf dem Netz liegen, während der Frass hindurchrieselt. Für große Mengen kann zusätzlich die sogenannte Kurz-Flotation eingesetzt werden – dabei Eier und Kot in einen Becher geben, mit sauberem Wasser übergießen und kurz umrühren. Der leichte Kot schwimmt, die Eier sinken. Anschließend sofort auf Küchenpapier abtrocknen und einige Stunden luftig nachtrocknen lassen, um Feuchtigkeit und Schimmel zu vermeiden. Wichtig ist, nur kurz mit Wasser zu arbeiten und stets hygienisch vorzugehen, um Kontaminationen zu verhindern.
Lege die eingesammlten Eier deiner Gespenstschreckenin eine kleine, luftdurchlässige Box. Ideal sind Brutwürfel (siehe unten)oder Dosen mit feinem Gitterdeckel. Eine klare Beschriftung hilft, den Überblick zu behalten: Art, Datum und Anzahl außen notieren. So lässt sich später leicht nachvollziehen, wie lange die Eier schon liegen.
Als Unterlage eignet sich leicht angefeuchtetes Vermiculit – es speichert Feuchtigkeit, ohne zu schimmeln. Alternativ funktionieren Sand-Erde-Mischungen oder Küchenpapier. Das Material soll sich kühl und leicht feucht anfühlen, aber nie nass sein. Bei Druck darf kein Wasser austreten. Zu viel Feuchtigkeit ist der häufigste Fehler.
Der Standort sollte hell, aber nicht sonnig sein. Temperaturen zwischen 20 und 26 °C sind für die meisten Arten optimal. Direkte Heizungsluft oder Fensterbänke mit starken Temperaturschwankungen sind ungeeignet. Kondenswasser an der Box ist ein Hinweis auf zu hohe Feuchtigkeit – in diesem Fall kurz lüften und das Substrat prüfen.
Feuchtigkeit und Kontrolle
Phasmideneier brauchen gleichmäßige, milde Feuchte. Zu trockene Bedingungen führen zum Austrocknen, zu nasse zu Schimmel oder Milben. Eine einfache Faustregel lautet: leicht feucht = richtig.
Kontrolliere die Box zwei- bis dreimal pro Woche. Wenn das Substrat an der Oberfläche hell und bröselig wirkt, hilft ein ganz feiner Sprühnebel – am besten mit einem Feinsprüher. Pfützen oder glänzende Stellen sollten nie sichtbar sein. Kondenswasser zeigt, dass gelüftet werden muss. Bei muffigem Geruch hilft ein Teilwechsel des Substrats.
Lebendes Moos kann als Feuchtepuffer dienen, sollte aber nur sparsam eingesetzt werden.
Schimmel vermeiden
Schimmel entsteht beim Zeitigen von Phasmideneiern fast immer durch eine Kombination aus zu hoher Feuchtigkeit und mangelnder Belüftung. Besonders das häufig verwendete Küchenpapier ist zwar praktisch, neigt aber bei längerem Kontakt mit Feuchtigkeit schnell zum Schimmeln und muss oft nachbefeuchtet werden. Besser ist Vermiculit, das die Feuchtigkeit gleichmäßig verteilt und trotzdem Luft durchlässt. Am zuverlässigsten funktioniert jedoch ein sogenannter Brutwürfel – eine kleine, selbstregulierende Brutbox, die eine ideale Luftfeuchte hält, ohne dass Schimmel entsteht.
Der Brutwürfel lässt sich leicht selbst bauen und hat sich in der Haltung von Phasmideneiern, etwa der Australischen Gespenstschrecke (Extatosoma tiaratum) oder dem Wandelnden Blatt (Phyllium philippinicum), vielfach bewährt. Er sorgt für konstante Bedingungen und ist nahezu wartungsfrei.
So funktioniert der Brutwürfel:
Man benötigt zwei gleich große Kunststoffbehälter, die ineinanderpassen. In den unteren Behälter kommt ein kleiner Wasserstand – nur wenige Millimeter hoch. In den Boden des oberen Behälters wird mittig ein Loch geschnitten, in das ein Stück Watte oder Filtervlies gesteckt wird. Diese Watte taucht unten leicht ins Wasser und transportiert durch Kapillarwirkung Feuchtigkeit nach oben. Dadurch bleibt die Luft im oberen Behälter gleichmäßig feucht, ohne dass nasses Substrat nötig ist.
In den oberen Behälter kommen die Phasmideneier – ohne Substrat. So ist die Kontrolle besonders einfach, und es besteht kaum Schimmelrisiko, obwohl die Luftfeuchtigkeit optimal bleibt. Der obere Behälter wird locker verschlossen, aber mit kleiner Lüftungsöffnung. Damit überschüssige Feuchtigkeit entweichen kann und frische Luft zuströmen kann. Ein feines Netz über der Öffnung verhindert, dass frisch geschlüpfte Jungtiere entkommen.
Diese einfache Konstruktion schafft ein stabiles Mikroklima: Die Eier bleiben leicht feucht, aber nie nass, und das Risiko von Schimmel ist nahezu ausgeschlossen. Gleichzeitig spart man tägliches Sprühen und ständiges Kontrollieren. Wer es unkomplizierter möchte, kann einen fertigen selbstregulierenden Brutwürfel verwenden – er basiert auf demselben Prinzip und ist auch Bestandteil des Startersets Phasmiden.
Mit dieser Methode gelingt das Zeitigen von Phasmideneiern besonders sicher und hygienisch – ganz ohne feuchtes Substrat, Kondenswasser oder Schimmelprobleme.
Schlupf erkennen und vorbereiten
Wenn die Entwicklung abgeschlossen ist, verändert sich die Farbe vieler Eier. Das Operculum (der Deckel) wirkt heller oder hebt sich leicht an. Jetzt ist Geduld gefragt – nicht öffnen, nicht drehen. Die winzigen Nymphen brauchen Halt beim Aufsteigen. Lege dazu ein Stück Netz, Papier oder Moos zu den Eiern, damit sie problemlos hochklettern können.
Die Luft sollte während der Schlupfphase etwas feuchter sein, aber ohne Kondenswasser. Frisch geschlüpfte Jungtiere sind erstaunlich robust, reagieren aber empfindlich auf Nässe. Lieber etwas trockener führen, als Tropfen im Behälter zuzulassen. Nach dem Schlupf setzt man sie in kleine Aufzuchtboxen mit frischen Zweigen – etwa Brombeere oder Efeu, je nach Art.
| Art | Entwicklungsdauer | Temperatur | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Peruphasma schultei (Samtschrecke) | ca. 3 Monate | 22–26 °C | schnell, zuverlässig, ideal für Einsteiger, Eier brauchem kaum Pflege |
| Extatosoma tiaratum (Australische Gespenstschrecke) | 6–8 Monate | 24–26 °C | lange Ruhephase, stabile Feuchte wichtig |
| Phyllium philippinicum (Wandelndes Blatt) | 5–7 Monate | 24–26 °C | Schlupf oft plötzlich nach langer Ruhe |
| Sungaya inexpectata (Unerwartete Stabschrecke) | 3–4 Monate | 22–25 °C | robust, parthenogenetisch, unkompliziert |
| Lonchodiodes sp. „Ilocos“ (Rote Dschungellanze) | 6–9 Monate | 22–25 °C | |
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