Haltung und Zucht vom Gabelschwanz (Cerura vinula)
Kurzbeschreibung der Art
Der Große Gabelschwanz Cerura vinula ist ein heimischer Nachtfalter aus der Familie der Zahnspinner. Der Falter wirkt auf den ersten Blick hellgrau bis weißlich mit dunklen, welligen Querlinien und erreicht meist eine Flügelspannweite von etwa 60 bis 75 mm. Die Raupe ist spektakulär: Als Gabelschwanz Raupe fällt sie durch die typische Raupe mit Schwanzgabel am Hinterende auf, dazu kommt ein rosaroter Kopfkragen mit einer Zeichnung wie Raupe mit Scheinaugen. International wird sie oft als Puss Moth bezeichnet, die Raupe entsprechend als Puss Moth caterpillar.
Entwicklungsdauern zur Orientierung: Nach der Eiablage schlüpfen die Räupchen meist nach 10 bis 14 Tagen. Die Raupenzeit liegt je nach Temperatur und Futterqualität häufig bei 5 bis 8 Wochen. Anschließend folgt die Verpuppung in einem sehr festen Kokon; die Puppe überwintert in der Regel und der Schlupf erfolgt im nächsten Frühjahr, selten auch noch im selben Jahr.
Natürliche Lebensweise
Cerura vinula kommt in weiten Teilen Europas vor und lebt überall dort, wo Weiden und Pappeln stehen: an Waldrändern, in Auen, an Ufern, auf Lichtungen und an Sukzessionsflächen. Oft sind es gerade junge, niedrig wachsende Weiden oder Pappelaufwuchs, an denen Eier und Raupen leichter auffallen. Wer eine Raupe an Zitterpappel findet, entdeckt sie nicht selten gut sichtbar auf der Blattoberseite.
Die Raupe frisst anfangs eher schabend und skelettiert kleine Bereiche, später entsteht typischer Loch- bis Kahlfraß. Bei Störung zeigt sie eine deutliche Drohhaltung: Kopf einziehen, den farbigen Kragen betonen und die Schwanzgabel aufrichten. Zusätzlich kann die Raupe Ameisensäure bei starkem Stress spritzen – für Menschen ist das vor allem am Auge unangenehm. Deshalb beim Umsetzen Abstand zum Gesicht halten und danach die Hände waschen.
Futterpflanzen für Großer Gabelschwanz
Als Cerura vinula Futterpflanze eignen sich vor allem Weiden und Pappeln. Sehr zuverlässig sind Salweide (Salix caprea) und Zitterpappel (Populus tremula), daneben funktionieren auch weitere Pappeln wie Silberpappel und Schwarzpappel sowie verschiedene Weidenarten. Im Alltag zeigt sich: Wenn die Raupe frisst, dann am liebsten an frischem, ungespritztem Schnittgrün, das nicht welk wird. Eine Zahnspinner Raupe Weide lässt sich gut großziehen, wenn Zweige in Wasser stehen und die Blätter sauber und knackig bleiben.
Wichtig im Futterkontext: Keine Pflanzen verwenden, die mit Insektiziden behandelt wurden.. Frische, passende Futterpflanze schlägt jedes komplizierte Setup.
Vorbereitung
Für Eier und sehr junge Räupchen reicht ein kleines, übersichtliches Setup. Eier werden in einem sehr kleinen Behälter gehalten (z. B. kleines Wasserglas), luftdicht mit Klarsichtfolie verschlossen, nur gelegentlich kurz lüften. So bleibt das Mikroklima stabil und nichts trocknet unbemerkt aus.
Für den Start reichen oft Glas/kleine Dose, Küchenpapier und passende Futterpflanzen. Ein Netz oder ein selbst gebautes Habitat macht es später einfacher und luftiger. Wer es besonders sauber und bequem möchte, kann ein Komplettset nutzen.
Praktisch ist außerdem ein eigener kleiner Jungraupen- und Eierbehälter, weil er übersichtlich bleibt und sich leicht sauber halten lässt, ohne dass winzige Räupchen beim Futterwechsel verloren gehen.
Aufzucht und Haltung
Nach dem Schlupf sitzen die Jungraupen oft ruhig auf der Blattoberseite und beginnen mit feinem Schabefraß. In dieser Phase ist weniger mehr: wenig Futter, dafür regelmäßig frisch, und das Ganze weiterhin gut kontrollierbar im kleinen, geschlossenen Behälter. Sobald die Raupen größer werden, brauchen sie deutlich mehr Luft und Platz. Dann lohnt sich der Wechsel in einen gut belüfteten Netzkäfig für Schmetterlinge und Raupen, damit das Futter nicht so schnell kippt und das Klima stabil bleibt.
Für die Futterversorgung sind Zweige im Wasser ideal, damit Blätter nicht welken. Küchenpapier oder ein sauberer Bodenbelag hilft, Kot und feuchte Stellen schnell zu entfernen. Stress vermeiden: nicht dauernd umsetzen, nicht mit trockener Heizungsluft austrocknen lassen, und beim Handling wegen der möglichen Spritzabwehr immer Abstand zum Gesicht halten.
Wenn eine große Raupe plötzlich unruhig wird, viel umherläuft und kaum noch frisst, ist sie häufig verpuppungsbereit. Dann braucht sie unbedingt geeignetes Material: kräftige Zweige, Rindenstücke oder Holz, an dem sie ihren Kokon befestigen kann. Der Cerura vinula Kokon wird sehr fest und wirkt durch eingearbeitete Holz- und Borkenpartikel fast papierhart – das ist normal und ein gutes Zeichen.
Paarung und Zucht von Großer Gabelschwanz
Für die Zucht ist ein ausreichend großer, gut belüfteter Behälter sinnvoll, in dem die Falter in Ruhe in der Dämmerung und nachts aktiv sein können. Paarungen gelingen oft ohne viel Eingriff, wenn Temperatur und Luftaustausch passen. Nach der Paarung erfolgt die Eiablage typischerweise an glatten, frischen Blättern oder in deren Nähe. Typisch ist die Cerura vinula Eiablage Blattoberseite, häufig einzeln oder in kleinen Gruppen.
Für die Planung wichtig: Die Cerura vinula Überwinterung Puppe ist der Normalfall. Der Kokon sollte kühl und luftig über den Winter gelagert werden, ohne dass er austrocknet oder schimmelt. Im Frühjahr, wenn es wieder milder wird, setzt meist der Schlupf ein.
Was noch zu sagen ist
Wer eine wandernde, große Raupe im Garten findet, sollte zuerst beobachten, ob sie gerade einen Platz zum Verpuppen sucht. Auf Wegen oder an gefährlichen Stellen kann man sie samt einem Stück Rinde oder etwas Holz in die Nähe von Weide oder Pappel an einen geschützten Ort setzen. Ein Beißen oder Stechen gibt es nicht, aber die Abwehr mit spritzender Säure kann am Auge reizen – daher vorsichtig und mit Abstand umsetzen.
Für ein gutes Ergebnis zählt vor allem Konstanz: frische Weide oder Pappel, saubere Bedingungen, ausreichend Luft und bei der Verpuppung echtes Holz. Dann läuft die Entwicklung meist erstaunlich unkompliziert durch.
Großer Gabelschwanz im Garten unterstützen
Wer das Thema vertiefen möchte, findet im Ratgeber Schmetterlingen im Garten helfen einen praxisnahen Überblick, der auch für den Großen Gabelschwanz passt.
Der wichtigste Hebel, wie man den Großen Gabelschwanz in den Garten lockt, sind nicht Blüten, sondern Raupen-Lebensräume: Weiden und Pappeln müssen vorhanden sein, idealerweise auch als junger Aufwuchs, nicht nur als hohe, dichte Kronen. Vielfalt schafft Vielfalt – schon kleine, „unperfekte“ Bereiche wirken wie ein Magnet, weil dort Eiablageplätze, Futterpflanze und Mikroklima zusammenkommen.
Ein einfaches Praxisbeispiel: Ein Quadrat von mindestens etwa 3 × 3 m, das vorher gepflegt war (z. B. Rasen), bleibt einfach wild. Nicht düngen, wenig betreten und möglichst lange in Ruhe lassen. Auf sehr nährstoffreichen Böden hilft es, ein- bis zweimal pro Jahr spät zu mähen (z. B. Ende August/September), aber immer nur einen Teilbereich, den Rest stehen lassen, und das Schnittgut abräumen. Wichtig sind kleine Überwinterungsinseln: Altgras und Staudenstängel bleiben stehen, weil dort viele Insekten überdauern. Die Fläche sollte mehrere Jahre wild bleiben; später kann man zurückpflegen und an anderer Stelle eine neue Ecke zulassen.
Wasser und Trockenstress nicht vergessen: Eine flache, sichere Feuchtstelle mit nassem Sand oder eine dauerhaft leicht feuchte Ecke hilft vielen Insekten, ohne dass Tiere in einer tiefen Tränke ertrinken.
Pestizide sind ein echter Showstopper: keine Insektizide, auch nicht gegen Raupen oder Blattläuse an Weide, Pappel, Liguster oder Flieder. Vorsicht auch bei scheinbar sanften Bio-Mitteln wie Bt, denn das trifft viele Schmetterlingsraupen. Meist verschwinden „Schädlinge“ ohnehin von alleine, und wer Raupen bekämpfen will, sollte kurz hinterfragen, welcher Nachteil wirklich entsteht. Wenn es stört, ist mechanisch oft die beste Lösung: Gespinste im Obstbaum lassen sich mit einem kräftigen Wasserstrahl lösen, Raupen am Kohl kann man absammeln und auf geeignete Wildpflanzen oder unkritische Ausweichpflanzen setzen – ohne Gift.
Als heimischer Nachtfalter leidet der Große Gabelschwanz zudem unter Lichtverschmutzung. Außenbeleuchtung am Haus und im Garten möglichst reduzieren, an Bewegung koppeln, nur gezielt nach unten leuchten lassen und unnötige Dauerbeleuchtung abbauen. Je greller und kälter das Licht, desto belastender; wärmere, bernsteinfarbene Lichttöne sind deutlich besser.
Spread the message! Im eigenen Umfeld darüber sprechen, Nachbarn und Entscheidungsträger auf einfache Maßnahmen aufmerksam machen und zeigen, dass ein bisschen Wildnis nicht nachlässig ist, sondern wirksam. Das Beste daran: Wilde Bereiche entstehen durch weniger Arbeit – einfach nichts tun, staunen, und den Garten wieder lebendig werden lassen.
Wenn du Cerura vinula selbst aufziehen möchtest, findest du die Art auch im Shop: Großer Gabelschwanz (Cerura vinula).
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