Haltung und Zucht von Rosy Maple Moth (Dryocampa rubicunda)

Kurzbeschreibung der Art

Die Rosy Maple Moth Dryocampa rubicunda ist ein kleiner Pfauenspinner aus Nordamerika mit auffälliger Rosa-Gelb-Färbung. Die Eier sind rundlich, leicht abgeflacht und sehr klein, etwa um 1 mm, anfangs hell und werden beim Reifen transparenter. Die Raupe zeigt meist eine gelbgrüne Grundfarbe mit mehreren dunklen Längsstreifen, dazu ein auffälliger roter Kopf und ein Paar dunkler hornartiger Fortsätze direkt hinter dem Kopf; ausgewachsen wird sie etwa 4 bis 5 cm lang. Die Puppe ist dunkelbraun und entsteht in einer kleinen Kammer im Boden oder im Laub am Boden, nicht an Zweigen. Der Falter erreicht eine Flügelspannweite im Bereich von etwa 4 bis 5 cm. 

Natürliche Lebensweise

Die Art ist in der östlichen Hälfte der USA und in angrenzenden südlichen Teilen Kanadas verbreitet und lebt dort vor allem in laubholzreichen Landschaften mit Ahornbeständen, auch in Parks und Gärten. Die Weibchen legen ihre Eier bevorzugt an die Blattunterseiten der Futterpflanze, oft in Gruppen. Im Norden ist meist eine Generation pro Jahr normal, weiter südlich sind zwei Generationen pro Jahr üblich. Überwintert wird als Puppe im Boden unter den Futterbäumen.

Entwicklungsdauern als praxistaugliche Richtwerte bei Zimmertemperatur: Ei etwa 11 Tage, Raupe etwa 5 Wochen, Puppe bei Sommerentwicklung etwa 14 Tage; bei der Überwinterung bleibt die Puppe bis zum Frühjahr in Ruhe. Temperatur und Tageslänge verschieben diese Zeiten deutlich, besonders bei der Frage, ob eine Puppe direkt schlüpft oder in die Winterruhe geht.

Futterpflanzen für Rosy Maple Moth

Am zuverlässigsten frisst die Raupe von Dryocampa rubicunda frische, ungespritzte Ahornzweige. Als Futterpflanze sind vor allem Rotahorn (Acer rubrum), Silberahorn (Acer saccharinum), Zuckerahorn (Acer saccharum), Eschenahorn (Acer negundo), Spitzahorn (Acer platanoides), Bergahorn (Acer pseudoplatanus) geeignet; außerdem werden je nach Angebot auch Eichenarten akzeptiert, zum Beispiel Scharlacheiche (Quercus coccinea), Schwarz-Eiche (Quercus velutina), Wassereiche (Quercus nigra). Für einen sicheren Start lohnt es sich, mehrere Ahorn-Arten als Auswahl bereitzuhalten, damit ein Wechsel schnell möglich ist, wenn die Raupe eine einzelne Futterpflanze nicht annimmt.

Wichtig ist eine pestizidfreie Futterpflanze. Behandelte Zierbäume, Straßenbäume und frisch gespritzte Gartenpflanzen sind ein häufiger Grund, warum eine Raupe nicht frisst oder plötzlich schwächelt. Auch biologische Mittel wie Bt treffen Schmetterlingsraupen zuverlässig und gehören nicht an die Futterpflanze.

Vorbereitung

Für den Start reichen oft Glas/kleine Dose, passende Futterpflanzen. Ein Netz oder ein selbst gebautes Habitat macht es später einfacher und luftiger. Wer es besonders sauber und bequem möchte, kann ein Komplettset nutzen.

Für die ersten Tage funktioniert ein sehr kleiner, durchsichtiger Behälter am besten, damit Eier und frisch geschlüpfte Raupen nicht verloren gehen und das Mikroklima stabil bleibt. Der Behälter wird luftdicht mit Klarsichtfolie verschlossen und nur gelegentlich kurz gelüftet. Sobald Zweige länger frisch bleiben sollen, ist es praktisch, Stiele sicher ins Wasser zu führen, zum Beispiel mit Futterröhrchen mit Silikondeckel. Ein einfaches, luftiges Setup lässt sich auch gut selbst bauen, Details dazu stehen im Ratgeber Raupenhabitat selber bauen.

Aufzucht und Haltung

Die Eier bleiben bis zum Schlupf im sehr kleinen, geschlossenen Behälter. Kondenswasser ist ein Warnsignal für zu viel Nässe; dann kurz lüften und insgesamt trockener führen, ohne die Eier auszutrocknen. Nach dem Schlupf wird nur wenig frisches Blattmaterial gegeben, damit nichts kippt, und regelmäßig erneuert. In den ersten Stadien hilft ein eher geschlossenes Mikroklima, später braucht die Raupe deutlich mehr Luft und Platz, damit Futter und Kot nicht muffig werden.

Sobald die Raupen größer werden, lohnt sich der Umzug in eine luftige Haltung, damit die Futterpflanze länger brauchbar bleibt und das Klima stabil bleibt. Dafür eignet sich ein gut belüfteter Netzkäfig für Schmetterlinge und Raupen besonders gut. Typisch ist, dass die Raupe vor Häutungen oder kurz vor der Verpuppung das Fressen pausiert; dann bleibt das Setup ruhig, das Futter wird frisch angeboten und vor allem wird nicht unnötig gestört. Wenn eine Raupe länger auffällig nicht frisst, helfen die systematischen Ursachen-Checks im Artikel Wenn Raupen nicht fressen – mögliche Ursachen & Tipps.

Für die Verpuppung braucht Dryocampa rubicunda die Möglichkeit, in lockeres Material abzuwandern. In der Natur geht es in den Boden oder in die Streuschicht; in der Haltung klappt das sehr gut mit einer Box, die eine Schicht aus lockerer, ungedüngter Erde oder Kokoshumus und etwas trockenem Laub bietet. Die Schicht bleibt nur leicht feucht, niemals nass. Nach der Verpuppung wird die Puppe eher ruhig und gleichmäßig geführt; wenn eine Überwinterung ansteht, ist der Leitfaden Puppen überwintern der passende Rahmen für sichere Temperaturen, Feuchte und Kontrollen.

Paarung und Zucht von Rosy Maple Moth

Für eine Paarung werden frisch geschlüpfte Falter möglichst zeitnah zusammengesetzt, am besten in einem ruhigen, luftigen Behälter mit etwas Platz. Die Paarung findet typischerweise in der Dämmerung und nachts statt. Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen die Eier bevorzugt an die Unterseite frischer Ahornblätter, oft gebündelt. Ein Zweig der Futterpflanze im Behälter erhöht die Chance, dass die Eiablage gezielt und sauber erfolgt.

Für eine planbare Zucht ist es hilfreich, mehrere Ahornzweige in Reserve zu haben und die Eiablage so zu steuern, dass beim Schlupf sofort frisches Futter vorhanden ist. Eine einzelne Rosy Maple Moth kann grob im Bereich von rund 150 Eiern liegen, häufig in Gruppenablage.

Was noch zu sagen ist

Dryocampa rubicunda ist nicht in Deutschland heimisch. Für eine verantwortungsvolle Haltung bleibt die Aufzucht deshalb in geschlossenen Setups, und Tiere oder Entwicklungsstadien gelangen nicht in die freie Natur. Die Art gilt in Nordamerika als weit verbreitet; lokal kann die Raupe als Green-striped mapleworm an Ahorn auffallen, ohne dass das dauerhaft schwere Baumschäden bedeuten muss.

Im Sprachgebrauch tauchen mehrere Namen auf, die bei der Suche nach Informationen helfen: Rosy Maple Moth, Dryocampa rubicunda, Green-striped mapleworm; in älterer Literatur steht teils noch Anisota rubicunda.

Wer die Art als Eier oder Raupen zm kaufen sucht, findet sie hier: Rosy Maple Moth (Dryocampa rubicunda).