Samtschrecke (Peruphasma schultei)
Kurzbeschreibung der Art
Die Samtschrecke, auch Samtstabschrecke oder Rotgeflügelte Samtschrecke genannt, ist eine besonders auffällige Gespenstschrecke aus Nordperu. Peruphasma schultei wirkt fast schwarz wie Samt, hat leuchtend gelbe Augen, gelb geringelte Fühler und eine kräftig rote Oberlippe. Adulte Tiere tragen kurze rote Flügel, die nicht zum Fliegen dienen, sondern vor allem bei Störung gezeigt werden. Weibchen werden meist etwa 55 bis 70 mm lang und deutlich kräftiger gebaut, Männchen bleiben mit etwa 40 bis 50 mm schlanker und etwas kleiner.
Die Eier sind klein, dunkel und samenartig, meist etwa 3 bis 4 mm lang. Sie werden nicht angeklebt, sondern einfach fallen gelassen und liegen danach am Boden. Frisch geschlüpfte Nymphen sind deutlich heller als die Alttiere, anfangs meist braun bis braunrötlich und noch nicht vollständig kontrastreich gefärbt. Erst nach mehreren Häutungen entwickelt sich der typische Look der Art mit dem tiefen Schwarz, den gelben Augen und den roten Flügeln. Genau dieser Wandel macht die Haltung von Peruphasma schultei besonders reizvoll.
Typisch für die Art ist außerdem ihr Abwehrverhalten. Wird sie stark bedrängt, stellt sie die roten Flügel auf und kann ein Wehrsekret abgeben. Ruhiges Handling ist deshalb sinnvoll, nicht nur für das Tier, sondern auch für dich.
Natürliche Lebensweise
Peruphasma schultei stammt aus der Cordillera del Cóndor in Nordperu und lebt dort in einem sehr kleinen, isolierten Gebiet. Die Art gilt in der Natur als extrem selten und ist dort stark bedroht. Ursache sind vor allem Lebensraumverlust, Feuer und die Umwandlung von Flächen für Landwirtschaft und Weidenutzung. Im Freiland lebt die Samtschrecke dämmerungs- und nachtaktiv, tagsüber sitzt sie meist ruhig an ihrer Futterpflanze oder versteckt sich an Zweigen und in Spalten. Die natürliche Nahrungspflanze ist ein Pfefferbaum aus der Gattung Schinus, an den die Art im Freiland eng gebunden zu sein scheint.
Die Entwicklungsdauer ist für eine Phasmidenart recht übersichtlich. Die Eier brauchen meist etwa 3 bis 5 Monate bis zum Schlupf, oft liegt man bei ungefähr 4 Monaten. Die Nymphenentwicklung dauert in normal warmer Zimmerhaltung meist etwa 5 bis 6 Monate. Bis zur Geschlechtsreife werden in der Regel etwa 6 Häutungen durchlaufen. Adulte Tiere leben danach noch mehrere Monate weiter; Männchen bleiben meist kürzer im Bestand, Weibchen oft deutlich länger. Insgesamt ist also ein Lebenszyklus von deutlich über einem halben Jahr normal.
Futterpflanzen für die Samtschrecke
Bei der Futterfrage ist die Art erfreulich klar. Peruphasma schultei frisst in Kultur am zuverlässigsten Liguster. Das ist die wichtigste Futterpflanze für eine planbare Haltung und Zucht. Sehr gut geeignet sind außerdem häufig Flieder, Japanische Aukube und Heckenkirsche. Teilweise werden auch Forsythie oder Jasmin angenommen, diese laufen aber nicht in jedem Bestand gleich stabil und sind eher Ergänzung als erste Wahl. Im natürlichen Lebensraum frisst die Nymphe wie auch das adulte Tier an Pfefferbäumen der Gattung Schinus.
Für die Praxis ist entscheidend, dass die Futterpflanze frisch, ungespritzt und nicht angetrocknet ist. Sehr alte, ledrige oder bereits schlappe Blätter werden deutlich schlechter angenommen. Gerade bei frisch geschlüpften Tieren läuft es am besten, wenn wenig, aber wirklich frisches Futter angeboten wird. Wenn Peruphasma schultei einmal nicht sofort frisst, liegt das oft eher an Stress nach dem Schlupf, an zu offenem Startsetup oder an suboptimalem Futterzustand als an der Art selbst.
Bewährt bis gelegentlich akzeptiert sind damit: Liguster, Flieder, Japanische Aukube, Heckenkirsche, Forsythie, Jasmin, Pfefferbaum.
Vorbereitung
Ein ruhiger Standort ohne direkte Sonne, ohne starke Temperatursprünge und ohne Zugluft ist für diese Art viel wichtiger als aufwendige Technik. Einen guten Überblick zu Klima, Grundprinzipien und typischen Fehlern gibt der Ratgeber Gespenstschrecken (Phasmiden) halten. Für die Eier und die ersten Tage nach dem Schlupf ist ein kleiner, sehr übersichtlicher Behälter sinnvoll. Die Eier sollten ausbruchsicher, kontrolliert und nur moderat feucht geführt werden. Dauerhafte Nässe ist deutlich schlechter als ein eher zurückhaltend feuchtes, sauberes Setup. Eine eigene Anleitung dazu steht in Gespenstschrecken Eier ausbrüten (zeitigen).
Für die Behälterwahl gilt bei der Samtschrecke: klein und übersichtlich am Anfang, später hoch, luftig und häutungssicher. Genau dafür ist auch der Artikel Die richtigen Zuchtbehälter hilfreich. Wer die Startphase besonders sauber und bequem organisieren möchte, kann einen Jungraupen und Eier Behälter nutzen. Ein kleines Glas oder eine kleine Dose funktioniert aber ebenfalls, wenn sauber gearbeitet wird und die Feuchte im Blick bleibt.
Für den Start reichen oft Glas oder kleine Dose und passende Futterpflanzen. Ein höheres, gut belüftetes Habitat macht es später einfacher und luftiger. Wer es besonders sauber und bequem möchte, kann ein Komplettset nutzen.
Aufzucht und Haltung
Die Haltung von Peruphasma schultei gilt insgesamt als vergleichsweise unkompliziert, solange zwei Dinge stimmen: viel Luft und nicht zu viel Feuchtigkeit. Genau hier passieren die häufigsten Fehler. Zu nasse, stehende Luft fördert Schimmel, verschlechtert das Klima und erhöht das Risiko für Häutungsprobleme. Besonders die ersten Nymphenstadien sind klein, beweglich und ausbruchsstark. Für diese Phase ist ein kleiner, luftiger und sehr sicherer Behälter besser als ein großes Habitat mit viel Dekoration. Gleichzeitig sollte man nicht zu viel Futter auf einmal hineingeben, damit nichts unnötig altert und das Mikroklima kippt.
Mit zunehmender Größe brauchen die Tiere vor allem Höhe und freie Hängemöglichkeiten. Eine grobe Faustregel ist, dass die nutzbare Höhe mindestens etwa das Dreifache der Körperlänge betragen sollte, damit Häutungen sauber durchlaufen können. Beim Häuten dürfen Nymphen nicht gestört werden. Jede unnötige Berührung, Erschütterung oder schlecht platzierte Querstruktur kann zu verbogenen Beinen, deformierten Fühlern oder missglückter Häutung führen. Für ältere Nymphen und adulte Tiere kann ein Netzkäfig für Schmetterlinge und Raupen gut funktionieren, weil er luftig ist und genügend freie Hängefläche bietet.
Gefüttert wird am besten mit frischen Zweigen, die stabil und sauber angeboten werden. Leichter Tau oder ein feiner Sprühnebel auf den Blättern kann hilfreich sein, dauerhaft nasse Wände oder tropfende Bedingungen sind es nicht. Die Tiere sollten hell stehen, aber nie in direkter Sonne. Zimmertemperatur reicht meist vollkommen aus. Bei frisch geschlüpften Nymphen ist Geduld wichtig: Sie beginnen nicht immer sofort sichtbar zu fressen, starten dann aber oft zuverlässig an sehr frischen, weichen Blättern.
Paarung und Zucht der Samtschrecke
Für die planbare Nachzucht wird Peruphasma schultei als zweigeschlechtliche Art geführt. Verlässliche Zucht bedeutet deshalb Paarung mit Männchen und Weibchen. Männchen sind kleiner, beweglicher und werden oft etwas früher adult. Paarungen können sehr lange dauern; nicht selten sitzt das Männchen über viele Stunden oder deutlich länger auf dem Weibchen. Das ist normal und kein Grund zum Eingreifen.
Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen über längere Zeit regelmäßig Eier ab, die einfach zu Boden fallen. Genau deshalb lohnt es sich, den Bodenbereich sauber und übersichtlich zu halten und Eier regelmäßig abzusammeln. Die Eier werden separat inkubiert, damit Schlupf und Aufzucht kontrollierbar bleiben. Zu nasse Inkubation ist bei dieser Art kein Vorteil. Leichte, kontrollierte Feuchte reicht völlig aus. Häufig schlüpfen die Nymphen recht zuverlässig, wenn die Eier warm, sauber und nicht dauerhaft nass geführt werden.
Für die Zucht hilft ein wenig Vorausplanung. Da Männchen oft früher fertig entwickeln, läuft ein leicht versetztes Aufziehen von Gelegen oder Gruppen meist am entspanntesten. Die Art ist insgesamt gut nachziehbar, solange Futter, Belüftung und die Häutungsbedingungen stimmen.
Was noch zu sagen ist
Die Samtschrecke ist nicht nur wegen ihrer Farben ungewöhnlich. Das tiefe, samtige Schwarz wirkt deshalb so besonders, weil die Körperoberfläche das Licht außergewöhnlich stark schluckt. Dadurch sehen die Tiere fast künstlich schwarz aus, obwohl genau diese Wirkung biologisch echt ist. Zusammen mit den gelben Augen und den roten Flügeln gehört Peruphasma schultei damit zu den markantesten Phasmiden überhaupt.
Im Umgang lohnt sich Ruhe. Die Tiere sind keine Art zum ständigen Anfassen. Wird Druck aufgebaut, zeigen sie ihre rote Warnfärbung und können Wehrsekret freisetzen, das auf Schleimhäuten und in den Augen deutlich reizen kann. Deshalb Tiere nicht bedrängen, nicht ins Gesicht halten und nach dem Handling die Hände waschen.
Als nicht heimische Art gehört Peruphasma schultei nicht in die freie Natur. Tiere oder Eier sollten nicht freigesetzt werden. Zusätzlich können je nach Region Regeln zu Haltung, Abgabe oder Versand relevant sein.
Wenn du schauen möchtest, ob die Art aktuell verfügbar ist, findest du sie im Shop unter Samtschrecke (Peruphasma schultei).
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