Haltung und Zucht vom Wiener Nachtpfauenauge (Saturnia pyri)
Kurzbeschreibung der Art
Saturnia pyri, das Große Nachtpfauenauge beziehungsweise Wiener Nachtpfauenauge, ist ein sehr großer Pfauenspinner aus der Familie der Saturniidae. Als Falter fällt er durch die graubraune bis dunkelbraune Zeichnung mit welligen Linien auf, dazu kommen die markanten Augenflecken auf allen Flügeln; die Flügelspannweite liegt oft im Bereich von 110 bis 150 mm, in Einzelfällen auch darüber. Die Männchen erkennt man gut an den deutlich stärker gekämmten Fühlern. Die Raupe startet sehr klein und dunkel mit borstigen Warzen, wird ab den mittleren Stadien kräftig grün und trägt im Endstadium die auffällige Kombination Raupe grün blaue Warzen; ausgewachsen wirkt eine Raupe 12 cm fast unrealistisch groß, vor der Verpuppung verfärbt sie sich häufig gelblich bis bräunlich.
Für eine gute Planbarkeit helfen grobe Richtwerte: Bei 20 bis 22 °C dauert die Entwicklung vom Ei bis zum Schlupf oft etwa 12 Tage. Die Raupenphase liegt häufig in der Größenordnung von 60 Tagen bis zur Verpuppungsreife. Danach folgt die Überwinterung als Puppe im Kokon, und ein Teil schlüpft erst nach einer verlängerten Ruhezeit, sodass Puppenruhe 2 Jahre bei dieser Art vorkommen kann.
Natürliche Lebensweise
Saturnia pyri ist eine wärmeliebende Art aus Süd- und Teilen Mitteleuropas sowie Nordafrika, ostwärts bis in den Nahen Osten. Typisch sind warme, gehölzreiche Landschaften mit Obstgehölzen, Streuobst, Waldrändern, Alleen, Parkanlagen und Gärten. Die Flugzeit April Mai ist ein häufiges Zeitfenster, regional kann es etwas früher oder später liegen. In Deutschland gilt die Art nicht als stabil bodenständig; einzelne Funde sind möglich, aber nicht vergleichbar mit klassischen, weit verbreiteten heimischen Arten.
Futterpflanzen für das Wiener Nachtpfauenauge
Die Raupe nutzt vor allem Laubgehölze und besonders gern Obstgehölze, weshalb Eiablage Obstbäume als typisches Bild passt. In der Praxis frisst Saturnia pyri zuverlässig an Kirsche und anderem Steinobst (Prunus), Apfel (Malus), Birne (Pyrus), Quitte (Cydonia), Walnuss (Juglans regia), Weißdorn (Crataegus), Hasel (Corylus avellana) sowie je nach Angebot auch an Weide (Salix), Pappel (Populus), Esche (Fraxinus), Linde (Tilia), Ahorn (Acer), Ulme (Ulmus), Erle (Alnus), Buche (Fagus sylvatica), Esskastanie (Castanea sativa), Flieder (Syringa) oder Platane (Platanus). Für den Alltag ist entscheidend: die Futterpflanze muss frisch, ungespritzt und passend gewählt sein; gerade am Anfang macht eine stabile Lieblingspflanze oft mehr aus als „möglichst viele Optionen“.
Vorbereitung
Eier werden in einem sehr kleinen Behälter gehalten (z. B. kleines Wasserglas), luftdicht mit Klarsichtfolie verschlossen, nur gelegentlich kurz lüften.
Für den Start reichen oft Glas/kleine Dose, Küchenpapier und passende Futterpflanzen. Ein Netz oder ein selbst gebautes Habitat macht es später einfacher und luftiger.
Für den Start reichen oft Glas/kleine Dose, Küchenpapier und passende Futterpflanzen. Ein Netz oder ein selbst gebautes Habitat macht es später einfacher und luftiger. Wer es besonders sauber und bequem möchte, kann ein Komplettset nutzen.
Aufzucht und Haltung
Die ersten Tage leben von einem kontrollierten Mikroklima: sauber, übersichtlich, ohne Tropfnässe. Leicht erhöhte Luftfeuchte kann den Start erleichtern, Kondenswasser ist dagegen ein Warnsignal. Sobald die Raupen größer werden, verschiebt sich der Schwerpunkt deutlich in Richtung viel Luft und trockeneres, warmes Klima; stehende, feuchte Luft erhöht Ausfallrisiken spürbar. Frisches Futter funktioniert am besten als Schnittzweig, der in Wasser steht, damit die Blätter länger knackig bleiben; für eine saubere, dichte Lösung eignen sich Futterröhrchen mit Silikondeckel.
Wenn Jungraupen fressen nicht, steckt sehr oft einer der Klassiker dahinter: ungeeignete oder nicht mehr frische Futterpflanze, zu trockene oder zu feuchte Bedingungen, oder ein zu großer, zugiger Behälter direkt nach dem Schlupf. Dann hilft es, wieder kleiner und ruhiger zu starten, das Futter konsequent frisch zu halten und die Luftfeuchte so zu steuern, dass es nicht „nass steht“. Eine bewährte, kompakte Fehlersuche steht im Ratgeber Wenn Raupen nicht fressen – mögliche Ursachen & Tipps.
Zur Verpuppung spinnt Saturnia pyri einen Kokon, der oft an oder nahe dem Fraßgehölz befestigt wird, gerne im unteren Stammbereich oder an Zweigen. Danach folgt die Überwinterung als Puppe im Kokon; Kokon überwintern gelingt am zuverlässigsten kühl, luftig und ohne Feuchtestau. Schlupfprobleme Puppe sind häufig gar kein Problem, sondern schlicht eine verlängerte Ruhezeit, die bei dieser Art vorkommt. Konkrete Lagerungsprinzipien und typische Fehlerquellen sind im Artikel Puppen überwintern zusammengefasst.
Paarung und Zucht von Saturnia pyri
Für Zucht Saturnia pyri ist das zeitnahe Schlupffenster beider Geschlechter einer der wichtigsten Faktoren: ideal ist, wenn Männchen und Weibchen nur wenige Tage auseinander schlüpfen. Dazu kommen Ruhe, gute Belüftung und ausreichend Platz, damit die Tiere nachts ungestört zur Paarung kommen. In der Praxis ist Paarung/Kopula Saturnia pyri vor allem dann schwierig, wenn es zu warm, zu unruhig oder zu eng ist. Falls es trotz guter Bedingungen nicht klappt, wird in der Haltung gelegentlich Handpaarung Saturniidae eingesetzt; dabei lohnt sich sauberes Timing mehr als jedes „Herumprobieren“. Für stabile Linien ist außerdem sinnvoll, Geschwisterpaarungen möglichst zu vermeiden.
Nach erfolgreicher Kopula erfolgt die Eiablage meist an dünnen Zweigen oder an der Unterseite von Blättern; pro Weibchen sind bis zu 200 Eier möglich. Eier schlüpfen nicht ist im Alltag häufig ein Hinweis auf unbefruchtete oder abgestorbene Eier oder auf Lagerungsfehler, wenn unter passenden Temperaturen über deutlich mehr als 14 Tage keine Entwicklung sichtbar wird.
Was noch zu sagen ist
Ein besonderer biologischer Punkt ist der Schlupf aus dem Ei: Die Raupe erzeugt zunächst eine kleine Öffnung am Eirand und vergrößert sie dann mechanisch. Ältere Raupen zeigen außerdem ein auffälliges Wechselspiel der Warzenfarben über die Stadien und können in Abwehrsituationen gut hörbare Geräusche mit den Mundwerkzeugen erzeugen.
Wer mit dieser Art arbeitet, profitiert von ruhiger, sauberer Haltung, konsequent frischem Futter und einer Überwinterung ohne Feuchte-Stau; dann ist die Entwicklung meist gut nachvollziehbar und stabil.
Wenn du Saturnia pyri selbst aufziehen möchtest: Im Shop ist die Art als Wiener Nachtpfauenauge (Saturnia pyri) verfügbar.
Für eine ruhige, luftige Umgebung in den späteren Stadien und bei der Verpuppung ist ein Netzkäfig für Schmetterlinge und Raupen eine praktische, saubere Lösung, vieles funktioniert aber genauso mit einem einfachen Einsteiger-Setup und Haushaltsmitteln.
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