Anleitung Schmetterlingszucht
Präambel: Hier geht es um Schmetterlinge. Hinweise zum Thema Schrecken/Phasmiden findest du im Menü „Artportraits/Zuchtanleitung“ unter „Schrecken“. Falls noch etwas unklar bleibt, melde dich gerne.
Anleitung Schmetterlingszucht
Vorweg: Diese Anleitung ist bewusst kurz gehalten und soll euch einen allgemeinen Einstieg in die Schmetterlingszucht geben. Viele weitere Infos findet ihr hier auf unserer Homepage. Schaut euch vor allem die „Artportraits/Zuchtanleitungen“ oben im Menü an, denn dort stehen oft wichtige zusätzliche Hinweise zur jeweiligen Art. Auch auf den Produktseiten findet ihr nützliche Angaben, zum Beispiel zu den Futterpflanzen. Sehr hilfreich sind auch die "Allgemeine Zuchthinweise und Tipps" und dort speziell: Wenn Raupen nicht fressen – mögliche Ursachen und Tipps.
Öffnet das Paket bzw. den Brief sehr vorsichtig. Die Eier und Raupen sind zum Teil extrem klein. Achtet auch darauf, dass euch die Eier nicht aus der Münzdose fallen. Ihr könnt sie vorsichtshalber über einem Teller öffnen.
Die Eier:
Wir beginnen mit den Eiern. Wenn ihr Raupen bestellt habt, fangt an der entsprechenden Stelle in dieser Anleitung an. Die Schmetterlingseier werden behutsam in ein Glas oder einen Plastikbehälter gegeben. Der Behälter sollte ein Volumen von 50 bis 150 ml haben. Verschließt den Behälter mit einer Frischhaltefolie luftdicht und stellt ihn an einen gut sichtbaren Ort bei Zimmertemperatur. Unsere Eierbehälter stehen in der Küche neben der Kaffeemaschine. Da komme ich oft vorbei. Schützt den Behälter vor Sonnenlicht und großen Temperaturschwankungen. Die Fensterbank, Heizung usw. sind daher ungeeignet. Wer unbedingt möchte, legt unter die Eier ein briefmarkengroßes (nicht größeres!) Stück Küchenpapier zur Regulierung der Feuchtigkeit. Ich bin aber ehrlich gesagt kein Fan davon. Öffnet das Gefäß alle 1 bis 2 Tage vorsichtig und lasst frische Luft hinein. Wer das Gefühl hat, seine Eier etwas befeuchten zu müssen, der haucht mehrmals in das Glas, bis sich Kondensat am Glas bildet. Danach muss der Behälter unbedingt offen gelassen werden, bis er wieder trocken ist. Achtung, damit eventuell geschlüpfte Raupen nicht entkommen.
Sobald die Raupen geschlüpft sind – wirklich erst dann – fügt das Futter hinzu.
Tipp: Die Eier und Raupen aller Nesselfalter (Admiral, Distelfalter, C-Falter usw.; für diese Falter gibt es noch ergänzend eine andere Zuchtmethode, siehe unten) sind wirklich extrem klein und werden schnell übersehen! Es kommt immerwieder vor, dass die Räupchen unbemerkt schlüpfen und verhungern. Die Eier versende ich in der Münzdose entweder lose oder auf einem Blatt oder beides.
Nehmt wiederum ein Blatt oder Blattstück der Futterpflanze. Die Größe sollte ungefähr so 1-3 Briefmarken entsprechen. Legt frische Blätter trocken hinein (kein Tau, kein Regen am Blatt – sehr wichtig!). Falls ihr das Futter tropfnass reinholt, vielleicht weil es regnet, dann müsst ihr es trocknen lassen. Stellt dazu einfach den Zweig mit den Blättern in ein Wasserglas und wartet einige Stunden.
Fügt ein oder zwei Blätter anderer Futterpflanzen hinzu, falls die Raupen das erste Blatt nach 6 bis 12 Stunden noch nicht angefressen haben. Stellt die Raupen dann für 24 Stunden dunkel, z. B. in einen Schrank. Meist beginnen sie dann zu fressen. Wenn das Blatt verwelkt ist – meist nach 1 bis 2 Tagen – fügt ein weiteres Blatt hinzu und entfernt das verwelkte Futter. Entfernt regelmäßig den Kot oder wechselt das ganze Glas aus. Selbstverständlich könnt ihr den Raupen auch früher neues Futter geben, wenn sie sehr hungrig sind. Achtet jedoch darauf, nicht zu viel auf einmal zu füttern, um ein Übermaß an verwelktem Futter zu vermeiden. Das ist wichtig und wird oft falsch gemacht.
Im Glas sollte sich kein Kondenswasser bilden. Bei zu viel Feuchtigkeit im Glas könnt ihr das Glas auch mit einem Stück Küchenpapier und einem Gummiband verschließen. Das Glas sollte mit den Raupen langsam mitwachsen. Wechselt es irgendwann aus, wenn die tägliche Futtermenge nicht mehr gut hineinpasst. Sobald die Raupen 1 bis 2 cm groß sind, benötigen sie mehr Belüftung. Bedeckt das Gefäß jetzt mit einem luftdurchlässigen Material. Wenn ihr bei mir Raupen bestellt habt, könnt ihr das Netz verwenden, in dem sie versendet wurden – oder ein Stück Küchenpapier. Ihr könnt euch ein Mückennetz (bekommt man in der Drogerie) nehmen, sobald die Raupen größer als die Löcher sind. Dieses kann mit einem Gummiband einfach darüber gespannt werden. Ihr könnt die Raupen nun auch alternativ im Netz halten. Steckt einfach einen oder mehrere Zweige der Futterpflanze ins Netz. Lasst den Stängel unten aus dem Netz herausragen und zieht dann die Kordel des Netzes zu. So können die Raupen nicht mehr entkommen. Stellt den Stängel in ein Glas Wasser.
Ihr könnt die Raupen auch weiterhin in einem Behälter halten. Er muss nur immer größer werden. Zum Ende hin nimmt man z. B. eine leere Eispackung oder einen Schuhkarton, den man mit einem Mückennetz überspannt. Schaut euch die Bauanleitung für das Raupenhabitat hier im Shop an. Mit dieser Lösung hält sich das Futter sehr lange und ihr bietet eine optimale Belüftung für die Raupen.
Die Raupen werden sich nach einer Weile verpuppen. Die fertigen Puppen sollten dann in einen etwas größeren Behälter gelegt werden, in dem die Falter bis zur Decke klettern können. Dort entfalten sie ihre Flügel. Ich verwende z. B. Netzwäschekörbe (erhältlich im Internet für ca. 5 €), deren Öffnung ich mit einem Mückennetz (aus der Drogerie) und vier Wäscheklammern verschließe. Ihr könnt die Puppen aber auch in anderen Behältern schlüpfen lassen. Auch dazu gibt es eine Anleitung hier im Shop. Am angenehmsten ist natürlich ein Netzkäfig. Die Puppen hält man bei etwas höherer Luftfeuchtigkeit, also bei ca. 70 %.
Beachtet bitte, dass ihr (tropische) Falter keinesfalls frei lassen dürft. Falls ihr heimische Falter freilassen möchtet, benötigt ihr möglicherweise eine Genehmigung von eurer Naturschutzbehörde, insbesondere wenn ihr sie in die freie Natur entlassen möchtet.
Häufige Fehler in der Zucht:
• Zu viel Feuchtigkeit: durch zu viel Futter oder feuchtes Futter (Tau, Regen usw.), zu wenig Belüftung und vor allem durch künstliches Befeuchten. Befeuchtet bitte eure Eier und Raupen nicht! Ich weiß, dass man oft Gegenteiliges liest. Unserer Meinung nach ist dies aber nicht notwendig und begünstigt Krankheiten, die sich oft erst später zeigen.
• Zu große Behälter in den Anfangsphasen: Raupen bis ca. 2 cm können austrocknen, ebenso wie das Futter. Anfangs nehmt ihr deswegen sehr kleine luftdichte Behälter für die Eier 50-150 ml, der Behälter wächst dann mit den Raupen nur langsam mit!
• Zu viel Futter: Das Futter verwelkt, und die Raupen finden die frische Nahrung nicht. Füttert nur so viel, wie die Raupen in 1 bis 2 Tagen fressen können. Nach einiger Zeit entwickelt ihr ein Gefühl dafür. Bis dahin nehmt lieber erst zu wenig und legt häufiger etwas nach. Wenn ihr Futterzweige im Wasser stehen habt, dann könnt ihr auch mehr füttern, weil das Futter viel länger hält. Das Problem bei zu viel Futter ist, dass es irgendwann verwelkt und ihr eure Raupen nicht wiederfindet – und die Raupen finden das frische Futter nicht. Wenn ihr das verwelkte Futter entfernt, müsst ihr jedes Blatt aufwendig nach euren Raupen absuchen. Wenn die Raupe still sitzt, häutet sie sich möglicherweise. Setzt sie in diesem Fall zusammen mit dem alten Futterblatt zu dem neuen Futter.
• Störung der Raupen bei der Häutung: Wenn die Raupen regungslos verharren, häuten sie sich oft. Wenn sie dann künstlich bewegt werden, sterben sie manchmal. Wenn sie unbedingt umgesetzt werden müssen, dann funktioniert dies nur samt Unterlage (Blatt, Zweig usw.).
• Falsches Futter: Die Raupen fressen nur bestimmte Pflanzen. Guckt auf der Produktseite in unserem Shop nach den entsprechenden Futterpflanzen. Es sind meistens weit verbreitete Pflanzen, die ihr bei euch im Garten, im Nachbarsgarten, in Parks, auf Friedhöfen usw. findet. Fragt um Erlaubnis. Manchmal nehmen die Raupen das Futter aber einfach nicht an – sie sind manchmal echt wählerisch. Dann probiert ein Alternativfutter aus. Nehmt außerdem kein Futter, das möglicherweise gespritzt sein könnte.
Besonderheiten einiger Arten:
Tagpfauenauge/Distelfalter/Admiral/Landkärtchen/C-Falter: Futter: Brennnessel. Raupen verpuppen sich kopfüber. Dazu könnt ihr einen schräg stehenden Ast im Gefäß verwenden, der vom Boden bis zur Abdeckung reicht. Sie werden sich dann an der Abdeckung des Gefäßes (i. d. R. ein Netz) verpuppen. Nach dem Schlupf (ca. 10 bis 14 Tage) benötigen die Falter Wasser-Zuckerlösung (10:1) in einem Flaschendeckel oder einem ähnlichen Gefäß oder auf einem Stück Papier. Auch möglich: ihr bietet Blüten an. Weitere Hinweise unten. Distelfalterraupen neigen zum ausbrechen.
Actias luna: Futter: Walnuss, Birke, Weißdorn, Hasel, Buche u. v. m. A. lunas letzte Generation im Herbst überwintert als Puppe optimalerweise bei 0 bis 5 °C. Ihr könnt dazu den Puppenkasten (Bauanleitung hier im Shop) nutzen.
Antherina suraka/Samia ricini: Futter: Liguster, Kirschlorbeer (einige Züchter schwören auf dieses Futter, andere haben damit schlechte Erfahrungen gemacht; nehmt es lieber nur im Ausnahmefall), Flieder (Syringa vulgaris), Löwenzahn (nur für S. ricini - wird am besten angenommen) u. v. m. Antherina suraka neigt dazu, aus den Behältern auszubüchsen. Also alles schön fluchtsicher gestalten.
Wir wünschen euch viel Freude bei der Aufzucht. Und wenn es eure ersten Schmetterlinge sind, freut euch auf den Schlupf der Falter. Ihr werdet ihn nie vergessen!
Bei Fragen am besten über den Chat im Shop kontaktieren, gerne direkt mit Foto der Zucht.
Um Nesselfalter wie die des Admirals, Tagpfauenauges oder Distelfalters erfolgreich zu züchten oder zu füttern, kann man anstelle von frei wachsenden Brennnesseln eine einfache Methode mit einer kleinen Flasche anwenden. Dazu nimmt man eine kleine Flasche, füllt sie mit Wasser und steckt frische Brennnesselzweige hinein. Noch besser: eine kleine Brennnesselpflanze in einem Topf. Diese Flasche oder der Topf wird dann in eine Netzbehausung (zB Netzkäfig) gestellt, oder man stellt sie einfach in einen Kordelnetzbeutel, sodass die Raupen sich frei bewegen, aber nicht entweichen können. Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Raupen nicht ins Wasser krabbeln, um Ertrinken zu verhindern. Nach einiger Zeit, wenn die Brennnesseln abgefressen sind, stellt man einfach eine zweite Flasche mit frischen Brennnesseln daneben. Die Raupen werden von allein auf die neue Pflanze wandern, sodass man die alte Flasche problemlos entfernen kann. Diese Methode bietet eine praktische und kontrollierte Umgebung für die Aufzucht von Schmetterlingsraupen. Sie kann von Anfang an, direkt nach dem Schlupf der Räupchen, angewendet werden und ist für Nesselfalter die empfohlene Variante. Tipp: So können natürlich auch andere Raupen gehalten werden, es muss dann nur das Futter angepasst werden. 
Falls ihr noch Fragen habt, helfen wir euch gerne weiter. Schreibt uns am besten über die Chatfunktion im Shop an.
Manchmal kommt es vor, dass einzelne Raupen einfach eingehen - das liegt fast immer an Haltungsfehlern (zu viel Feuchtigkeit/kein frisches Futter/zu große Behälter für kleine Raupen) Es kommt jedoch auch ohne erkennbaren Grund selten dazu. Sie fressen vielleicht noch, bewegen sich normal, und plötzlich liegen sie leblos da oder wollen einfach nicht beginnen zu fressen. Das ist leider Teil der Zuchtpraxis. Es sind eben Insekten, die in der Natur extrem hohe Ausfallzahlen haben (99 % und mehr), und auch wenn man alles richtig gemacht hat, gibt es biologische Faktoren, die man als Züchter nicht beeinflussen kann. Jeder Züchter, ganz gleich wie erfahren, hat das schon erlebt. Es ist traurig, das ist uns bewusst, vor allem wenn man viel Zeit und Liebe in die Aufzucht gesteckt hat. Aber bitte seid euch bewusst: Man braucht bei der Raupenzucht auch ein wenig Frustrationstoleranz. Lasst euch davon nicht entmutigen. In den allermeisten Fällen klappt es sehr gut, und die Freude beim Schlupf eines Falters wiegt vieles auf.
Wir wünschen eine erlebnisreiche Zucht!
Urheberrechtshinweis: Dieser Text unterliegt dem Urheberrecht und darf weder vollständig noch teilweise kopiert oder verändert genutzt werden, insbesondere nicht für kommerzielle Aktivitäten.
-
Götterbaumspinner (Samia ricini)
Beste Anfängerart - Löwenzahn als Futter
GünstigerGötterbaumspinner (Samia ricini)
Beste Anfängerart - Löwenzahn als Futter
47 reviewsNormaler Preis Ab €8,95 EURNormaler PreisGrundpreis / pro€22,95 EURVerkaufspreis Ab €8,95 EURGünstiger -
GünstigerTagpfauenauge (Aglais io)
7 reviewsNormaler Preis Ab €9,95 EURNormaler PreisGrundpreis / pro€34,95 EURVerkaufspreis Ab €9,95 EURGünstiger -
Bullenauge (Antherina suraka)
Bekannt aus "Nina und die Haustiere"
GünstigerBullenauge (Antherina suraka)
Bekannt aus "Nina und die Haustiere"
9 reviewsNormaler Preis Ab €12,95 EURNormaler PreisGrundpreis / pro€45,95 EURVerkaufspreis Ab €12,95 EURGünstiger -
Admiral (Vanessa atalanta)
1 reviewNormaler Preis Ab €1,00 EURNormaler PreisGrundpreis / proVerkaufspreis Ab €1,00 EUR